Bitte gebt mir einfach das Messer
Mein größtes Problem mit Subnautica 2
Unsterbliche Fische sind ein Immersions-Problem
Ein Blick auf Reddit verrät schon, was die Community von Subnautica 2 gerade wohl am meisten beschäftigt (neben Kreaturen, die sich in mein U-Boot verlieben). Wie schon die Vorgänger will das Survivalspiel nicht, dass ich gefährliche Kreaturen einfach töte.
Wo es im Vorgänger immerhin noch ein Messer gab, habe ich jetzt nur eine Art kleinen Hammer, mit dem sich ein Leviathan wohl kaum beeindrucken lässt. Vielen Spielerinnen und Spielern stößt der verordnete Pazifismus sauer auf. Für mich ist er dagegen eines der Dinge, die Subnautica einzigartig und zu einem der besten Survivalspiele überhaupt machen.
Überleben statt Kämpfen
So gut wie jedes Spiel, in dem ich eine Open World erkunde oder überleben muss, lässt mich auch in irgendeiner Form kämpfen. Schießerein und Kloppereien sind nun mal das naheliegendste, wenn es darum geht, einen abwechslungsreichen Gameplay-Loop zu konstruieren. Und versteht mich nicht falsch: Ich liebe es, in fast jedem Spiel zu kämpfen!
Aber ich liebe es ebenso, dass Subnautica 2 mir mal eine Abwechslung von der üblichen Survivalkost bietet. Hier geht es wirklich nur ums Überleben als fragiler Mensch und Forscher in einer fremden, feindlichen Welt. Zu Beginn kann ich nicht einmal die Luft auf dem Planeten atmen oder mir Nahrung aus Fischen und Pflanzen zubereiten. Ich kämpfe eben schon ums Überleben, nur eben nicht, indem ich Fische erschieße (wir sind ja nicht am Brombachsee).
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Subnautica 2 ist genial, aber... | mit Holla die Waldfee und Haselnuuuss
Ich muss es den Entwicklern auch lassen, dass es ihnen überhaupt gelingt, ein gutes Spiel ohne Kämpfe zu bauen, das auch nicht rein auf Horror oder Erzählung setzt. Aber die geniale Unterwasser-Open-World reicht eben schon aus:
Ich entdecke faszinierende Kreaturen (die manchmal eben gerne an meinem Bein knabbern), geheime Basen und stückele mir die düstere Geschichte meiner Vorgänger zusammen. Stück für Stück dringe ich weiter ins Unbekannte vor, sammle neue Ressourcen und schalte praktische Upgrades und neue Werkzeuge frei.
Kämpfe sind für mich in diesem Spielkonzept nicht nur unnötig, sie würden mich sogar stören und meine Faszination untergraben.
Die Furcht bleibt
Das Stichwort ist (Ehr-)Furcht. Die Welt von Subnautica 2 flößt mir Respekt ein: Ich bin hier nur ein Eindringling, ein Fremdkörper für die Fauna und Flora des Planeten. Anders als andere Spielwelten kann ich mir diese nicht untertan machen, sie richtet sich nicht nach mir. Es gibt kein Endgame, indem ich vor Kampfeskraft fast platze und selbst die schwierigsten Gegner mit einem Fingerschnippen umfallen.
1:41
Subnautica 2 zeigt neuen Trailer und alle haben nur Augen für diesen verdächtigen Unterwasser-Baum
Nein, in Subnautica bleibt die Furcht vor der Tiefe immer bestehen, und wird eher noch schlimmer, je weiter ich ins Unbekannte vordringe. Damit bleibt die Welt aber auch nach dutzenden Stunden noch faszinierend, weil sie eben nicht immer berechenbar und vor allem besiegbar ist. Ich schwimme nur, im besten Fall unauffällig, zwischen all den Riesenkrabben, Haien und Leviathanen durch, die immer furchteinflößend bleiben, weil ich sie nicht einfach töten kann.
Ja, ich würde den frechen Fischen manchmal auch gerne eins auf die Mütze geben, aber für mich würde das Subnautica 2 auch ein bisschen kaputt machen.
Das heißt natürlich nicht, dass Subnautica 2 sich nicht noch verändern kann - und sollte. Die Entwickler haben etwa schon angekündigt, Angriffe von Kreaturen möglicherweise seltener, dafür aber gefährlicher zu machen. Für mich wäre das ein Schritt in die richtige Richtung. Aktuell sind nämlich manche Gegner noch eher nervig als furchteinflößend.
Für mich wäre auch vorstellbar, dass es in Zukunft mehr Möglichkeiten gibt, Gegner abzuschrecken, ohne sie gleich zu Fischstäbchen zu verarbeiten. Nur ein Messer brauche ich wirklich nicht.
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