Starfield: Das neue Update ist für mich ein Schlag ins Gesicht

Auch als Fan kann ich mich nur darüber ärgern, wie aggressiv Bethesda die Bezahlmods in Starfield vermarktet und sich damit selbst ins Bein schießt.

Mit dem neuen Update verscherzt Starfield es sich mit der Community, und das vollkommen unnötig. Mit dem neuen Update verscherzt Starfield es sich mit der Community, und das vollkommen unnötig.

Vor dem Xbox-Showcase war die Hoffnung der Fans groß: Vielleicht würde endlich das Starfield-Addon Shattered Space gezeigt, das Creation Kit und sogar ein neues Update veröffentlicht werden.

Tatsächlich wurden alle diese Wünsche erfüllt: Wir haben einen Trailer zur Erweiterung gesehen und das neue Update samt offiziellem Mod-Support wurde noch am nächsten Tag direkt rausgehauen. Doch das alles wird jetzt von einer einzigen falschen Entscheidung überschattet.

Ein grober Fehltritt

Dass Starfield nach Skyrim und Fallout 4 ebenfalls Bezahlmods bekommen würde, war schon von Anfang an so gut wie sicher. Persönlich hat mich diese Art von Monetarisierung auch nie sonderlich gestört, gab es doch jede Menge kostenlose Alternativen. Bethesda bewarb die sogenannten Creations auch nie außergewöhnlich aggressiv. Ich konnte sie also getrost ignorieren.

Tillmann Bier
Tillmann Bier

Tillmann hat als großer Fan von Bethesda-Spielen Starfield trotz all seiner Schwächen seit dem Release gespielt und hatte in über 200 Stunden Spielzeit auch eine Menge Spaß. Trotzdem ist er sich aber auch er der vielen Schwächen des Rollenspiels bewusst und hofft darauf, dass die Entwickler noch jede Menge Updates nachliefern.

Das ändert sich jetzt aber mit Starfield und meiner Meinung nach überschreiten die Entwickler hier eine rote Linie: Im neuesten Update steckt eine kostenlose neue Quest, bei der ich den Kopfgeldjägern von der Trackers Alliance unter die Arme greife.

Tatsächlich ist diese Mission auch sehr kurzweilig gestaltet, bringt interessante neue Mechaniken ins Spiel und lässt mich zwei coole neue Orte entdecken, die ihr auch im Video seht:

Starfield: Wir jagen einen Raumschiffdieb in der neuen kostenlosen Kopfgeldjägerquest Video starten 35:21 Starfield: Wir jagen einen Raumschiffdieb in der neuen kostenlosen Kopfgeldjägerquest

Das Problem zeigt sich erst, nachdem ich die Quest längst beendet habe. Denn ganz offensichtlich wollen die Entwickler damit zu einer Art Fraktions-Questreihe überleiten, die auch tatsächlich Lust auf mehr macht.

Doch schon die zweite, und wahrscheinlich alle folgenden Quests, die im Spiel angeteasert werden, muss ich als Creation kaufen. Und so eine Verkaufstaktik halte ich nicht nur für manipulativ - sie ist in einem Vollpreisspiel regelrecht dreist. Bethesda spielt hier bewusst mit der Angst, etwas zu verpassen und baut quasi eine Bezahlschranke mitten ins Spiel ein.

Dazu kommt, dass ich weitere Quests nicht etwa als Mini-DLC in einem Paket kaufen kann, sondern jeweils eine einzelne Kopfgeldjagd als Creation bekomme. Bisher ist auch nur eine weitere kurze Quest verfügbar, die mit einem Preis von umgerechnet sieben Euro jeden vernünftigen Rahmen sprengt.

Zum Vergleich: Für Fallout 4 veröffentlichte man 2016 eine komplette Erweiterung für zehn Euro, in der eine ganze Questreihe, neue Gegner, Waffen, Spielmechaniken und mehr steckte. Selbst mit Inflation als Argument geht da jede Verhältnismäßigkeit flöten.

Gier statt Wiedergutmachung

Besonders ärgerlich ist aber, dass Bethesdas Fehltritt in eine Phase fällt, in der man begonnen hatte, verlorenes Vertrauen wiederaufzubauen und Starfield langsam, aber sicher zu verbessern. Mit dem Mai-Update gab es zum ersten Mal größere Neuerungen für das Weltraumrollenspiel und die Ankündigung eines Bodenfahrzeugs erfreute viele Fans:

Starfield zeigt im Video seine neuen Oberflächenkarten und sogar ein Bodenfahrzeug Video starten 5:32 Starfield zeigt im Video seine neuen Oberflächenkarten und sogar ein Bodenfahrzeug

Jetzt senden die Entwickler aber mit den Bezahl-Quests ein völlig falsches Signal. Nämlich, dass ihnen das Wohlwollen der Spielerinnen und Spieler im Grunde genommen egal ist und nur kurzfristige Profite im Vordergrund stehen. Gerade für wohlmeinende Fans wie mich ist das ein Schlag ins Gesicht.

Dabei soll doch Starfield laut Xbox-Chef Phil Spencer ein Projekt sein, dass auch dank der aktiven Mitarbeit der Modding-Community noch in den nächsten zehn Jahren gespielt wird. Indem man die Fans vor den Kopf stößt und den ohnehin schon durchwachsenen Steam-Reviews eine weitere Delle verpasst, trägt man aber sicher nicht zur Langlebigkeit des Rollenspiels bei.

Ungeschehen machen lässt sich der Imageschaden zwar nicht mehr, meiner Meinung nach könnte Bethesda aber noch das Richtige tun. Die Entwickler sollten die bereits verfügbare und alle künftigen Kopfgeldjägerquests kostenlos verfügbar machen. Ob sich Bethesda zu so einem radikalen Schritt entschließt, bleibt allerdings fraglich.

Trotz des ärgerlichen Fehltritts mit dem neuen Update sehe ich der Zukunft von Starfield weiterhin hoffnungsvoll entgegen. In den nächsten Monaten wird sich höchstwahrscheinlich die Wirkung der neuen Modding-Tools entfalten und mir spannende neue Fan-Inhalte bescheren – ganz und gar ohne irgendein Preisschild.

Auch Bethesdas Pläne für die Zukunft klingen nach wie vor vielversprechend. Wenn alles nach Plan läuft, geht es im Abstand von sechs Wochen weiter mit großen Updates, die viele Fanwünsche erfüllen und bald auch das neue Bodenfahrzeug ins Spiel bringen sollen. Und im Herbst steht die große Erweiterung Shattered Space an, die ebenfalls bereits äußerst interessant klingt. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Entwickler aus ihren Fehlern lernen.

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