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Monster Boy ist mein Lieblingsspiel für finstere Tage

Meinung: Ein Mix aus Zelda, Super Mario und Dark Souls? Klingt seltsam, ist aber ziemlich genau das Spielgefühl, das euch in Monster Boy und das Verfluchte Königreich erwartet.

von Sören Diedrich,
02.04.2022 06:17 Uhr

Derzeit gibt es leider viele Gründe, weshalb es einem beim Blick auf die Welt da draußen schwer ums Herz werden könnte. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, da ich aus gesundheitlichen Gründen auch abseits von Krieg und Pandemie viele schlechte Tage habe, an denen ich mich kaum aus dem Bett erheben kann.

Das Gaming ist deshalb für mich mehr als nur ein spaßiger Zeitvertreib. Es gibt mir Kraft, Energie und hält die Hoffnung in mir aufrecht, dass keine Talsohle endlos ist und wieder bessere Zeiten kommen werden. Das ist auch der Grund, weshalb ich so ziemlich alles spiele: Je mehr neue Welten, Geschichten und Charaktere ich kennenlerne, desto mehr lerne ich auch über mich selbst.

Der Autor Sören spielt eigentlich alles, was schicke 2D-Grafiken, eine mit zahlreichen Geheimnissen ausgestattete Spielwelt oder knackige Bosskämpfe vorweisen kann. Dass er Metroidvanias liebt, dürfte demnach keine Überraschung sein. Und da es bis zum Release von Hollow Knight: Silksong noch etwa 294 Jahre dauern dürfte, spielt er Monster Boy derzeit zum vierten Mal durch und freut sich jedes Mal tierisch, wenn er sich in einen Drachen verwandelt. Oder in ein Schwein. Das ist nämlich viel cooler, als ihr denkt, aber davon überzeugt ihr euch am besten selbst!

Was das mit Monster Boy und das Verfluchte Königreich zu tun hat? Ich möchte euch dieses Spiel ans Herz legen, wenn auch ihr einen schlechten Tag habt und Aufmunterung und Ablenkung sucht. Denn lasst euch von der kunterbunten Zeichentrick-Optik nicht täuschen: Hinter der kindlichen Fassade steckt ein großes, herausforderndes und oftmals einfach nur begeisterndes Abenteuer.

Monster Boy und das Verfluchte Königreich entführt euch in eine magische Welt 1:22 Monster Boy und das Verfluchte Königreich entführt euch in eine magische Welt

So viel Spaß kann eine Familientragödie machen

Kennt ihr das? Ihr hockt nichts ahnend am Meeresufer, haltet die Angelrute ins Wasser und denkt an nichts Böses. Plötzlich kommt euer verrückt gewordener Onkel auf einem fliegenden Fass vorbeigeschwebt, schwenkt seinen Zauberstab und stürzt dadurch das ganze Königreich ins Chaos. Ihr seid plötzlich in ein Schwein verwandelt und müsst nicht nur eure wahre Gestalt zurückerlangen, sondern eurem Verwandten auch noch das Handwerk legen.

Wie, das kennt ihr nicht? Macht nichts, denn genau das ist die Handlung von Monster Boy, dessen Namensverwandschaft mit der altehrwürdigen Wonder-Boy-Reihe kein Zufall ist. In der Tat spielt der Titel im selben Universum, doch aufgrund von Lizenzschwierigkeiten sah man sich zu der Namensänderung gezwungen. Serienschöpfer Ryuichi Nishizawa stand dem französischen Entwickler Game Atelier aber mit Rat und Tat zur Seite.

Auf eurem Weg durch die wunderhübsche Fantasy-Welt erkundet ihr viele zauberhafte Orte: eine Kanalisation (nun ja, weniger zauberhaft), ein Spukschloss, einen Vulkan, ein Piratenschiff und noch viele mehr! Die handgezeichneten Hintergründe sind eine der großen Stärken von Monster Boy und geben euch das Gefühl, in einer TV-Serie aus der Kindheit zu stecken, die ihr endlich nacherleben könnt:

Monster Boy and the Cursed Kingdom - Screenshots ansehen

Zelda + Mario + ... Dark Souls?

Das Gameplay von Monster Boy lässt sich als eine Mischung aus The Legend of Zelda (ihr sammelt Ausrüstungsgegenstände, findet Herzteile und löst Rätsel), Super Mario (ihr hüpft und springt durch die Welt) und ja, irgendwie auch etwas Dark Souls oder Soulsborne-Spielen allgemein beschreiben.

Zugegeben, ganz so hart wie die berüchtigten From-Software-Titel wird Monster Boy nie. Beißt ihr ins Gras, werdet ihr an den zuletzt besuchten Speicherpunkt zurückgesetzt. Von denen gibt es sehr viele, lange Laufwege bleiben euch somit meist erspart. Auch Item- oder Goldverlust müsst ihr nicht befürchten. Dadurch wird das Spiel aber dennoch nicht einfach.

