Schicksalsspiel Starfield: Skyrims Erfolg hat Bethesda geschadet

The Elder Scrolls 6 - und sonst? Peter findet, dass sich Bethesda neu erfinden muss - Starfield wird nach der Microsoft-Übernahme umso wichtiger.

von Peter Bathge,
21.09.2020 16:10 Uhr

  • Starfield wird Bethesda Game Studios' erstes komplett neues und eigenständiges Spieleuniversum seit The Elder Scrolls. Peter Bathge findet: Das Science-Fiction-Rollenspiel könnte wichtiger werden als TES6.
  • Bethesdas Ruf in der Community könnte aktuell besser sein: Das Fallout-1st-Abo und der desolate Zustand von Fallout 76 haben viele Fans erzürnt.
  • Aber auch als Publisher muss sich Bethesda neu erfinden, erst recht nach dem Kauf durch Microsoft: Zu lang hat man sich auf dem Erfolg von Skyrim ausgeruht. Und jetzt fehlen spannende Projekte.

Bethesdas Zukunft liegt im Weltall: Starfield könnte ein wichtiger Meilenstein für die Entwickler von The Elder Scrolls 6 und Fallout 4 werden. Aber auch der gleichnamige Publisher muss sich nach dem Verkauf an Microsoft neu erfinden, findet Redakteur Peter Bathge. Bethesdas Zukunft liegt im Weltall: Starfield könnte ein wichtiger Meilenstein für die Entwickler von The Elder Scrolls 6 und Fallout 4 werden. Aber auch der gleichnamige Publisher muss sich nach dem Verkauf an Microsoft neu erfinden, findet Redakteur Peter Bathge.

Fürchtet euch vor dem Moment des größten Triumphs! Denn danach kann es nur bergab gehen. Acht Jahre ist es nun schon wieder her, dass Bethesda Game Studios (die Entwickler von The Elder Scrolls) und Bethesda Softworks (der Publisher, der auch Spiele wie Doom Eternal veröffentlicht) diesen Gipfel erreicht haben - mit Skyrim, dem zweifellos massentauglichsten und vielleicht sogar besten Teil der Elder-Scrolls-Reihe.

Kommerziell, kritisch, kulturell: Skyrims Erfolg war allumfassend. Klar, der ein oder andere Hardcore-Rollenspieler beklagt sich noch heute darüber, dass mit The Elder Scrolls 5 wichtige RPG-Systeme »runtergedummt« wurden. Aber der Einfluss, den Skyrim auf das Genre und das Open-World-Design der letzten Jahre hatte, lässt sich nicht wegdiskutieren, egal wie sehr man sich über fehlende Story-Konsequenzen oder casual-freundliches Charaktersystem ärgert.

Skyrim hat nicht nur beeinflusst, wie Spieler, Presse und andere Entwickler Spiele sehen und welche Erwartungen sie an offene Welten haben (Wer erinnert sich noch daran, wie Far Cry 3 mal als »Skyrim mit Knarren« bezeichnet wurde?). The Elder Scrolls 5 hat auch die Weichen bei Bethesda neu gestellt und den Werdegang des Herstellers sowie seine folgenden Spiele maßgeblich beeinflusst.

Skyrim hat aber auch dafür gesagt, dass sich Bethesda heute in seiner bis dato vielleicht größten Krise befindet und der Druck auf kommende Spiele wie dem mysteriösen Starfield sowie The Elder Scrolls 6 gewaltig ist. Sie müssen Bethesda und Designer Todd Howard nicht nur in den Augen der Community rehabilitieren, sondern auch dazu beitragen, dem Unternehmen eine neue Identität zu verpassen. Wie kann sich Bethesda aus dem Schatten von Skyrim befreien? Und war das Rollenspiel am Ende vielleicht gar zu erfolgreich?

Update: Inzwischen hat Microsoft das Bethesda-Mutterfirma Zenimax gekauft. The Elder Scrolls 6 und Starfield erscheinen demzufolge wohl ausschließlich für PC und Xbox. Aus diesem Grund haben wir diesen Artikel vom Dezember 2019 aktualisiert.

Der Autor
Peter Bathge ist eine Packratte. In Bethesdas Fallout- und Elder-Scrolls-Spielen kann er an keinem Schreibtisch und keiner Schatztruhe vorbeigehen. Den zumeist nutzlosen Loot steckt er ein und wundert sich anschließend darüber, warum seine Heldin trotz Power Armor wegen der 20 Sack Zement im Inventar das Sprinten verweigert. Schon jetzt macht er sich Gedanken, was es wohl im neuen Bethesda-Projekt Starfield an unnützem Tand einzusammeln gibt. Und ob die bekannte Spieleformel dann noch Spaß macht.

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Was ist Starfield - und wieso ist es so wichtig?

Der Release von The Elder Scrolls 6 liegt noch in weiter Ferne, zuerst einmal steht für Bethesda Game Studios unter der Leitung von Game Director Todd Howard das Singleplayer-Rollenspiel Starfield im Zentrum der Aufmerksamkeit. Daran arbeitet das Studio seit der Fertigstellung von Fallout 4 (veröffentlicht 2015), es wird die erste neue IP der Entwickler seit ... es wird Bethesda Game Studios' erste neue IP überhaupt, denn The Elder Scrolls: Arena erschien vor 25 Jahren als Bethesda-Softworks-Titel.

Spannend ist Starfield allemal: Kann Bethesda Game Studios aus der veralteten TES-Engine tatsächlich ein Weltraumspiel mit Raumschiffen, Spiralnebeln und Planeten herauskitzeln? Reicht der x-te Aufguss der bekannten Open-World-Formel, um noch einmal Rollenspiel-Fans zu begeistern? Und bleiben die Entwickler auf dem Pfad der Vereinfachung, der aus Fallout 4 bereits mehr Shooter als RPG gemacht hat?