Seit mehr als zehn Jahren verfolge ich das mobile Betriebssystem von Samsung. Mein erstes Galaxy-Smartphone war das Note 4, das wegen seiner Größe von 5,7 Zoll noch belächelt wurde.
Kaum vorstellbar, schließlich gibt es heute fast nur noch Geräte, die mindestens 6,1 Zoll messen.
Ich fand den Formfaktor klasse, nicht aber das damalige Betriebssystem TouchWiz (was für ein Name!). Heute, elf Jahre später, fühlt sich das Betriebssystem One UI 7 richtig rund an und wirkt im Gegensatz zu den drei S25-Smartphones wie ein echtes Upgrade.
Warum, erfahrt ihr jetzt.
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- Look and Feel: Neues Leben für euer Galaxy-Handy
- Die Now Bar und Live Benachrichtigungen ergänzen das OS sinnvoll
- Die Kamera-App wurde mit One UI 7 aufgebohrt
- Einstellungen suchen leicht gemacht
- One UI 7: Nicht alles wurde fertig gekocht
Look and Feel: Neues Leben für euer Galaxy-Handy
Nicht falsch verstehen: Mit One UI 4, 5 und 6 gab es bereits sinnvolle Verbesserungen für Smartphones. Seitdem verfolgt das Betriebssystem zum Beispiel die Philosophie, einen Großteil der Menüs mit nur einer Hand steuern zu können, egal wie groß und breit das Gerät in der Handfläche liegt.
Mit One UI 7 hat der Hersteller allerdings an einer Stellschraube gedreht, die mir sofort aufgefallen ist: den Animationen. Man mag die Stirn runzeln und ich bin selbst überrascht, wie fließende Übergänge und kleine Details für einen Hauch von Euphorie und ein insgesamt besseres »Erlebnis« sorgen.
Apps, Widgets und Fenster öffnen und schließen sich geschmeidig, nichts wirkt hakelig, was in der Vergangenheit gerne kritisiert wurde. Samsung hat sich die Stärken von iOS zu eigen gemacht.
Aber die Animationen sind nicht das Einzige, was die Benutzererfahrung mit One UI 7 so viel besser macht. Neben der optischen Anpassung der Schnelleinstellungen (auch Quick Panel
genannt) kann ich diese in der neuesten Betriebssystemversion nach meinen eigenen Wünschen gestalten.
- Den Button für WLAN und Bluetooth schiebe ich wahlweise ganz nach unten.
- Außerdem lässt mir Samsung die Wahl, ob Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen getrennt oder gemeinsam (wie in One UI 6) dargestellt werden sollen.
- Bei der (von mir bevorzugten) getrennten Darstellung wische ich nach unten, um alle Benachrichtigungen zu sehen. Ein Wisch von der rechten, oberen Bildschirmecke nach unten öffnet die Schnelleinstellungen.
Es entsteht das schöne Gefühl, dass One UI 7 mir alle Optionen offen hält. Wie ich mich auch entscheide, es dient meinen persönlichen Vorlieben. So kann ich zum Beispiel bestimmen, ob der App Drawer (das Menü mit allen Apps) vertikal oder horizontal angezeigt wird.
Die Now Bar und Live Benachrichtigungen ergänzen das OS sinnvoll
Samsung spickt bei Apple und umgekehrt. Ich finde das super, schließlich profitieren wir im besten Fall davon. Samsung integriert in der neuesten Version Live-Aktivitäten, pardon, Live-Benachrichtigungen.
Aktive Timer, Musik, Samsung Health, Maps oder Sport von Google und mehr kleben zum einen links oben in der Ecke. Zum anderen sind sie auf dem Sperrbildschirm mit einer prominenten Schaltfläche sichtbar.
Tippt man auf den Button oben links, öffnet sich ein Pop-up für die App. Das alles spart Zeit und erleichtert die Bedienung und verbessert die Übersicht enorm. Gerne darf Samsung weitere Drittanbieter-Apps für dieses Feature einschließen.
Die Kamera-App wurde mit One UI 7 aufgebohrt
Ein Highlight von One UI 7 ist die neue Kamera-App, die sich sogar auf dem Galaxy S25 Ultra quasi mit einer Hand bedienen lässt. Dafür sind die meisten Einstellungen vom oberen Bildschirmrand nach unten gewandert.