Ihr müsst im Laufe eurer Reise nämlich zahlreiche Bossgegner bezwingen, die es echt in sich haben. Wer hier nicht mit Geschick und präzisem Timing ausweicht, zuschlägt und dabei höllisch gut auf seine Umgebung achtet, wird nicht lange durchhalten. Vor allem zu Beginn des Spiels müsst ihr damit rechnen, einige Passagen mehrfach anzugehen.

Selbst wenn euch gerade kein Tintenfisch, Riesenpilz, Drache oder Piratenkönig ungespitzt in den Boden rammt, müsst ihr eine gewisse Frusttoleranz aufweisen. Denn die Hüpfpassagen durch die Spielwelt verlangen ebenfalls ein hohes Maß an Präzision, sonst sinkt eure Herzleiste schnell auf Null.

Wie haben wir Monster Boy bewertet? Das erfahrt ihr in unserem Test aus dem Jahr 2018:

Der Wunder-Wonder-Boy   12     6

Test

Der Wunder-Wonder-Boy

Wecke den Tiger in dir!

Die gute Nachricht ist: So hart die Gegner auch sein mögen, wehrlos seid ihr ganz und gar nicht! Denn nachdem ihr die anfängliche Verwandlung in ein Schwein rückgängig gemacht habt, schaltet ihr nach und nach weitere Tierformen frei. Per Knopfdruck könnt ihr zwischen den verschiedenen Formen hin- und herwechseln.

Das müsst ihr auch, denn nur dann könnt ihr jeden Winkel der vor Geheimnissen und Rätseln nur so strotzenden Welt erreichen. Als Schlange könnt ihr in kleine Löcher schlüpfen, als Frosch mit eurer klebrigen Zunge über Abgründe schwingen und als Drache sogar fliegen. Der Löwe ist die ideale Form, um euren Feinden mächtig eins auf die Zwölf zu geben. Und ja, auch die Schweinegestalt hat ihre Vorteile. Welche? Das findet ihr am besten selbst heraus!

Dieses Wechselspiel hat aber auch einen Komfort-Haken: Denn leider lassen sich viele Ausrüstungsgegenstände nur mit einer bestimmten Tierform einsetzen. Klar, dass eine Schlange keine Stiefel tragen kann, dank denen wir auf dem Meeresgrund laufen können, ist logisch. Dennoch nervt das Item-Management vor allem in kniffligen Sprungpassagen ab und zu. Abgesehen davon steuert sich das Spiel aber butterweich.

Wer alle Schätze finden, alle Geheimnisse aufdecken und Gegner besiegen möchte, kann locker mit einer Spielzeit von 30 Stunden rechnen.

Im Laufe eures Abenteuers erlangt ihr die Fähigkeit, in verschiedene Tiergestalten zu schlüpfen. Jede hat individuelle Stärken und Schwächen, die ihr clever kombinieren müsst. Im Laufe eures Abenteuers erlangt ihr die Fähigkeit, in verschiedene Tiergestalten zu schlüpfen. Jede hat individuelle Stärken und Schwächen, die ihr clever kombinieren müsst.

Für wen ist Monster Boy und das Verfluchte Königreich interessant?

Wie eingangs erwähnt, ist Monster Boy für mich das ideale Spiel, wenn es mir mal wieder besonders schlecht geht. Denn trotz des fordernden Schwierigkeitsgrades kann ich den Controller (ach ja, spielt unbedingt mit Controller!) keine Minute mehr aus der Hand legen und vergesse für eine gewisse Zeit alles um mich herum.

Dieses Spiel ist ein humoristisches Märchen, eine leichtherzige Geschichte und ein fesselndes Abenteuer. Es versprüht diesen ganz besonderen Zauber, den ich als Kind noch bei fast jedem Spiel gespürt habe und heute leider nur noch selten finde. Ist es perfekt? Mitnichten! Das bereits erwähnte Item-Management nervt, außerdem hätte die Handlung etwas mehr Substanz vertragen können. Zudem steigt der Schwierigkeitsgrad gegen Ende ziemlich an und ist stellenweise nicht mehr fordernd, sondern fast schon brutal.

Wer die Finger davon lassen sollte? Jeder, der eine komplexe Handlung erwartet, ein Problem mit Trial-and-Error-Passagen hat oder von einem Spiel an die Hand genommen werden möchte. Es gibt zwar eine Weltkarte, die ist aber bewusst simpel gehalten und verrät euch nur grob, in welche Richtung ihr als Nächstes zu gehen habt. Das kann ab und zu darin resultieren, dass ihr ziellos durch die Welt streift.

Gratis testen und kostenlos abstauben: Zum Schluss habe ich noch eine gute Nachricht für euch! Denn ihr müsst nicht das Schwein im Sack kaufen, sondern könnt Monster Boy dank einer kostenlosen Demo erst einmal in Ruhe ausprobieren. Und wenn ihr euch dann für einen Kauf entscheiden solltet, bekommt ihr das Spiel noch bis zum 7. April 2022 für gerade einmal 10 Euro (um 67 Prozent reduziert).

Monster Boy und das Verfluchte Königreich bei Steam

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