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Ich wollte abends nur kurz einen neuen Singleplayer-Shooter ausprobieren und hätte fast die Nacht durchgemacht

Road to Vostok ist ein Hardcore-Singleplayershooter, der ein wenig an Stalker erinnert. Ich habe ihn jetzt endlich gespielt und wollte gar nicht aufhören.

Road to Vostok lässt sich aktuell als kostenlose Demo ausprobieren, ist aber nur etwas für erfahrene Shooterfans. Road to Vostok lässt sich aktuell als kostenlose Demo ausprobieren, ist aber nur etwas für erfahrene Shooterfans.

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Waaas, es ist schon 2 Uhr? Okay, nur noch ein bisschen weiter! Was für mich nur ein kurzer Abend mit ein paar Demos vom Steam Next Fest werden sollte, uferte vollkommen aus. Und schuld daran ist ein Singleplayer-Shooter namens Road to Vostok. Der zog mich überraschenderweise nämlich so in seinen Bann, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte zu spielen. Wieso? Lasst es mich erklären.

Tillmann Bier
Tillmann Bier

Tillmann liebt Shooter und hat schon dutzende gespielt: Zu seinen Lieblingsreihen im Genre zählen unter anderem Stalker, Metro und Battlefield. Aktuell spielt er vor allem Battlefield 6 oder Borderlands 4. Doch zum Steam Next Fest nimmt er sich auch immer Zeit für kleine, unbekanntere Spiele wie Road to Vostok.

Was ist Road to Vostok?

Auf das Spiel aufmerksam wurde ich wegen gewisser Ähnlichkeiten zu Stalker. Da wäre allein schon die ausgewaschene Optik, kombiniert mit osteuropäisch anmutenden Landschaften und AK-Sturmgewehren. Road to Vostok spielt aber nicht in der Ukraine, sondern an der finnisch-russischen Grenze. Laut Entwickler lande ich in einer nicht näher definierten Postapokalypse, was die verlassenen Dörfer und marodierenden Banditen erklärt.

Video starten 2:23 So realistisch soll das Waffen-Handling im Survival-Shooter Road to Vostok werden

Postapokalypse? Stalker-Atmosphäre? Da bin ich dabei! Ich starte also die kostenlose Demo und wähle den leichten Schwierigkeitsgrad. Leicht in Anführungszeichen, weil auch dann Road to Vostok kein einfaches Spiel ist. Immerhin starte ich so meine Reise in einem sicheren Unterschlupf und bekomme eine zufällige Startwaffe in die Hand gedrückt.

Tutorial, Map, Fadenkreuz? So etwas gibt es hier nicht. Finde ich eine neue Waffe, brauche ich erst einmal ein passendes Magazin und die richtige Munition, um schießen zu können. Leergeschossene Magazine muss ich dann von Hand im Inventar nachfüllen, will ich sie wiederverwenden. Und natürlich muss ich in Survivalmanier trinken und essen.

So etwas bin ich aber schon von DayZ und anderen Shootern mit Realismusanspruch gewohnt und starte deshalb optimistisch meinen ersten Ausflug. Begrüßt werde ich von einer von Nadelbäumen geprägten Landschaft, bei der die Sättigung ganz runtergedreht wurde. Alles wirkt grau und düster, was aber hervorragend zum Setting passt.

Video starten 10:43 Wir wagen uns im Singleplayer-Shooter Road to Vostok nur kurz aus unserer Hütte und werden fast erschossen

Bis auf das Heulen des Windes ist es vollkommen still, niemand scheint mehr in den heruntergekommenen Hütten zu leben. Ich fange also damit an, was jeder vernünftige Spieler machen würde: Ich durchsuche jede Ecke nach Beute und sammle alles ein, was mir zwischen die Finger kommt. Plötzlich aber ein lauter Knall: Eine Kugel zischt direkt an meinem Ohr vorbei. Ich habe keine Ahnung, woher der Schuss kam und renne panisch in Deckung.

Nachdem ich einige Sekunden hinter einem Auto gekauert bin, wage ich mich hervor, entdecke den Schützen und schalte ihn mit ein oder zwei Treffern aus. Glücklicherweise hat er mich nicht erwischt. Nach dieser Begegnung bin ich deutlich vorsichtiger: Ich suche immer nach der nächsten Deckung, beobachte genau meine Umgebung und halte nach Gegnern Ausschau.

Ohne Deckung können Feuergefechte in Road to Vostok schnell tödlich enden. Ohne Deckung können Feuergefechte in Road to Vostok schnell tödlich enden.

Parallel häufe ich immer mehr Beute an: eine Gitarre, diverse Bücher, Brettspiele, Handschuhe, Dosenerbsen ein Sturmgewehr und diverse Magazine für verschiedene Waffen. Road to Vostok geizt nicht mit Beute, droht aber auch mit dem Tod.

Denn eine halbe Stunde später überrascht mich ein Bandit und ich gehe zu Boden. Alles, was in meinem Inventar war, ist jetzt weg und ich muss von vorn beginnen. Allerdings kann ich Beute jederzeit sicher in meiner Unterkunft einlagern oder bei Händlern gegen wertvolle Gegenstände tauschen.

Gegenstände lassen sich fein säuberlich in Regalen platzieren, ich liebe so etwas ja. Gegenstände lassen sich fein säuberlich in Regalen platzieren, ich liebe so etwas ja.

Wozu das alles aber? Road to Vostok hat keine Story-Missionen oder ein festes Ziel. Ich kämpfe, um zu überleben und nach und nach auf schwierigere Karten vorzurücken. Bei Händlern erwerbe ich Möbel für meinen Unterschlupf und liefere besondere Gegenstände, um mit Waffen und Ausrüstung belohnt zu werden.

Der Winter und neue Maps sorgen für zusätzliche Herausforderungen. Besonders in Vostok wird es brandgefährlich. Der Winter und neue Maps sorgen für zusätzliche Herausforderungen. Besonders in Vostok wird es brandgefährlich.

Im Endgame-Gebiet Vostok gibt es dann besonders starke Waffen und Ausrüstung zu finden, allerdings zu einem hohen Preis: Sterbe ich hier, verliere ich nicht nur mein Inventar, sondern den ganzen Charakter und muss komplett von vorne anfangen. Außerdem erwarten mich hier auch stärkere Gegner, die sogar Luftunterstützung anfordern.

Wann das Spiel erscheint, ist aktuell noch unklar. Entwickelt wird Road to Vostok von nur einem einzigen Entwickler aus Finnland. Aber: Die meisten Punkte der Roadmap sind bereits abgehakt. Aktuell müssen noch weitere Karten fertiggestellt und das Spiel ausführlicher getestet werden. Irgendwann landet der Shooter dann im Early Access auf Steam.

Schon jetzt ist die Grundlage aber vielversprechend: Zwar hat Road to Vostok keine Hochglanzgrafik, dafür aber solides Gunplay, einigermaßen intelligente KI-Gegner und einen stimmungsvollen Soundtrack. Die hohe Schwierigkeit und das Risiko, alles zu verlieren, zwingen zu taktischem Vorgehen und sorgen dafür, dass mir bei jedem Kampf das Herz klopft.

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