- Die Kameraoptionen verstecken sich nun hinter dem Button mit den vier Punkten. Darüber kann ich die Auflösung, den Timer, das Seitenverhältnis, die neuen Filter und mehr einstellen.
- Ganz unten befinden sich auch die Kameramodi wie Video, Zeitlupe, Pro-Video und vieles mehr. Wie in One UI 6 kann die Leiste nach Belieben angepasst werden.
- Hilfreich ist zudem die gelbe Markierung oben rechts, abhängig vom jeweiligen Kameramodus. So zeigt das System prominent an, ob gerade in HDR, RAW oder LOG aufgenommen wird. Wobei das LOG-Profil schon vom Bild her ins Auge fällt.
Einstellungen suchen leicht gemacht
Im Vorfeld ist mir eine Neuerung besonders aufgefallen. In den Einstellungen kann man nach Optionen mit Beschreibungen wie »Mein Display ist viel zu dunkel« suchen. Zack: One UI spuckt die entsprechenden Schalter aus, um die Displayhelligkeit zu regulieren.
Jetzt kann ich definitiv sagen: Samsung löst mit One UI 7 eines der für mich nervigsten Smartphone-Probleme. Warum das so ist?
Die Vielfalt an Funktionen und Möglichkeiten von Smartphones ist mittlerweile so groß, dass selbst Smartphone-Experten nicht mehr wissen, wo sie noch die eine wichtige Option finden.
Die Hersteller machen es einem nicht leicht. So versteckt Apple die Option zur automatischen Helligkeitsanpassung unter den Bedienungshilfen statt im logischen Menü »Display & Helligkeit«.
Die Suchfunktion hilft ohne das Schlagwort auch nicht weiter, wie ich in meiner Kolumne zu dem Thema schon ausführlich beschrieben habe.
One UI 7: Nicht alles wurde fertig gekocht
Natürlich hat es sich Samsung nicht nehmen lassen, im Rahmen von Galaxy AI weitere Funktionen zu spendieren und das Betriebssystem entsprechend darauf auszurichten. Kollege Marinus ist von einer Neuerung sehr angetan.
Die KI-gestützten Features sind aber nicht das, was One UI zumindest für mich ausmacht. Zumal sich eine der für mich spannendsten Funktionen im Nachhinein als Enttäuschung herausstellt: Now Brief.
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Now Brief: Das kann die Galaxy S25-exklusive KI-Funktion
Was genau verbirgt sich hinter dieser Funktion? Die Idee: eine morgendliche oder abendliche Übersicht über personalisierte Themenbereiche wie Nachrichten, Wetter, Musikvorschläge, Verkehrsmeldungen und mehr.
Im Moment bekomme ich allerdings nur Wetter und Spotify-Playlist-Vorschläge angezeigt, die selten meinen Geschmack treffen. Nachrichten werden mir trotz Aktivierung gar nicht vorgeschlagen.
Vielleicht bin ich nicht die Zielgruppe, und für Menschen, die auf Verkehrsmeldungen und Wetter angewiesen sind, kann das Tool eine willkommene Unterstützung sein. Allerdings benötigt man dafür wohl bis auf Weiteres ein Smartphone der Galaxy S25-Serie.
Hoffnung gibt es trotzdem: Der südkoreanische Hersteller ist dafür bekannt, einige Neuerungen früher oder später auf älteren Geräten zu veröffentlichen.
Insgesamt gehört One UI 7 für mich zu eines der besten Updates in der Geschichte von Samsung. In sich wirkt es mit dem Feinschliff abgeschlossen.
Apps haben sinnvolle Optimierungen erhalten, es gibt Quality of Life-Verbesserungen und die Suche nach Optionen wird stark vereinfacht.
Jetzt muss Samsung nur noch die letzte Version für ältere Geräte fertigstellen.
Was haltet ihr von One UI 7? Habt ihr ein Galaxy S25 gekauft? Was haltet ihr von Now Brief? Schreibt uns eure Erfahrungen in die Kommentare unten!

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