Videospiele mutieren gerne zum Streitthema in vielen Familien. Sie werden als Zeitverschwendung abgestempelt und viele Kinder müssen sich mit stark eingeschränkter Gaming-Zeit zufriedengeben. So auch YouTuber Babe1Babe2, der in seiner Kindheit nur eine Stunde am Tag zocken durfte.
Die Begründung dafür fällt simpel aus: Zocken war für seine Eltern bloße vertane Zeit, die im schlimmsten Fall sogar dümmer macht. Etwas, das Babe1Babe2 nie wirklich verstand, da Filme oder andere Aktivitäten, die hauptsächlich der Unterhaltung dienen, bei ihm zu Hause nie über den gleichen Kamm geschert wurden.
Um das Gegenteil zu beweisen, wagt er 20 Jahre später deshalb ein Experiment mit seinem Vater. Er drückt dem 69-Jährigen einen Xbox-Controller in die Hand und setzt ihm Dark Souls vor, bekanntermaßen eines der schwersten Spiele überhaupt. Daraus entwächst eine neun Monate lange, intensive Reise, die er auf YouTube mit seiner Community teilt.
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Die ersten Schritte von Gigadad
- woran der Spiele-Anfänger zu knabbern hatte
Zunächst scheitert der 69-Jährige überhaupt nicht an den Bossen oder Kämpfen. Was für erfahrene Zocker selbstverständlich ist, stellt ihn vor knackige Herausforderungen. Angefangen mit der Steuerung – das freie Laufen und separate justieren der Kamera bereitet ihm Kopfschmerzen.
Ist dieses Problem überwunden, muss er als nächstes Ressourcen wie Ausdauer und Gesundheit verstehen lernen. Anfangs rennt der frischgebackene Gamer nämlich immer auf Gegner zu und prügelt auf sie ein, ohne Stamina- und Gesundheitsleiste überhaupt zu bemerken. Heilflaschen benutzt er auch nicht. Dank der liebenvollen Hinweise seines Sohnes lernt er aber Schritt für Schritt die Regeln von Dark Souls kennen und verstehen.
PLUS
8:46
Das Geheimnis hinter Dark Souls - Sterben ist Pflicht - Sterben ist Pflicht
Wie Spielen verbindet
Was er dabei alles lernt, überrascht und bewegt den Vater sichtlich zutiefst. Zunächst zieht er eine Parallele zu seiner Arbeit. Auch dort sei er ein einsamer Wolf, der Dinge anpacke und alleine schaffe. So erlebt er auch Dark Souls.
Er überwindet ganz auf sich gestellt eine scheinbar unmögliche Herausforderung nach der anderen und wird mit einem unvergleichlichen Triumphgefühl belohnt. Ich habe das getan, ich habe es geschafft
, betont er im Video immer wieder lächelnd.
Er versteht so langsam, warum sein Sohn ihm das Spielen näherbringen wollte oder warum andere ihm zuschauen und generell Let's Plays konsumieren. Auch er holt bei einem Bosskampf seine Frau dazu. Sein Sohn fragt neugierig nach und der Vater erklärt, dass es ihm wahrscheinlich genauso wie ihm ging, als er das Experiment ins Leben rief.
Er hatte so viel Zeit mit dem Spiel verbracht, dass es ihm viel bedeutete, das Erlebnis mit seiner Frau zu teilen. Schmunzelnd gibt er zu, dass er ihr auch zuschauen würde, sollte sie sich selbst an das knifflige FromSoftware-Spiel wagen.
Respekt und Zuhören: Warum Gaming trotzdem nur Nebensache ist
Spielen auf diese Art war für ihn ein völlig neues Konzept von Unterhaltung, weil man bei allen anderen Medien nur Konsument ist, kein Teilnehmer. Obwohl er das Hobby nun besser verstehen und schätzen kann, hat er den Schritt aber vor allem für seinen Sohn gewagt.
Die für ihn wichtigste Lektion hat deshalb weniger mit Dark Souls oder Gaming zu tun und mehr mit seiner Familie:
Ich habe es getan, weil ich dich liebe. Wenn du jemandem nahe sein willst, überzeugst du ihn nicht, das zu tun, was du willst. Du gehst hin und tust, was diese Person will. Du hast mich darum gebeten und ich fühle mich sehr geehrt. Ich hätte nie gedacht, dass du das fragen würdest, weil ich Videospiele so lange nicht ausstehen konnte. Ich wollte überhaupt nicht mehr über sie lernen. Aber ich wollte dich kennenlernen. Und letztlich habe ich beides erreicht.
Das Experiment ist also vor allem eine Möglichkeit, seinen Sohn besser zu verstehen und ihm durch etwas, das er liebt, nahe zu sein. Der Gamer Dad
hat Dark Souls übrigens tatsächlich ganz durchgespielt. Nach beeindruckenden 1.400 Toden bezwingt er schließlich Endboss Gwyn und schafft damit, woran sich viele aktive Spieler immer noch regelmäßig die Zähne ausbeißen.
Würdet ihr so ein Experiment mit euren Eltern wagen? Welches Spiel würdet ihr ihnen vorsetzen und warum? Schreibt es uns in die Kommentare!
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