Ich hab’s euch ja gesagt. Ziemlich genau vor 3 Wochen schrieb ich darüber, dass mich die neuen Mondpreise des Steam Deck nicht schockieren und habe einen harten Aufprall durch die Steam Machine prognostiziert.
1.039 Euro kostet der Würfel in seiner günstigsten Form – und dann ist noch nicht mal ein Controller dabei. Ein echter Tiefschlag. Oder?
Ich schaue auf die Preislage des Marktes und ordne die Steam Machine ein.
Eins ist aber sicher: So wie wir derzeit den vermeintlich kühlsten Sommer der kommenden Jahre haben, ist die Steam Machine das günstigste Stück Gaming-Hardware auf absehbare Zeit.
»Was des wieder koscht!«
Als langjährigen Wahlbadner habe auch ich einen inneren Schwaben – und der schlug in letzter Zeit immer öfter die Hand vor den Kopf.
Bevor wir nach vorne blicken, erinnern wir uns zurück. Oktober 2024: Sony kündigt die PS5 Pro an und möchte 800 Euro dafür haben. In einem React-Stream mit Felix waren wir uns beide einig: Das ist heftig. Auch meine Kollegen Linh und Jan stießen damals in dasselbe Horn.
55:29
Die PS5 Pro: Wucher oder Wunderwerk?
Unter uns, Leute: Rückblickend zahle ich liebend gerne 900 Euro. Das ist keine Aussage, auf die ich stolz bin. Dass es aber keine zwei Jahre gedauert hat, um den initialen Preis der PS5 Pro sexy aussehen zu lassen, bereitet mir Sorgen.
Ich setze sogar noch einen drauf. Im November 2025, also vor rund sieben Monaten, wollten wir von euch wissen, wie viel ihr für die Steam Machine blechen würdet.
- 58 Prozent würden zwischen 400 und 800 Euro zahlen, wobei 33 Prozent davon auf zwischen 400 und 600 Euro entfallen.
Das korreliert so gar nicht mit dem durch Valve veranschlagten Preis, der teilweise doppelt so hoch ist. Fragt sich nur, wer am Ende büßt: Valve, weil weniger Interessenten die Steam Machine kaufen, oder Spielerinnen und Spieler, die widerwillig doch zugreifen?
Und wer ist Schuld? Sagen wir es alle zusammen.
Ob der Preis der Steam Machine gerechtfertigt ist, das spare ich an dieser Stelle aus, weil das Thema komplexer ist als die reinen technischen Daten des Würfels. Mein Kollege Linh hat dazu bereits zwei Artikel veröffentlicht, die euch helfen, das einzuordnen:
- Steam Machine: Wie viel Gaming-PC bekommt ihr fürs gleiche Geld?
- Eine Steam Machine selbst zu bauen war absolut richtig
Zum Abschluss dieser Sektion würde ich gerne noch einen Blick auf die neu veröffentlichten Handhelds werfen. Das rückt den Preis der Steam Machine nochmal in ein anderes Licht.
Erst letzte Woche hat MSI den Claw 8 EX AI+ vorgestellt, einen Handheld der nächsten Generation. Das Gerät startet bei uns mit einem Preis von 1.650 Euro.
1.650 Euro.
Für einen Game Boy.
Halt, Stop! Bevor ihr wütend in die Tasten haut, lasst mich meine Aussage erklären.
Vollkommen klar, dass sich der MSI-Bolide nicht mit einem popeligen Game Boy (oder der Switch 2) vergleichen lässt – und auch gar nicht mit der Steam Machine (die für ihre Specs genug Schläge einstecken muss). Wir sprechen hier von einem High-End-Modell.
Doch die Technik spielt hier eine untergeordnete Rolle.
Der Punkt ist der: Wenn eine Firma ein Spielgerät für 1.650 Euro veröffentlicht, dann geht sie davon aus, dass Konsumentinnen und Konsumenten besagtes Spielgerät zu diesem Preis kaufen werden.
Das bedeutet, dass es sich um einen verträglichen Preis handelt, den Leute in der obersten Etage bei MSI als bezahlbar abgesegnet haben und damit rechnen, dadurch Umsatz zu generieren, ganz gleich, ob es mit dem Claw A1M und Claw 8 AI+ günstigere Alternativen aus dem gleichen Haus gibt.
Wir sprechen hier übrigens von einem Handheld für 1.650 Euro. Vorher ging es um eine stationäre Konsole für 800 Euro – die Hälfte. Zwischen den beiden Geräten liegen nicht einmal zwei Jahre. Es wäre doch spannend zu sehen, wie viel der MSI Claw 8 EX AI+ (und die Steam Machine) kosten würde, wäre die Speicherkrise nie zutage getreten.
