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Seite 2: Star Wars: Episode 2 - Angriff der Klonkrieger - Möge die Macht es besser machen

Geduldig er nicht ist

Wer bereits bei Episode 1 eine Störung der Macht wahrgenommen hat, kann auf seine Jedi-Sinne vertrauen, denn Lucas' Kugelschreiber ist auch im Nachfolger nicht mächtiger als ein Lichtschwert. Harrison Fords Worte anlässlich der Dreharbeiten zur ersten Trilogie: "Diesen Mist kann man schreiben, George, aber ganz sicher nicht sprechen", behalten auch für Angriff der Klonkrieger ihre Gültigkeit. Zu oft wirken die Dialoge wie ein unliebsames Beiwerk, das Lucas wohl lieber durch eine prächtige Explosion oder andere Pixelansammlungen ersetzen würde. Ob Kanzler Palpatine vor dem Kongress die demokratischen Werte beschwört oder "Bring den Müll runter" gesagt hätte, wäre angesichts der an den Tag gelegten Ausdrucksstärke irrelevant.

In einem verborgenen Hangar auf Geonosis stellen sich Obi Wan und Anakin dem Intriganten Graf Dooku In einem verborgenen Hangar auf Geonosis stellen sich Obi Wan und Anakin dem Intriganten Graf Dooku

Obi-Wan-Darsteller McGregor macht stellenweise den Eindruck, als hätte er während der Star-Wars-Dreharbeiten für Trainspotting 2 geübt -- Charakterrollen zählen sonst zu seinen Stärken, doch hier wirkt er lustlos und irritiert. Nur teilweise erinnern die Konversationen an die besten Tage von Star Wars: "Eure Klone sind sehr beeindruckend", gibt ein gewollt betäubter und verwirrt wirkender Obi Wan von sich, während unser Jung-Jedi seine Herzensdame mit "Mylady" anspricht - so etwas erfreut die Star-Wars-Zielgruppe. Von der Liebe zwischen Anakin und Padmé war im Vorfeld die Rede, doch mit großen Gefühlen hat Lucas schon immer seine Problemchen gehabt. Wir erinnern uns, auf Prinzessin Leias (Carrie Fisher) schmachtendes "Ich liebe dich", entgegnete Paradeschuft Solo (Harrison Ford) ein drehbuchgetreues "Ich weiß".

Der Mann, der einst Carrie Fishers wippenden Busen mit Klebeband in den Ruhezustand versetzen ließ, schickt sich also an, eine leidenschaftliche Romanze zu inszenieren. Erfolglos, denn jenes Unterfangen hätte Zeit erfordert, die stattdessen in Knall-&-Peng-Szenen investiert wurde. Ach George, so funktioniert das weder im echten Leben noch auf der Leinwand! Anarcho-Anakins und Polit-Padmés Charaktere sind in der Tat gereift, aber ihre zart knospende und ein paar Minuten später bereits voll erblühte Beziehung ist so packend wie eine Diaabend bei den Nachbarn: er in der Kutte und sie in einem rosa Kleid auf der Terrasse, er in der Kutte und sie in einem schwarzen Kleid auf einer Wiese, er in der Kutte und sie noch einmal im schwarzen Kleid ein Stück weiter links auf der selben Wiese - turtelnd, versteht sich. Für die Vorstellung der Hauptcharaktere und deren Gefühlswelt hat der Film keine Zeit.

Wer findet die Boyband? (Spoiler-Warnung)

Erst bei Obi Wans Ankunft auf dem komplett aus Wasser bestehenden Planeten Kamino entfaltet der Film -- zwar nur kurz, aber immerhin - das so lieb gewonnene Star-Wars-Flair. Die faszinierende Welt der naiv freundlichen Klonexperten entführt den bis zu diesem Punkt überwältigten Zuschauer in ein angenehm unterkühltes Ambiente von schlichter Schönheit - einem Ort der Ruhe, erfüllt von Weisheit. Fern ab jeglicher Zivilisation basteln die eigentümlich charmanten Kaminoianer an einem nach dem Vorbild von Kopfgeldjäger Jango Fett geklonten Kriegerheer.

100% echte Pixel: Im Raumhafen des Stadtplaneten Coruscants legen die Fracht- und Transportschiffe an, mit denen auch Anakin und Padmé reisen müssen. 100% echte Pixel: Im Raumhafen des Stadtplaneten Coruscants legen die Fracht- und Transportschiffe an, mit denen auch Anakin und Padmé reisen müssen.

Diese von menschlichen Unvollkommenheiten bereinigten Killermaschinen bestreiten die große Massenschlacht auf Geonosis - quasi ein Klonkrieg light, größentechnisch irgendwo zwischen "Herr der Ringe" und "Braveheart" einzuordnen. In der kurz davor stattfindenden Gruppenkeilerei zwischen Hunderten Jedis und den Einheiten der Separatistenbewegung geht es ähnlich hektisch zu, wie beim Karstadt-Sommerschlussverkauf - selbst wenn N'Sync ihr komplettes Album in diesem vor Moral und Edelmut triefenden Filmabschnitt zum Besten gegeben hätten, wäre es nicht weiter aufgefallen. Lobende Erwähnung sollte die einzige Raumschlacht des Films, zwischen Obi Wan und Jango Fett feat. Sohn Boba, finden. Intelligent, spannend und brillant in Szene gesetzt - aber diese drei Eigenschaften treffen, die ständige Hetzerei außer Acht gelassen, auf nahezu ausnahmslos jede Action-Sequenz des Streifens zu.

Kopfzerbrechen bereitet mir noch immer Lucas' Gewichtung der Hauptcharaktere, von denen nur Graf Dooku einen charismatischen und glaubwürdigen Eindruck hinterlassen konnte. Meine größte Wertschätzung hat Star Wars bislang für die Schauspieler bekommen, die in ihren Rollen authentisch wirkten - so als würde sie wirklich interessieren, was sie da von sich geben. In der Tat scheint das in Episode 1 erstmals genutzte Blue-Screen-Acting mit nicht-existenten Kreaturen und Umgebungen erneut sein Opfer zu fordern. Obi Wan schielt gelegentlich an Meister Yoda vorbei oder guck in die Luft, anstatt auf ein irrsinnig blutrünstiges Vieh (Gefahrenklasse Rancor), das knapp zwei Meter vor ihm steht.

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