Es gibt Dinge, die man im Laufe seines Berufslebens in die Hände bekommt, die schnell ihre eigentliche Bedeutung verlieren - und die man trotzdem nicht wegwerfen kann. Etwa der von Doug Lombardi ausgefüllte Versandzettel des ersten Counter-Strike: Condition Zero, weil er mich immer wieder zum Lachen bringt. Dass Valve diesen Murks ernsthaft verschickt hat, ist mir heute noch genauso schleierhaft wie damals.
Oder das Testmuster von Operation Flashpoint, einfach, weil es das Testmuster von Operation Flashpoint ist. Oder diesen uralten Fünf-Hrywen-Schein, der von der Taxifahrt mitten in der Nacht zurück zum Flughafen Boryspil übriggeblieben ist. Weil er mich an meine bis dato bizarrste und gleichzeitig interessanteste Dienstreise erinnert. Die fand im Frühling 2003 statt und führte mich nach Kiew.
Es wird vielleicht allgemein angenommen, dass Spielejournalisten, die ständig durch die Weltgeschichte jetten, mit allen Wassern gewaschen sind und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Schon gar nicht durch eine jobbedingte Reise. Nun treibt es uns aber im Regelfall in die USA, nach England, zuweilen auch mal nach Japan.
Mit das Exotischste, was ein Mensch meiner Zunft im Laufe seiner Karriere erleben kann, ist die Pariser Innenstadt, wo sich viele Menschen selbst im Jahre 2017 noch beharrlich weigern, Englisch zu sprechen, auch wenn sie's eigentlich könnten. Selten (bis nie) verschlägt es uns in Länder, in denen wir uns lediglich mit einem verschwindend geringen Teil der Bevölkerung verständigen können - und dann auch nicht allein.

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