Aus düsterer Apokalypse wird Party mit Feuerwerk
Tatsächlich spielbar war dagegen der neue Koop-Modus. Mit bis zu drei Survival-Kollegen wird aus der gruseligen Apokalypse im Singleplayer ruckzuck eine witzige Party. Wenn man zu viert unterwegs ist, können einem die Zombiehorden kaum noch gefährlich werden. Da der Schwierigkeitsgrad auch mit mehreren Spielern auf dem Server nicht ansteigt, machen wir mit den Untoten spielend kurzen Prozess und decken uns gegenseitig ohne Probleme den Rücken.
Dadurch haben wir in der Gruppe umso mehr Zeit, um Schabernack zu treiben. Mal fahren wir Wettrennen, in denen wir mit geöffneten Autotüren noch im Vorbeifahren Zombies zerlegen. Und mal hält ein Mitspieler mitten im Kampf gegen einen fetten Riesenzombie kurz inne und zündet mal eben ein Feuerwerk (einfach, weil es möglich ist).
Im Koop macht State of Decay 2 also durchaus Laune, sorgt immer wieder für chaotische und witzige Momente, verliert aber auch einiges von seiner bedrohlichen Endzeitstimmung. Nervig ist zudem, dass nur der Host neue Missionen auswählen und seinen Spielstand vorantreiben kann. Die anderen Mitspieler leveln in fremden Spielen zwar ihre Charaktere auf, sind aber keine gleichwertigen Helden, sondern eher Aushilfs-Zombiejäger. Der Koop-Modus erscheint deshalb noch ein wenig unausgereift, verleiht dem Spiel aber dennoch einen zusätzlichen Spaß-Faktor.
Die Liebe zum Detail fehlt (noch)
Apropos unausgereift: Wir stießen beim Anspielen sowohl im Solo- als auch im Koop-Modus im Grunde nur auf zwei Missionstypen: Töte alle Zombies an einem bestimmten Ort, oder hole Ressource X von Ort Y und bring sie zu Person Z. Es bleibt also abzuwarten, wie abwechslungsreich im finalen Spiel die Missionen und Aufgaben ausfallen.
Auch die Technik von State of Decay 2 läuft bislang noch nicht gerade rund. Während die Entwickler im Vorgänger noch die CryEngine nutzten, sind sie nun für den zweiten Teil auf die Unreal Engine umgestiegen. Trotzdem sieht das Spiel relativ hässlich aus und ruckelt bei jeder Bewegung und jedem Kameraschwenk.
Wir haben zwar eine Version gespielt, die zwei Monate vor Release angefertigt wurde. Aber wenn die Entwickler nicht wieder eine technische Katastrophe wie im ersten Teil liefern wollen, dann müssen sie in den restlichen Wochen bis zum 22. Mai noch mal ordentlich ranklotzen, um Ruckler, Spielabstürze und Ingame-Fehler (wie fehlende Anzeigen von Aktionstasten) auszumerzen.
Gerade in Sachen Technik und Missionsdesign wirkt State of Decay 2 noch in vielen Belangen lieblos und nicht bis zu Ende gedacht. Aktuell sieht es deshalb für uns so aus, als liefere Teil 2 der Zombie-Serie vor allem mehr vom (ohne Frage guten) Altbekannten, aber abgesehen vom Koop-Modus zu wenig wirkliche Verbesserungen.

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