Ende Februar zog sich Netflix aus dem Ringen um die Übernahme von Warner Bros. zurück und überließ Paramount für 111 Milliarden US-Dollar das Feld. Der »Megamerger« muss noch von den staatlichen Regulierungsbehörden der USA genehmigt werden, doch eigentlich hat Netflix damit nichts mehr zu tun.
Laut dem Chef-Anwalt von Paramount, Maken Delrahim, mischt sich Netflix aber weiter ein und soll, so der Vorwurf, Lobbyismus gegen den Deal betreiben.
»Verbannte Erde«
Laut Delrahim soll Netflix eine Taktik der »verbrannten Erde« verfolgen und den Zusammenschluss von Paramount und Warner mit dem Kauf von 21st Century Fox durch Disney im Jahr 2019 vergleichen.
Paramounts Chef-Anwalt zufolge soll Netflix warnen, dass große Zusammenschlüsse zu weniger Produktionen und weniger Wettbewerb führen würden. Er erklärt laut Variety:
Wir wissen, dass Netflix im Rahmen seines umfassenden Stellvertreterkriegs gegen die Transaktion versucht hat, die Teamsters [Gewerkschaft in Nordamerika] und andere Interessengruppen davon zu überzeugen, dass sich die Übernahme von Fox durch Disney negativ auf die Produktion von Inhalten und die Beschäftigungsmöglichkeiten ausgewirkt habe. Offen gesagt weicht Netflix’ Weltuntergangs-Szenario erheblich von der tatsächlichen Realität ab, wie sich die Dinge wirklich zugetragen haben.
Die Gewerkschaft Teamsters hatte sich nach Bekanntgabe des Deals mit kritischen Worten an die US-Regierung gewendet, da der Zusammenschluss etwa 15.000 ihrer Mitglieder in der Filmindustrie betrifft. Sie wollen für die Sicherheit dieser Beschäftigten sorgen.
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Netflix weist Vorwürfe zurück
Der Streaming-Anbieter gibt jedoch an, mit dem Deal abgeschlossen zu haben und sich auf die eigenen Produktionen zu konzentrieren. Ein Sprecher sagte gegenüber Variety:
Diese Behauptungen von Paramount Skydance sind absurd. Wir haben uns bereits vor Monaten aus diesem Geschäft zurückgezogen und konzentrieren uns weiterhin auf unser eigenes Geschäft, nicht auf das ihre. Letztendlich liegt es an den Aufsichtsbehörden, diesen Deal zu genehmigen und zu entscheiden, ob er im besten Interesse der Branche und aller Beteiligten ist.
Der Zusammenschluss von Paramount und Warner würde für ein gigantisches Film- und Serienangebot unter einem Dach sorgen. Kritisch sehen das jedoch nicht nur die Gewerkschaften. Etwa 1.000 Filmschaffende aus Hollywood sprachen sich öffentlich gegen den Deal aus. Zudem macht vielen die Nähe von Paramount-Chef David Ellison zur Trump-Regierung Sorgen.
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