Die meisten Star-Wars-Fans können sich gut an den ersten Auftritt von Darth Maul erinnern. In Episode 1, Die dunkle Bedrohung, liefert sich der Sith-Schüler mit den beiden Jedi Obi-Wan Kenobi und Qui-Gon Jinn eines der spektakulärsten Lichtschwertduelle aller Zeiten.
An dessen Ende wird der geheimnisvolle Schüler von Darth Sidious allerdings zerhackt und verschwand dann für mehrere Jahre in der Versenkung, bevor ihn George Lucas und Dave Filoni in der Animationsserie The Clone Wars zurückbrachten und ihm eine neue Karriere als Syndikatsboss verpassten. Wie diese Karriere nach dem Ende der Klonkriege vonstattengeht, soll uns nun die neue Serie Maul: Shadow Lord verraten, die seit dem 6. April auf Disney Plus läuft.
Schon in den ersten Folgen wird dabei deutlich: Maul ist nach Klonkriegen von Hass auf seinen ehemaligen Meister zerfressen. Denn Sidious hat seinen ehemaligen Schüler nach der Niederlage gegen Kenobi fallen gelassen und durch einen anderen Schüler (Count Dooku) ersetzt.
Gleichzeitig hat Maul seinem alten Meister viel zu verdanken und kann sich dank der Sith-Ausbildung auch in der finsteren Unterwelt der Star-Wars-Galaxis durchschlagen. Diese Härte ist ein Prinzip, das Maul geformt hat und nun auch bei der Ausbildung seiner eigenen Lehrlinge anwendet.
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Der Imperator als toxische Vaterfigur
Das Verhältnis zwischen Maul und Sidious ist kompliziert: Palpatine rekrutierte den Zabrak-Krieger bereits als Kind auf dem Planeten Dathomir. Er trieb den Jungen erbarmungslos an seine Grenzen und schmiedete ihn zu einer lebenden Waffe. Diese Erlebnisse haben sich tief in Mauls Gedächtnis gebrannt und ihn nachhaltig traumatisiert, verriet Mauls Darsteller und Synchronsprecher Sam Witwer kürzlich in einem Interview mit Polygon:
»Sidious ist die Quelle von [Mauls] Leiden. Aber Sidious war auch sein Meister, seine Vaterfigur.«
Die Ausbildung unter Sidious habe daher auch geprägt, wie Maul selbst andere im Umgang mit der Macht ausbildet. In der Animationsserie The Clone Wars bekamen wir bereits zu sehen, wie Maul das Gelernte an seinen Bruder Savage Opress weitergibt. Er will ihn zum Werkzeug machen, um gemeinsam Palpatine zu stürzen.
Doch dieser Plan scheitert katastrophal. Palpatine wittert einen Rivalen um den Sith-Thron und begibt sich nach Mandalore, um die beiden Zabrak-Brüder auszuschalten. Nach der von Darth Bane aufgestellten Ordensregel kann es nämlich immer nur zwei Sith auf einmal geben: einen Meister und einen Schüler. Da Palpatine zu dieser Zeit bereits über einen neuen Schüler verfügt, tötet er Savage Opress und nutzt den gefangenen Maul, um den Orden der Nachtschwestern auf Dathomir auszulöschen.
Das verstärkt Mauls Hass und zwingt den verstoßenen Schüler zum Umdenken: »Maul versteht, dass er, wenn er so entrüstet und wütend darüber ist, was Sidious ihm angetan hat, potenziell ein besserer Meister für denjenigen sein muss, den er unter seine Fittiche nimmt«, fasst Witwer Mauls neue Motivation zusammen.
Eine neue Schülerin
Genau hier setzt Maul: Shadow Lord an. Ein Jahr nach den Ereignissen von Episode 3 baut Maul auf dem Planeten Janix sein kriminelles Imperium auf. Er sucht einen neuen Lehrling und fasst die junge Twi’lek-Jedi Devon Izara (Gideon Adlon) ins Auge. In ihr erkennt sich Maul offenbar selbst wieder. Devon hat die Order 66 überlebt und ist der Meinung, dass das Schicksal ihr großes Unrecht getan hat.
Maul will Devon daraufhin zu seiner Schülerin machen – und ihr ein besserer Ziehvater sein, als Palpatine es jemals für ihn war. Doch kann ein hasserfüllter Ex-Sith plötzlich Fürsorge zeigen? Sam Witwer hat da Zweifel: »Das Traurige ist, dass Maul nicht viel Übung darin hat, sein Leben auf eine selbstlose Art und Weise zu führen. Er hat darin nicht wirklich Übung und kann insofern keine Unterstützung anbieten.«
Die brutale Sith-Erziehung durch den Imperator hinterließ bei Maul tiefe Narben. Ob er seine alten Verhaltensmuster ablegen kann, bleibt fraglich. »Es wird interessant sein zu sehen, ob er Devon tatsächlich davon überzeugen kann, sein Lehrling zu werden«, sagt Synchronsprecher Sam Witwer. »Wie würde das ablaufen? Ich bin mir nicht sicher.«
Wenn es einer wissen muss, dann Witwer - da sind wir uns wiederum ganz sicher. Allerdings wird der Synchronsprecher wohl den Teufel tun, es uns vor dem Serienfinale von Maul: Shadow Lord zu verraten.
Aktuell sind Maul und Devon jedenfalls noch Feinde. Zudem hat der Syndikatsboss noch allerhand mit anderen Verbrechern zu tun. Und nach Folge vier ist ihm auch das Imperium und dessen Inquisitoren auf den Fersen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Beziehung zwischen Maul und Devon Izara entwickelt. Vielleicht sollte Maul in der Zwischenzeit aber auch einfach mal mit einem Therapeuten reden.
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