Wollt ihr einen tiefen Einblick in die Preise im Handheld-Bereich, lege ich euch Linhs Kolumne ans Herz.
1:04:00
Endlich Schluss mit Hardware-Dürre! Das steckt hinter den neuen Grafikkarten, Handhelds und der Nvidia-CPU
Eine Niere für eine PS6
Auch wenn es sich nicht so anfühlt, die PS6 wirft ihre Schatten voraus. Sony rechnet zwar erst mit einem Release 2028, tief in den Geldbeutel werden wir trotzdem greifen müssen. So viel steht fest.
Ihr könnt darauf wetten, dass uns auch in zwei Jahren die Kinnlade wieder herunterklappen wird, wenn wir den Preis lesen. In unserem oben verlinkten Hub-Artikel zur Konsole, in der wir alle Infos und Leaks sammeln, ist beim Preis die Rede zwischen 900 bis 1.200 Euro.
Ich werde an dieser Stelle keine Preisprognose wagen. Ich erinnere aber an das Beispiel MSI Claw 8 EX AI+ gegenüber der PS5 Pro und deren Preisdifferenz.
Wenn sich die Speicherkrise nicht in Luft auflösen wird, spare ich mir aber auf jeden Fall sicherheitshalber schon mal 1.500 Euro zusammen. Das sind übrigens drei Switch 2-Konsolen – zur Preisanpassung am 1. September.
Zwei Dinge bereiten mir allerdings noch mehr Sorgen als der nackte Preis neuer Konsolen.
Hohe Preise wirken erreichbar
Im Oktober berichtete unter anderem die Tagesschau, dass immer mehr Menschen Konsumgüter auf Pump kaufen. Kleinkredite sind attraktiv. Als Beispiel führt der Artikel Konzertkarten oder Autoreifen an. »Buy now, pay later« ist beim Online-Shopping Gang und Gäbe. In einem Artikel schreibt der WDR, dass jeder Siebte den Überblick über seine Rechnung verliert.
Was, wenn man die neue PS6 – oder Steam Machine – unbedingt haben will? Ihr seht, wohin das führt. Dieser Drang wird im Falle einer neuen Sony-Konsole sogar noch verstärkt, bedenkt man, dass die Japaner in Zukunft keine Exklusivtitel mehr für den PC herausbringen wollen.
Notebookcheck berichtete letzte Woche, dass ein Xbox-Ratenkaufprogramm geleakt wurde. Microsoft weiß auch, dass viele sich ihre nächste Konsole nicht mit dem Geld aus der Portokasse werden leisten können. Was mich zum nächsten Punkt bringt.
Konsolen im Abo
Im selben Artikel von Notebookcheck wird die Xbox-Chefin Asha Sharma zitiert, die von »radikal anderen Geschäftsmodellen« spricht. Klar, damit könnte der das Ratenkaufprogramm gemeint sein.
Oder ein Abo-System, bei dem man Konsolen nur noch leiht. Erinnert sich noch jemand an Xbox All Access? So lange ist der Start nicht her, obwohl das Leihsystem wieder eingestampft wurde.
Ich wage zu behaupten, dass mindestens ein Konsolenhersteller eine seiner künftigen Daddelkästen per Abo anbieten wird, einfach, weil viele es sich sonst nicht leisten wollen oder können. Wenn ich eines auf keinen Fall will, dann noch mehr Abos, die ich monatlich zu bezahlen habe.
Zum Abschluss möchte ich noch einen Gedanken mit euch teilen. Mir kam der niedrigste Preis der Steam Machine ein wenig krumm vor. 1.039 Euro. Das ist gerade so im vierstelligen Bereich.
Wieso hat Valve den Konsolenhybrid nicht für 999 Euro angeboten? Psychologisch betrachtet ist der Preis mit drei anstatt vier Ziffern attraktiver.
Vielleicht ist die Marge der Steam Machine auf Kante genäht, was wiederum bedeutet, dass bei Valve, zumindest beim günstigsten Preis, nicht viel hängen bleibt.
Und das führte mich zu der Frage: Wieso wurde die Steam Machine nicht eingestampft? Auf den Gedanken werde ich gegen Ende des Jahres noch einmal zurückkommen, wenn wir sehen, wie viele Menschen bei diesem Preis überhaupt zugeschlagen haben.



Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.