Das Jahr 2026 begann mit einem Paukenschlag, als in der Neujahrsnacht um 2:00 Uhr deutscher Zeit die finale Episode von Stranger Things Season 5 mit dem Titel »The Rightside Up« über die Bildschirme flimmerte.
Und ja, es war die finale Episode und das echte Ende, denn die Conformity-Gate-Theorie hat sich als Schwachsinn entpuppt: Es gibt keine neunte Folge in Staffel 5 von Stranger Things! Nach Jahren des Wartens, zahllosen Fantheorien und einer weltweit mit enormem Aufwand betriebenen Marketingkampagne liegt die Geschichte von Hawkins nun hinter uns.
Während sich die Gemüter in den sozialen Netzwerken über das Schicksal einzelner Charaktere oder das angeblich zu glatte Ende erhitzten (ich mochte einen Teil davon sehr), bleibt mir vor allem eine Erkenntnis: Bösewicht Henry Creel/Vecna am Ende keine Erlösung zu geben, war eine der klügeren Entscheidung der Duffer-Brüder in diese sehr unausgewogenen Season 5.
Denn Stranger Things stemmt sich damit gegen einen Trend bei Serien und Filmen, das Böse zu erklären.
Der Pfad in den Abgrund
Der erst in Staffel 4 eingeführte Vecna war lange Zeit ein Mysterium. Wer ist dieser böse Puppenspieler? Wie so viele Zuschauer war ich von diesem abgrundtief bösen Antagonisten fasziniert, der das wohlige Gegengewicht zu den durchweg guten Kinderhelden bildete in der - bei aller Düsternis - doch grundsätzlich optimistischen Feel-Good-Serie namens Stranger Things.
Die Rückblenden haben auf sehr fesselnde Weise den Werdegang von Henry Creel nachgezeichnet, der rückblickend betrachtet zu keinem anderen Ziel als seinem bewusst brutal inszenierten Tod durch Eleven und Joyce führen konnte.
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Stranger Things: Im Trailer zu Staffel 5 rüsten sich Eleven und ihre Freunde für den finalen Kampf gegen Vecna
Henry wurde nicht als das personifizierte Böse geboren, sondern ähnlich wie Darth Vader oder Saren aus Mass Effect durch den Lauf der Ereignisse geprägt und in eine Form gegossen. Seine Geschichte ist eine Kette aus traumatischen Ereignissen, beginnend mit der Infektion durch den Mind Flayer als Kind.
Diese parasitäre Verbindung mit dem ominösen Monster veränderte ihn auf zellulärer Ebene. Seine spätere Misanthropie war also kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat einer schleichenden Entmenschlichung. Was Stranger Things zum Glück vermeidet: dem Fiesling am Ende diese Menschlichkeit wiederzugeben.
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