Steam vs. Epic Store - Entwickler von Steam Spy arbeitet seit Jahren am Shop der Fortnite-Macher

Ein geschickter Schachzug: Jahrelang hat der Steam-Spy-Erfinder Sergey Galyonkin an seinem Analyse-Dienst gearbeitet. Jetzt hat er sein Wissen in den Steam-Konkurrenten Epic Store gesteckt.

von Robin Rüther,
06.12.2018 10:59 Uhr

Know your games, know your rival: Der Erfinder von Steam Spy ist Mitbegründer des Epic Games Store.Know your games, know your rival: Der Erfinder von Steam Spy ist Mitbegründer des Epic Games Store.

Im April dieses Jahres stand der Analyse-Dienst Steam Spy vor einem Problem: Weil Steam die Spiele-Bibliotheken der Spieler standardmäßig auf privat stellte, verlor Erfinder Sergey Galyonkin seine Datengrundlage.

Schlecht für Steam Spy, aber nur halb so schlimm für Sergey Galyonkin, der zu diesem Zeitpunkt bereits bei Epic Games als Leiter der Publishing-Strategie arbeitete. »Und ich habe immer noch dieses kleine Nebenprojekt namens Fortnite«, sagte er damals.

Nun wissen wir genau, was er damit meinte. Galyonkin arbeitete nämlich bereits seit einigen Jahren am neuen Epic Games Store, einem direkten Konkurrenten zu Steam. Der Steam Spy war also im wahrsten Sinne des Wortes ein Spion. Im Interview mit Kotaku schreibt er:

"Ich finde es lustig. Es war nicht meine Absicht, als ich Steam Spy gestartet und benannt habe, aber rückblickend stellt es sich als großartiger, über vier Jahre vorbereiteter Witz heraus."

Die über Jahre gesammelten Daten und Gayonkins Wissen über die erfolgreichste digitale Spiele-Distributionsplattform Steam geben Epic einen großen Vorteil und haben enorm bei der Gestaltung des Epic Stores geholfen.

Die Erkenntnisse sind beispielsweise der Grund dafür, dass der Epic Games Store keine Foren enthält, die bei Steam fest integriert sind. Das User-Verhalten sei dort zu toxisch, die meisten Entwickler wollen sich lieber über Reddit und Discord mit der Community austauschen. Review-Bombing solle ebenfalls nicht stattfinden, stattdessen gibt es ein Ticket-System, mit dem die Spieler ihre Probleme und Kritik direkt an die Entwickler weitergeben.

"Ich habe jede Menge darüber gelernt, wie man Spiele verfolgt, wie effektiv Sales sind (nicht so sehr, wie Leute denken, Reichweite ist wichtiger) und noch wichtiger: Ich habe mit Hunderten Spieleentwicklern gesprochen, um zu lernen, was sie von einem digitalen Store wollen, was sie mögen und was sie über die bisherigen denken."

Im Epic Games Store gehen 88 Prozent der Spiele-Umsätze an die Entwickler, womit Epic deutlich bessere Raten auffährt als Steam - hier bekommen die Entwickler lediglich 70 Prozent. Außerdem soll es ähnlich wie bei GOG kein DRM geben. Mehr Infos zur neuen Plattform erfahrt ihr in unserer Ankündigungs-News zum Epic Games Store.

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