Steam: Sicherheitslücke öffnete Hackern offenbar Tür und Tor

Eine Schwachstelle bei Steam brachte wohl Tausende PC-Spieler in Gefahr, da Hackern potenziell der Zugriff auf empfindliche Daten offenstand.

von Christian Just,
11.12.2020 19:17 Uhr

Cyberexperten decken eine schwere Sicherheitslücke bei Steam auf. Cyberexperten decken eine schwere Sicherheitslücke bei Steam auf.

Steam und einige Spiele auf Steam sind Berichten der Cybersicherheitsfirma Check Point zufolge von Sicherheitsproblemen betroffen. Die Firma hat einer Pressemeldung zufolge bereits im September 2020 mehrere Schwachstellen in der Steam-Bibliothek offengelegt, die potenziellen Angreifern die Übernahme von Spieler-PCs erlaubt haben sollen. Sowohl Spiele-Clients als auch Server sollen betroffen sein.

Kurz nach Bekanntwerden der Probleme im September 2020 hat Check Point Valve informiert, woraufhin die Plattform mehrere Patches sowohl für die Steam-Bibliothek als auch die betroffenen Valve-Spiele aufgespielt hat. Außerdem wurden die Probleme an Drittanbieter gemeldet. Hier liegt es in der Verantwortung der jeweiligen Spiele-Entwickler und -Publisher, die Sicherheitslücken bei ihren Spielclients und Servern selbstständig zu beheben.

Große Spiele betroffen

Check Point gibt an, dass Counter-Strike: Global Offensive, Dota 2 und Destiny 2 von den Sicherheitslücken betroffen waren. Wir haben nochmal nachgehakt und um mehr Infos gebeten, welche Spiele noch gefährdet waren. Bei einer Antwort aktualisieren wir diese Meldung.

Die Sicherheitslücken waren laut Check Point potenziell hochbrisant. Per Online-Matches konnten sich Hacker Zugriff verschaffen, um infizierte Datenpakete an Mitspieler zu senden. Dadurch waren Cyberkriminelle offenbar in der Lage, direkten Zugriff auf PCs der Gegenspieler zu erhalten. Auch konnten sie anscheinend Partien zum Absturz bringen.

Offen bleibt, wie groß das Ausmaß tatsächlich durchgeführter Cyberangriffe aufgrund der Schwachstellen ausfiel. Schließlich wurden die Fehler anscheinend zeitnah adressiert, bevor sie öffentlich bekannt wurden. Wir haben diesbezüglich bei Valve nachgehakt, ob Details vorliegen, inwieweit es Hackern gelungen ist, Nutzerdaten abzugreifen oder erfolgreiche Cyberangriffe durchzuführen. Auch hierzu aktualisieren wir den Artikel, wenn wir Näheres erfahren.

Wie brisant ein Sicherheitsproblem bei Steam potenziell werden kann, führt unser großer Report über Nutzerdaten vor Augen:

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Was sollte man jetzt tun?

Da die Sicherheitslücken seitens Steam bereits behoben sind, dürfte die Bibliothek inzwischen wieder sicher sein. Check Point empfiehlt Steam-Nutzern jedoch folgende Maßnahmen:

"Gamer sollten darauf achten, welche Spiele sie vor September dieses Jahres heruntergeladen und gespielt haben, ob diese entsprechend aktualisiert wurden und ob ihr Rechner möglicherweise infiziert ist."

Entsprechend ist ein Sicherheitscheck mit eurer Antiviren-Software sowie das Updaten aller Steam-Spiele angeraten.

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