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Serious Sam 4 verpasst im Test seine große Chance

Serious Sam ist zurück und bietet altbewährtes Gameplay mit völlig übertriebenen Waffen und abartig riesigen Gegnerhorden. Das ist nicht originell oder gar revolutionär, aber verdammt spaßig.

von Sascha Penzhorn,
24.09.2020 15:00 Uhr

Serious Sam 4: Im neuen Trailer wird der Vatikan im Papstmobil aufgeräumt 1:52 Serious Sam 4: Im neuen Trailer wird der Vatikan im Papstmobil aufgeräumt

»AAAAAAAAAAAAH!« Ein Kamikaze-Kopfloser rennt im Affentempo auf uns zu. Den blasen wir mit der Schrotflinte weg, darauf vergeht er in einer gewaltigen Explosion. Kurze Zeit später taucht noch einer auf. Dann zehn, zwanzig, fünfzig … hundert!

Wir zücken eine zweite Schrotflinte und ballern in Stereo in die Horde. Das funktioniert so lange, bis eine ganze Herde Werbullen auftaucht, um uns niederzutrampeln. Außerdem gut 50 Drohnen, drei vierarmige Riesenechsen im Godzilla-Format, ein Rudel Scharfschützen und ein paar fliegende Gehirne.

Jetzt wird es Zeit für die Minigun, während wir um die Monstermassen kreisen. Falls das nicht ausreicht, haben wir noch ein letztes Ass im Ärmel: Ein tragbares schwarzes Loch.

Die Systemanforderungen sind erstaunlich hoch   59     1

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Die Systemanforderungen sind erstaunlich hoch

Alte Stärken

Auch im neuesten Teil der Reihe erfindet sich Serious Sam nicht neu, sondern spielt sich immer noch genauso, wie ihr es in Erinnerung habt. Absolut riesige Massen blutrünstiger Monster greifen aus sämtlichen Himmelsrichtungen an und ihr macht sie platt, während ihr sehr viel im Kreis um die Feinde herum oder rückwärts davonlauft.

Anfangs hantiert ihr zu diesem Zweck noch mit Pistole, Schrotflinte und Sturmgewehr, im späteren Spielverlauf verschießt ihr dann zielsuchende Raketen, feuert Mini-Atombomben ab oder zerlegt Feinde mit der neuen automatischen Schrotflinte.

Über Skillpoints schaltet ihr mächtige neue Fähigkeiten frei und führt dann beispielsweise zwei Waffen gleichzeitig, besiegt auch große Gegner mit einer einzigen Nahkampfattacke oder macht bestimmte Gegner vorübergehend zu einem Reittier, mit dem ihr in die Schlacht trampelt.

Knarren Akimbo führen? Oder doch lieber auf Aliens reiten? Über Sams Talentbaum passt ihr die Fähigkeiten der Hauptfigur an. Knarren Akimbo führen? Oder doch lieber auf Aliens reiten? Über Sams Talentbaum passt ihr die Fähigkeiten der Hauptfigur an.

Auf den höheren Schwierigkeitsstufen wird das in Ausnahmefällen schon mal etwas unfair, wenn die Gegnermengen kein Ende zu nehmen scheinen. Über die eine oder andere frustrierende Stelle im Spiel helfen aber großzügige Autosaves und freies Speichern hinweg.

Das alles ist herrlich spektakulär, rasend schnell und sehr spaßig, wenn man auf extreme Ballerorgien steht. Die Action steht hier ganz klar im Vordergrund. Darum bestehen die Level in den ersten beiden Dritteln des Spiels auch größtenteils aus übergroßen Arenen, die durch kurze Korridore verbunden sind. Wenn ihr plötzlich einen riesengroßen Park betretet, in dessen Mitte einige Power-Ups herumliegen, wisst ihr ganz genau, was hier gleich passiert. Komplett »schlauchig« sind die Level aber trotzdem nie.

Überall gibt es versteckte Passagen mit Fallen, Ausrüstung und Easter Eggs, wenn ihr euch die Mühe macht, nach ihnen zu suchen. Zudem haben sämtliche Level optionale Nebenmissionen, in denen ihr ein paar zusätzliche Goodies abstaubt und noch viel mehr Gegner wegbratzt.

Gegen Spielende gibt es dann auch mal völlig offene, weitläufige Level, in denen ihr große Strecken im Mech, auf dem Motorrad oder im Mähdrescher zurücklegt.

Serious Sam 4 hat ein Optionsmenü, von dem wir in anderen Spielen nur träumen. Serious Sam 4 hat ein Optionsmenü, von dem wir in anderen Spielen nur träumen.

Die Technik
Serious Sam 4 hat ein sehr detailliertes Optionsmenü für die Grafikeinstellungen, unterteilt in Einstellungen, die vor allem euren Prozessor belasten und Settings, die eure Grafikkarte ansprechen. Spiegelungen, Ragdolls, Schattenwürfe, Beleuchtung, Parallax-Mapping, DX11, DX12, Vulkan und unzählige weitere Einstellungen lassen euch alles bis ins kleinste Detail von Hand anpassen.

Wer das zu kompliziert findet, kann natürlich auch die üblichen Voreinstellungen von »Niedrig« bis »Ultra« verwenden. Zudem gibt es einen Regler für das Sichtfeld, Einstellungen für Blut, Head-Bobbing, eure bevorzugte Kameraperspektive, Farbkorrekturen, HUD-Skalierungen und so fort - ein derart detailliertes Optionsmenü wünschen wir uns für alle Spiele auf dem PC.

