Steam 2017 - Nur 100 Spiele lieferten die Hälfte der gesamten Einnahmen, sagt SteamSpy-Erfinder

Laut Steamspy-Gründer Sergey Galyonkin hätten die Top 100 Spiele auf Steam 2017 50 Prozent von Valves Einnahmen ausgemacht. Insgesamt war 2017 das profitabelste Jahr bislang für Steam.

von Elena Schulz,
24.03.2018 12:19 Uhr

Steam verdient laut Steamspy vor allem an den 100 Top-Hits gut.Steam verdient laut Steamspy vor allem an den 100 Top-Hits gut.

Steamspy-Erfinder und Epic-Mitarbeiter Sergey Galyonkin hat auf der GDC 2018 (via Gamasutra) über Steams Erfolge im Jahr 2017 gesprochen. Demnach sei es das profitableste Jahr bislang für Valves Vertriebsplattform gewesen und 50 Prozent der Einnahmen würden allein von 100 Titeln stammen.

Galyonkin zufolge verdiente Steam 2017 4,3 Milliarden Dollar, was die Plattform vor allem dem großen Erfolg von Playerunknown's Battlegrounds zu verdanken habe. Außerdem seien allein letztes Jahr 63 Millionen der insgesamt 291 Millionen Steam-Accounts erstellt worden.

Bei Spielen sieht es ähnlich aus: Schon 2016 wurden stolze 38 Prozent des Gesamtkataloges der Steam-Titel veröffentlicht. Aktuell befinden sich 21.406 Spiele auf Steam, von denen 7.696 2017 veröffentlicht wurden, was immerhin rund 36 Prozent aller Steam-Titel ausmacht. Trotz der Einführung von Steam Direct erschienen also nicht mehr Spiele, obwohl die Zahl immer noch gewaltig ist. Allerdings warf man natürlich auch zahlreiche sogenannte Fake-Spiele wieder von der Plattform.

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Auch kleine Titel haben eine Chance

Von der Masse an Spielen lohnen sich vor allem die 100 Top-Spiele besonders für Valve. Sie allein sollen die Hälfte der Gesamteinnahmen von Valve durch Steam ausmachen. Ein Spiel müsse 22 Millionen einspielen, um es unter die Top 20 zu schaffen. PUBG hat sich laut Galyonkin 28 Millionen Mal verkauft und 600 Millionen an Einnahmen generiert, CS:GO 12,5 Millionen Mal mit 120 Millionen als Gewinn.

Unter dem Top 20 sind aber erfreulicherweise auch kleinere Titel wie das bockschwere Cuphead mit 22 Millionen an Gewinn auf Platz 20. Das Ausnahme-Rollenspiel Divinity: Original Sin 2 hat es derweil sogar mit 37 Millionen auf Platz sieben geschafft. Auch Rocket League und Nier: Automata finden sich darunter und nehmen mit 23 Millionen und 29 Millionen Platz 18 und 12 ein.

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Galyonkins Aussagen stützen sich auf seine mit Steamspy gesammelten Daten. Die inoffizielle Seite erstellt Statistiken zu Steam, indem sie täglich 800.000 Nutzerprofile überprüft. Das System würde allerdings nicht in Echtzeit funktionieren, sondern würde vier Tage brauchen um aktuell zu sein. Außerdem sei es nicht sehr präzise für kleinere Titel.

Er räumt also ein, dass die Angaben mit Vorsicht zu genießen sind. Steamspy erfasst zudem nur Besitzer und Spieler, nicht aber die direkten Verkäufe, kann also nicht feststellen, ob Spiele anderweitig erworben oder als Geschenk erhalten wurden. Auch Rückerstattungen, Ingame-Käufe und DLCs können nicht berücksichtigt werden. Trotz dieser Einschränkungen steht die wachsende Tendenz für Galyonkin fest.

Zu viele Spiele

57 Millionen Spieler wären in den letzten zwei Wochen auf Steam aktiv gewesen, 25 Prozent aller Accountbesitzer hätten zudem in dieser Zeit etwas gespielt. Die Steam-Nutzer sind zwar aktiv, kaufen allerdings auch weniger - der Mittelwert bei Spielen im Besitz liegt bei etwa 10,8. Galoynkin sieht hier den überfüllten Store als Problem. Mit 30 neuen Spielen, die täglich veröffentlicht werden, können die Spieler kaum noch für sie interessante Titel entdecken. Man könnte so die neuen Spiele nicht nur nicht alle kaufen, man würde sie nicht einmal zu Gesicht bekommen.

Zum Abschluss spricht er noch die Nationalitäten an. Auch wenn China als der größte Spielemarkt gilt, sei er auf Steam längst nicht so präsent, wie man meinen könnte. Am stärksten repräsentiert seien auf Steam die USA mit 13,9 Prozent der aktiven Spieler. Der durchschnittliche Amerikaner würde zudem sechsmal so viele Spiele wie ein Chinese auf Steam kaufen.

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USA wichtiger als China

Dass die Anzahl der chinesischen Steam-Konten sich 2017 so massiv erhöht hat, sei den dort beliebten Cyber-Cafés geschuldet. Die Internet-Cafés hätten Steam auf alle Rechner heruntergeladen, damit ihre Kunden PUBG spielen können. Hier liegen die Chinesen nämlich vorne: Der durchschnittliche Chinese würde mehr als doppelt solange PUBG spielen wie jemand in den USA.

Noch ein paar Wissenshappen, um eure Mitspieler zu beeindrucken: Die Tags, deren Verwendung in den letzten fünf Jahren am meisten gestiegen sind, sind »Dinosaurier« und »Verschwörung«. Wir sind gespannt, wann ein Spiel um eine Dinosaurier-Verschwörung rund um das Aussterben der Riesenechsen auf Steam auftaucht. »Teambasiert« und »PvE« sind derweil am stärksten in der Verwendung gesunken.

Galyonkin persönlich hat übrigens seine ganz eigene Strategie, um dem Druck auf Steam zu entgehen: Einfach nicht dort veröffentlichen. Für den Director of Publishing Strategy bei Epic hat sich das zumindest im Fall von Fortnite: Battle Royale wohl bereits gelohnt. Der Titel hat es sogar geschafft, Konkurrent PUBG zu überflügeln.

Quellen: Gamasutra, PCGamer

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