Man möchte es kaum glauben, doch die Markteinführung der PlayStation 2 ist mittlerweile über 25 Jahre her. Die zweite Generation von Sonys Heimkonsole ermöglichte eine für damalige Standards nie dagewesene Grafik-Qualität. Aus heutiger Sicht erinnert die Grafik vieler Spiele von damals zwar nur noch an Pixelbrei, doch bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes feierte mit Le Vertige
jüngst ein Film Premiere, der den Grafikstil genau dieser Zeit adaptiert.
Und das Allerbeste: Keiner der Beteiligten hat zuvor jemals einen Animationsfilm gemacht. Der kreative Kopf hinter dem 67-minütigen Werk ist der französische Regisseur Quentin Dupieux. Filmfans dürften den eigenwilligen Filmemacher durch Comedy-Projekte wie den Reifen-Horrorfilm Rubber kennen.
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Die grobschlächtige Polygon-Optik wählte Dupieux für seinen neuen Film aus einem bestimmten erzählerischen Grund: Die Handlung dreht sich um Charaktere, die plötzlich erkennen, dass sie in einer riesigen Computersimulation leben.
Dupieux nennt dabei konkret den Open-World-Hit GTA: Vice City als visuelle Inspirationsquelle. Die Grafikfehler und eckigen Texturen sollen das gewünschte Gefühl einer künstlichen Welt vermitteln. Einen ersten Eindruck vom Film könnt ihr euch im oben eingebundenen Trailer verschafffen.
Für die Umsetzung geht Dupieux einen ungewöhnlichen Weg: Er nahm lediglich die Stimmen bekannter französischer Schauspielstars wie Alain Chabat oder Anaïs Demoustier auf und schickte die Darsteller dann gleich wieder nach Hause. Die Arbeit am restlichen Film übergab der Regisseur an ein kleines Team aus fünf frischgebackenen Absolventen der renommierten Pariser Kunsthochschule Les Gobelins.
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Das GTA-Trilogy Update ist gut, aber viel spannender ist der Grund dafür…
Die Neulinge, die bislang keine Erfahrung mit Animationsfilmen gesammelt hatten, nutzten die kostenlose 3D-Software Blender für den Aufbau der digitalen Kulissen. Die virtuelle Kamera lässt sich darin wie an einem echten Filmset platzieren.
Zur Umsetzung der Bewegungen nutzte das Team kein teures Motion-Capturing, sondern eine billige App fürs iPhone. Dadurch sehen die Bewegungen der Figuren ungelenk aus; Hände clippen durch Gegenstände; Figuren haben teils zu viele Finger. Aber Regisseur Dupieux liebt dieses Ergebnis: Es ist etwas klobig, es gibt Bugs, und genau das wollte ich erschaffen. Etwas Zerbrechliches und Berührendes.
Le Vertige feierte als Abschlussfilm der Directors' Fortnight in Cannes seine Premiere und startet am 10. Juni 2026 in den französischen Kinos. Regisseur Dupieux plant übrigens schon den nächsten logischen Schritt: Er möchte eine Fortsetzung drehen. Ganz im Stil echter Spielereihen bekommt der zweite Teil dann eine minimal verbesserte Grafik. Mehr Entertainment-News findet ihr in der obigen Linkbox.
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