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Seite 2: Ich finde es erfrischend, dass Stranger Things seinem Bösewicht kein Darth-Vader-Ende gegeben hat

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Charismatischer Bösewicht

Schauspieler Jamie Campbell Bower hat mit seiner preisverdächtigen Darstellung Vecna eine unerbittliche Präsenz verliehen und gleichzeitig Henry als Psychopathen und Serienkiller einen übernatürlichen Charme verliehen. Oft gelang es ihm, mit einem einzigen Blick den inneren Sturm der Finsternis durch die porzellanartige Fassade des freundlichen Onkels durchschimmern zu lassen.

Vecna starb schweigend. Das ist konsequent. Ein Mann, der die Welt brennen sehen wollte, um eine neue Ordnung nach seinem bizarren Ebenbild zu schaffen, verdient keinen rührseligen Abgang, kein Flehen um Gnade. Für Joyce war sein Ableben die notwendige Katharsis nach fünf Jahren der Sorge um ihren Sohn Will.

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Dass Vecna am Ende auf vergleichsweise simple Weise besiegt wurde (auch weil die Autoren ihn in Season 5 immer wieder schwächer machten), hat seine gefährliche Aura zwar beschädigt. Doch in einer Ära des Geschichtenerzählens, in der fast jeder Antagonist eine tragische Hintergrundgeschichte erhält, die ihn am Ende doch noch zum missverstandenen Helden umdeutet, war Vecna eine wohltuende Ausnahme.

Ross Duffer erklärt, warum man sich gegen einen solchen Redemption Arc entschieden hat:

»Wir haben mit den Autoren darüber diskutiert, ob er einen Billy-Moment haben könnte, in dem er sich gegen den Mind Flayer wendet, ähnlich wie Darth Vader. Aber je mehr wir mit den Autoren und Jamie [Campbell Bower] darüber sprachen, desto klarer wurde uns, dass er zu diesem Zeitpunkt schon so weit gegangen ist, dass er alles, was er getan hat, rechtfertigen muss. Und die einzige Möglichkeit, das zu rechtfertigen, ist zu sagen: ›Ich habe mich dafür entschieden, und ich glaube immer noch daran.‹«

Ich bin froh, dass wir hier keinen Sinneswandel im Stile eines Darth Vader oder auch nur die späte Reue eines Billy Hargrove aus der dritten Staffel erlebt haben. Manchmal braucht eine Geschichte einfach einen Schurken, der aus tiefster Überzeugung handelt und dessen Pfad in die Dunkelheit so konsequent gezeichnet ist, dass jede Form der Begnadigung wie ein Verrat an der Erzählung gewirkt hätte.

Das Gute gewinnt - und das ist okay

Die Theorie, dass das Ende nur eine Illusion Vecnas sei und wir alle in einer Traumwelt gefangen wären, ist im Grunde ein großes Kompliment an die Figur. Er war so Furcht einflößend, dass ein Sieg über ihn für viele unglaubwürdig erschien.

Doch wir müssen der Realität ins Auge blicken: Das Ende war echt. Stranger Things ist im Kern immer eine Hommage an das Spielberg-Kino der 80er-Jahre geblieben. In dieser Welt gewinnt das Gute, auch wenn der Preis hoch ist.

Vecna als das unerbittliche Monster zu belassen, das keine Gnade verdient, war der Anker, der die Serie davor bewahrte, in moralischer Beliebigkeit zu versinken. Wir können Mitleid mit dem Jungen Henry haben, der in Nevada in eine Höhle fiel, aber wir müssen den Mann Vecna verabscheuen, zu dem er wurde.

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