Wie kann Star Wars: Galactic Racer überhaupt möglich sein? Ein inoffizieller Nachfolger des uralten Episode 1 Racer und dessen Fortsetzung Racer Revenge – nach fast 30 Jahren? Ein Rennspiel im Star-Wars-Universum nach so langer Ebbe? Ich dachte immer, die Zeiten hätten sich geändert: Als das erste Episode 1 Racer erschien, kleckerte Lucasarts noch mit Star-Wars-Spielen wie mit Rum-Cola-Bechern in der Dorf-Disse. Wir reden hier von einer Ära, in der Star Wars: The Gungan Frontier grünes Licht bekam.
Heutzutage erscheint mit viel Glück überhaupt noch ein einziges Star-Wars-Spiel pro Jahr. Und 2026 sind es sogar zwei: Zero Company und Galactic Racer!
Ich habe Star Wars: Galactic Racer live auf dem Summer Game Fest schon vor ein paar Wochen ausführlich angespielt und darf nun endlich darüber sprechen. Ich konnte die Kampagne zocken, bin als Sebulba Pod-Rennen gefahren und habe komplett neue Seiten des Rennspiels kennengelernt. Zum Beispiel, dass Galactic Racer ein Roguelite ist. Wer hätt’s gedacht?
Wie funktioniert Star Wars: Galactic Racer?
Galactic Racer besteht aus drei großen Bereichen:
- In der Story-Kampagne spielt ihr die wahlweise männliche oder weibliche Hauptfigur Shade und nehmt an der großen Galaktischen Liga nach Episode 6 teil, um den bösen Widersacher Kestar Bool aus dem Rennen zu kicken. Idealerweise nehmt ihr die Story für keine Sekunde zu ernst. Ich musste beim Anspielen in meine Faust kichern, weil die Dialoge so drüber sind. Aber hey, es ist ein Rennspiel, das passt schon.
- In den Arcade-Szenarien und -Herausforderungen steckt euch das Spiel in ein ganz bestimmtes Cockpit – zum Beispiel Sebulbas Pod Racer – und lässt euch Zielen nachjagen.
- Im Multiplayer – und jetzt haltet euch fest – spielt ihr gegen andere Leute. Leider gibt’s keinen Couch-Koop, ihr müsst also online fahren.
Ausprobiert habe ich vor allem die Kampagne mit ihrer … sehr eigenwilligen Struktur.
9:10
STAR WARS: Galactic Racer - Vorschau-Video: Pod-Racing ist zurück und anders als erwartet!
Galactic Racer ist nämlich ein Roguelite: Als Shade startet ihr auf dem Wüstenplaneten Jakku und müsst euch Rennen für Rennen eine Karriereleiter hinauffahren. Oft entscheide ich selbst, welches Event es sein soll: Fahre ich lieber ein Zeitrennen oder trete in einem simplen Rundkurs gegen andere Fahrerinnen und Fahrer an?
Mit genügend Events in der Tasche geht’s dann irgendwann zum nächsten Planeten, um auch dort die Leiter zu erklimmen. Eine Handvoll Planeten kann ich bereits bestätigen: Falls ihr nach Jakku mehr Wüste wollt, reist doch nach Tatooine. Auf Kantaana gibt’s Lava und Dschungel, auf Ando Prime Eis und der Sitz der Galaktischen Liga – Derven Acos – lässt sich auch bereisen. Außerdem habe ich einen weiteren sehr bekannten Star-Wars-Planeten befahren, den ich euch aus Spoiler-Gründen allerdings nicht verraten darf. Ätsch bätsch.
Ihr müsst ein Rennen nicht zwangsläufig gewinnen, um im Rang aufzusteigen. Dann gibt’s bloß weniger Belohnungskrams, der sich wiederum in Upgrade-Krams investieren lässt, also zusätzliche Driftpräzision, Beschleunigung und so weiter. Zerschellt euer Flitzer aber in 1.000 Teile, weil euch irgendein Otto in den Abgrund rammt, dann heißt es Game Over.
Roguelite-typisch lassen sich einige Upgrades dauerhaft behalten, aber abseits davon müsst ihr wieder ganz von vorne anfangen. Ob sich daraus eine motivierende Schleife ergibt, kann ich logischerweise noch nicht einschätzen, aber zumindest finde ich die Idee eines Roguelite-Racers ziemlich interessant.
Wie fährt sich das denn jetzt?
Doch das ganze Drumherum spielt letztlich keine Rolle, wenn sich die Rennen selbst nicht gut fahren, also reden wir mal übers Gameplay!
Galactic Racer will nicht einfach Episode 1 Racer 2.0 sein, deshalb seid ihr im Spiel vergleichsweise selten in den berühmten Pod Racern unterwegs. Stattdessen gibt euch das Spiel drei neue Fahrzeugklassen an die Hand:
- Die Landspeeder kennt ihr aus zahlreichen Filmen, das Star-Wars-Äquivalent unserer Autos: schwere, schwebende Karossen, die im Fall von Galactic Racer als Spezialfertigkeit um Ecken driften können.
- Das Gegenteil davon sind Speeder Bikes, kleine, wendige Düsenmotorräder (ohne Räder), mit denen ihr jede Kurve durch Gewichtsverlagerung enorm präzise nehmen könnt.
- Die neuen Skim Speeders liegen irgendwo zwischen Landspeeder und Speeder Bike und wirken am ehesten wie eine technische Weiterentwicklung der alten Pod Racer. Wenn sie sich in die Kurve legen, steht die Front senkrecht und ihr düst quasi auf Messers Schneide.
Für welche Fahrzeugklasse ihr euch auch immer entscheidet: Galactic Racer geht (ähnlich wie damals Episode 1 Racer) unheimlich gut von der Hand. Ihr heizt mit eurem Power-Antrieb über den heißen Wüstensand Jakkus, schlängelt euch durch Gebirgsschluchten, kleine Höhlen und Schanzen und wägt wie im Klassiker sekundenschnell ab: Wähle ich die schnelle, aber gefährliche Route oder nehme ich den sicheren Weg außen rum?
Wenn ich an der Wand zerklatsche, ist das Spiel nicht automatisch vorbei, aber mein Gefährt nimmt immer weiter Schaden, bis es irgendwann explodiert.
Damit das nicht passiert, habe ich abseits von Fahrgeschick ein paar Asse im Ärmel, die ich frei austauschen und anpassen kann: Mit meinem Rammsporn-Boost pflüge ich zusätzlich zu meinem regulären Turbo besonders zielstrebig durch die Menge. Alternativ entfessle ich bestimmte Schildfertigkeiten und Sebulba hat in seinem Pod Racer sogar eingebaute Flammenwerfer, der alte Schuft.
Generell Sebulba: Das Podrennen auf Tatooine ist ein von der Kampagne ausgelagertes Event, aber es jagt mir so eine Gänsehaut über die Ärmel, endlich wieder am Boonta-Eve-Classic teilzunehmen. Zwar fehlen die schießenden Tusken Raider, aber abseits davon kenne ich jede Kurve noch auswendig. Ich befürchte allerdings, dass diese vereinzelten Podrennen abseits der Kampagne eher ein Gimmick für Fans bleiben werden – hoffentlich überzeugt mich das Spiel vom Gegenteil.
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