Bei aller Begeisterung für die unzähligen Einstellungsmöglichkeiten wird Serious Sam 4 aber nie zur totalen Grafikbombe. Das Spiel ist keinesfalls hässlich, die übergroßen Schlachten sind ausgesprochen sehenswert und laufen überwiegend butterweich.

Moderne Raytracing-Effekte und ähnlich atemberaubende Features sucht ihr hier aber vergeblich. Trotzdem gibt es immer wieder ein paar schicke Landschaften und richtig episch inszenierte Bosskämpfe. Die Optik ist nicht wunderschön, aber zweckmäßig.

Beim Test fielen uns auch kleinere technische Macken auf. So lief das Spiel hervorragend in DirectX 11 und DirectX 12, Vulkan sorgte auf einem unserer Testsysteme allerdings für Texturflimmern und einen Absturz.

Auf einem anderen Testrechner gab es derlei Probleme unter Vulkan nicht, dafür setzte V-Sync aus, was unter DirectX kein Problem war. Voraussichtlich werdet ihr ein wenig mit den API-Einstellungen experimentieren müssen, um das ideale Setting für euer System zu finden.

Am schönsten im Koop

Richtig spaßig wird die Action, wenn ihr bis zu drei Freunde in eine Partie einladet und gemeinsam Aliens vernichtet. Neben den fünf wählbaren Schwierigkeitsgraden aus dem Singleplayer habt ihr hier auch Einstellungen für zusätzliche und stärkere Monster, Optionen auf unendliche Munition und Spieler-Respawns, sowie die Kontrolle über freundliches Feuer und über Pickups für Leben und Rüstung.

Über dieses sehr komfortable Menü passt ihr euer Spielerlebnis genau an eure Vorzüge an. Dann spielt ihr kooperativ dieselben Level und erlebt dieselben Kämpfe und Zwischensequenzen wie in der Solo-Kampagne. Das hat in unserem Test absolut reibungslos funktioniert und steigerte den Spielspaß enorm. Mit Freunden ballert es sich einfach schöner.

Screenshots werden der Action kaum gerecht. So sieht es aus, wenn ihr einen Gegner mit der Schrotflinte erledigt. Screenshots werden der Action kaum gerecht. So sieht es aus, wenn ihr einen Gegner mit der Schrotflinte erledigt.

Der Heilige Gral

Einen tieferen Sinn solltet ihr dabei natürlich nicht erwarten. Wegen seiner Story werdet ihr Serious Sam 4 nämlich eher nicht spielen. Ihr steckt wieder einmal mitten in der Alien-Invasion gegen die Erde unter Erzfiesling Mental. Um ihn aufzuhalten, begebt ihr euch zum Vatikan auf der Suche nach dem Heiligen Gral.

Klingt ganz witzig, erzählt wird das aber durch überwiegend lahme und hölzern animierte Zwischensequenzen mit schwachen Nebenfiguren, die so eindimensional und öde sind, dass ihr die obligatorischen »überraschenden« Tode bestimmter Charaktere mit einem Achselzucken hinnehmt.

Regelmäßige Zwischensequenzen erzählen eine mäßige Story mit vielen schwachen, farblosen Charakteren. Regelmäßige Zwischensequenzen erzählen eine mäßige Story mit vielen schwachen, farblosen Charakteren.

Dazu gibt es haufenweise herrlich behämmerte Oneliner und Flachwitze, den Wilhelm Scream und ein paar witzige Anspielungen und Easter Eggs. Da verschmerzt man auch die schwache Story, denn die stand in der Reihe ohnehin nie groß im Vordergrund.

Ui, toll! Wir haben eine geheime Falle entdeckt und werden gleich von unzähligen Kamikazebombern überrannt! Ui, toll! Wir haben eine geheime Falle entdeckt und werden gleich von unzähligen Kamikazebombern überrannt!

Secrets und Easter Eggs
In Serious Sam 4 seid ihr nie weit von der Action entfernt. Zu keinem Zeitpunkt im Spiel habt ihr mehr als zwei Wegpunkte auf dem Bildschirm: Einen für euer Hauptziel und einen für optionale Nebenmissionen. Die führen euch auf dem schnellstmöglichen Weg durch die Level, ohne dass ihr euch zwischendrin verlauft oder stundenlang nach irgendwelchen Keycards sucht.

Dennoch werdet ihr belohnt, wenn ihr euch die Zeit nehmt, eure Umgebungen etwas genauer zu untersuchen. Überall gibt es versteckte Goodies, von zusätzlicher Munition bis zu übermächtigen Gadgets, die besonders schwere Auseinandersetzungen deutlich leichter machen. Manchmal wartet auch einfach nur ein Easter Egg, beispielsweise in Form von Dracula, der einen leicht abgewandelten Spruch aus Castlevania aufsagt.

Fan-Service

Serious Sam 4 ist nicht innovativ, aber spaßig. In 15 teils sehr großen Levels mit unzähligen versteckten Secrets werdet ihr für rund zehn Stunden gut unterhalten, bekommt einen absoluten Killer-Soundtrack, ein Flachwitze-Sperrfeuer und übergroße, abgedrehte Schlachten gegen endlos riesige Horden von Aliens.

Die Mech-Sequenzen gehören zu den Highlights im Spiel. Die Mech-Sequenzen gehören zu den Highlights im Spiel.

Falls ihr an früheren Teilen der Reihe Spaß hattet, könnt ihr hier bedenkenlos zugreifen. Ganz besonders mit Freunden im Multiplayer macht das Teil ordentlich Laune.

Wer Serious Sam schon immer eine Ecke zu stumpf fand, wird aber auch mit dem neuesten Teil der Reihe nicht glücklich. Da reißen auch ein paar neue Monster und Waffen zusätzlich zu den altbewährten Inhalten der Reihe nichts raus.

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