Nach den verheerenden Zuschauerzahlen von Staffel 2 war nicht ganz klar, ob und wie es mit Ringe der Macht weitergeht. Zwar hat Amazon die Absicht, fünf Staffeln zu produzieren, abermals bekräftigt. Doch angesichts der schlechten Zahlen hätte der Konzern auch jederzeit den Stecker ziehen können.
Jetzt hat Amazon aber alle Zweifel beseitigt und offiziell verkündet: Staffel 3 wird kommen. Außerdem wurden bereits ein paar Infos zur Handlung verraten, die aufhorchen lassen.
Dreharbeiten von Staffel 3 starten schon bald
Im Rahmen der offiziellen Pressemitteilung gibt sich Amazon redselig. Nicht nur liefert man neue Zuschauerzahlen von Season 2 (170 Millionen User weltweit), auch das Timing von Staffel 3 wird eingegrenzt. Die Vorproduktion ist bereits abgeschlossen und die Dreharbeiten starten im Frühjahr. Nur zum angepeilten Release von Staffel 3 schweigt man sich noch aus.
2:34
Ringe der Macht: Amazon lässt hinter die Kulissen von Staffel 2 blicken
Spoiler-Warnung! Wenn ihr Staffel 2 bislang noch nicht geschaut habt, solltet ihr jetzt besser nicht die Schwelle von GameStar-dum überschreiten. Denn es ist unvermeidlich, dass wir im weiteren Verlauf des Artikels einige wichtige Ereignisse der letzten Season ansprechen müssen.
Uns erwartet ein großer Zeitsprung
Zur Handlung verrät Amazon, dass Staffel 3 mehrere Jahre
nach Staffel 2 spielen wird. Wir erinnern uns: Am Ende der letzten Season mussten die freien Völker Mittelerdes eine herbe Niederschlage einstecken. Das Elbenreich Eregion wurde zerstört, Sauron hat sich mit den frisch geschmiedeten Ringen der Macht aus dem Staub gemacht, um es sich in seinem neuen Reich Mordor gemütlich zu machen.
Staffel 3 soll auf dem Höhepunkt des Krieges zwischen Elben und Sauron starten. Letzterer soll laut Amazon in der neuen Season planen, den Einen Ring zu schmieden. Spätestens hier sagen belesene Tolkien-Fans Halt, Stop!
.
Ist die nächste Lore-Diskussion bereits vorprogrammiert?
Denn wie ihr euch vielleicht erinnert, wenn ihr die Bücher genauso oft gelesen habt, wie der Autor dieser Zeilen: Sauron hatte den Einen Ring bereits geschmiedet, lange bevor Eregion fiel (genauer gesagt 97 Jahre vorher).
Die Amazon-Show genehmigt sich für Staffel 3 also wieder große kreative Freiheiten, um eine möglichst stringente Handlung auch für Nichtkenner der Vorlage zu erzählen. Das ist einerseits löblich, andererseits mussten die Showrunner für dieses Vorgehen schon in den beiden ersten Staffeln einiges an negativen Kommentaren über sich ergehen lassen.
Es ist also fraglich, ob Staffel 3 mit dieser Story-Prämisse die Wogen glätten und verlorene Zuschauer zurückgewinnen kann. Ebenfalls bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen der Zeitsprung auf die anderen Figuren hat, die nicht elbischer Abstammung sind und daher altern.
Zum Abschluss noch ein paar weitere Ereignisse des Zweiten Zeitalters von Mittelerde, die in der Amazon-Serie entweder ignoriert oder auf einen anderen Zeitpunkt geschoben wurden:
- Galadriel müsste zum Zeitpunkt der Serie bereits Mutter von Celebrían sein, die um das Jahr 300 Z.Z. geboren wurde. In der Show deutet nichts darauf hin, dass sie eine Tochter hat, um die sie sich sorgt.
- Saurons Festung Barad-dûr wurde um das Jahr 1.000 Z.Z. in Mordor errichtet, müsste zum aktuellen Zeitpunkt in der Serie also schon in den Himmel ragen.
- Noch vor dem Schmieden der Ringe der Macht gründete Galadriel gemeinsam mit ihrem Gemahl Celeborn das Elbenreich Lothlorien.
Trotzdem diskutieren? Hier geht's zum GameStar-Forum!
Ihr seht: Die Amazon-Serie hat sich schon oft nicht an die Vorlage gehalten. Was hartgesottene Fans vielleicht ärgert, ist aber aus Sicht der Drehbuchautoren verständlich. Denn es dürfte kaum möglich sein, die komplexe zeitliche Abfolge der Ereignisse aus Tolkiens Feder in einer Serie so darzustellen, dass sie auch von Zuschauern ohne einschlägige Vorkenntnisse verstanden wird.