Star Wars: Underworld ist die vielleicht spektakulärste TV-Serie im Krieg-der-Sterne-Universum, die wir nie zu sehen bekommen. Das Projekt, das George Lucas höchstpersönlich leitete, gilt nämlich schon seit knapp 15 Jahren als tot.
Rückblickend ist das aber alles andere als verwunderlich. Denn die Star-Wars-Serie war so ambitioniert, dass ihre Kosten jeglichen Rahmen gesprengt hätten. Rick McCallum, seines Zeichens langjähriger Produzent des Sternenkriegs, hat jetzt im Interview mit Young Indy Chroniclers ein paar neue Details zu Underworld geteilt.
Ein wirklich teurer Sternenkrieg
Ihm zufolge sollte die gescheiterte Star-Wars-Serie satte 40 Millionen US-Dollar pro Folge kosten. Laut McCallum waren über 60 Drehbücher für Underworld bereits fertiggestellt. Hätte man alle davon tatsächlich verfilmt, wäre eine finale Summe von 2,4 Milliarden US-Dollar herausgekommen!
Das übersteigt selbst die aktuell teuersten TV-Serien, wie zum Beispiel Die Ringe der Macht 1,6 Milliarden US-Dollar), Andor (eine Milliarde) oder Game of Thrones (879 Millionen)! Außerdem ist bei diesem Vergleich keine Inflation berücksichtigt, die Star Wars: Underworld rückblickend nochmal teurer gemacht hätte.
Ihr könnt euch also wahrscheinlich denken, woran das TV-Projekt von George Lucas gescheitert ist. Schon 2010 wurde die Serie aufgrund von Budgetierungsproblemen auf Eis gelegt.
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Statt Star Wars: Underworld - The Mandalorian sollte 2019 die erste Live-Action-Serie im Krieg-der-Sterne-Universum werden
Die Story von Star Wars: Underworld
Doch worum hätte sich Star Wars Underworld überhaupt gedreht? Hier haben wir die wichtigsten Stichpunkte für euch aufgelistet:
- Die Story sollte sich zwischen Episode 3 - Die Rache der Sith und Episode 4 - Eine neue Hoffnung und damit unter der Herrschaft des Galaktischen Imperiums abspielen.
- Schauplatz wäre Coruscant und primär die unteren Ebenen des Stadtplaneten gewesen, wo Korruption, Kriminalität und Gewalt florieren.
- Rick McCallum beschreibt Star Wars: Underworld als
düster, sexy, brutal und absolut wundervoll
. Für den Krieg der Sterne wäre es also verhältnismäßig rau und freizügig zugegangen. - Da die Serie teilweise noch action-lastiger als die Filme hätte werden sollen, hätte man das Budget auf nicht weniger als 40 Millionen US-Dollar pro Folge reduzieren. McCallum verrät, dass es mit der zu dieser Zeit verfügbaren Technologie schlichtweg nicht günstiger gegangen wäre.
- Um konkrete Story-Details ranken sich primär nur Gerüchte. Es ist aber zumindest bekannt, dass auch Darth Vader hätte auftreten sollen. Ebenso wollte man Imperator Palpatine als sympathischen Protagonist inszenieren, dem von einer skrupellosen Verbrecherin das Herz gebrochen wird.
- Weitere Handlungsstränge sollten zeigen, wie Lando Calrissian den Millennium Falken an Han Solo verliert, wie sich Han und Chewbacca das erste Mal treffen und natürlich wäre auch Boba Fett mit von der Partie gewesen.
Wie hätte Star Wars: Underworld ausgesehen? Ein bisschen Testmaterial geistert übrigens schon seit ein paar Jahren im Netz. Das folgende Video sammelt Aufnahmen der Effektschmiede Stargate Studios. Werft am besten einfach mal selbst einen Blick darauf:
Link zum YouTube-Inhalt
Zumindest Elemente von Star Wars: Underworld sollen im Videospiel The Force Unleashed aufgegriffen worden sein. Apropos Videospiele: Star Wars 1313, das sich um Boba Fett während einer Kopfgeldjagd auf den unteren Ebenen von Coruscant gedreht hätte, sollte sich ebenfalls direkt mit Underworld verknüpfen. Das Projekt wurde aber mit der Schließung von LucasArts ebenfalls eingestampft.
Die erste Live-Action-Serie im Krieg-der-Sterne-Universum startete dann erst 2019 mit The Mandalorian auf Disney Plus. Zu diesem Zeitpunkt hatte George Lucas die Star-Wars-Lizenz natürlich längst verkauft und sich aus der aktiven Entwicklung neuer Sci-Fi-Projekte zurückgezogen. Disney produziert seitdem fleißig neue TV-Produktionen, die bei Fans mal mehr und mal weniger gut ankommen.
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