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The Batman in der Filmkritik: So gut war Batman seit Dark Knight nicht mehr

The Batman ist endlich da und tatsächlich der beste Film um den DC-Helden seit The Dark Knight geworden. Lest in unserer Filmkritik, wie gut sich Robert Pattinson als Dunkler Ritter schlägt.

von Vali Aschenbrenner,
03.03.2022 11:51 Uhr

The Batman ist ein Fest - und das nicht nur für DC-Fans. Bildquelle: Warner Bros. The Batman ist ein Fest - und das nicht nur für DC-Fans. Bildquelle: Warner Bros.

Ein neues Jahr, ein neuer Batman. Nach Ben Affleck, Christian Bale, Michael Keaton und Co. schlüpft jetzt Robert Pattinson in das Kostüm von Gothams Dunklen Ritter. Hätte es den neuen Film von Regisseur Matt Reeves wirklich gebraucht? Nicht unbedingt. Wir sind trotzdem froh, dass The Batman endlich in den Kinos gestartet ist. 

Denn hierbei handelt es sich um eine der besten Versionen von DCs Fledermaus, die jemals auf der großen Leinwand Verbrecher verprügeln durfte. Wir klären in unserer Filmkritik, auf was ihr euch freuen dürft.

Um was geht es in The Batman überhaupt?

The Batman steht auf völlig eigenen Beinen. Das bedeutet, dass sich der neue Film von Matt Reeves (Planet der Affen, Cloverfield) aktuell keinem bekannten DC-Universum zuordnet. Robert Pattinsons Batman hat also nichts mit dem DCEU zu tun, welches sich aus Wonder Woman, Aquaman oder The Flash zusammensetzt - und genauso wenig mit Zack Synders Justice League.

The Batman bleibt vom Ausmaß der eigenen Geschichte her verhältnismäßig überschaubar. Es müssen nicht gleich wieder Welten gerettet oder außerirdische Invasoren in ihre Schranken verwiesen werden. Stattdessen dreht sich die Geschichte von The Batman um ihren Titelhelden (Robert Pattinson), der sich in seinem zweiten Jahr als Verbrechensbekämpfer mit einem neuen Schurken herumschlagen muss.

So erschüttert die Mordserie des mysteriösen Riddlers (Paul Dano) ganz Gotham City. Der intellektuelle Psychopath scheint Batman stets zwei Schritte voraus zu sein. Mit der Hilfe von Lieutenant James Gordon (Jeffrey Wright) und der diebischen Selina Kyle a.k.a. Catwoman (Zoe Kravitz) versucht Batman, dem Bösewicht auf die Schliche zu kommen. Dabei dringt er immer tiefer in Gothams Unterwelt und versinkt in einem Sumpf aus Korruption. 

Mehr sollte man an dieser Stelle auch gar nicht zur Story verraten - je weniger ihr darüber wisst, desto besser. Einen konkreteren Eindruck erhaltet ihr im folgenden Trailer, der auch nicht zu viel vorwegnimmt:

The Batman - Der erste Film-Trailer gibt Einblicke in Bruce Waynes düstere Anfänge 2:23 The Batman - Der erste Film-Trailer gibt Einblicke in Bruce Waynes düstere Anfänge

Für wen ist The Batman interessant?

Nach den Werken von Tim Burton, Joel Schumacher, Christopher Nolan, Zack Snyder und sämtlichen Animationsfilmen kann man guten Gewissens infrage stellen, ob es ein weiteres Leinwandabenteuer der Fledermaus überhaupt gebraucht hätte. Ist Batmans Potenzial für's Kino nicht mittlerweile längst ausgeschöpft? Was soll nach dem zigsten Reboot überhaupt noch Neues erzählt werden?

Tatsächlich schafft es Matt Reeves, dem Batman-Mythos im Kino eine völlig neue und damit unverbrauchte Facette zu verleihen. The Batman ist kein Actionfilm im klassischen Sinne, sondern viel mehr ein Krimi mit starken Thriller-Einschlägen. Des Riddlers Mordkomplott, das Robert Pattinsons Titelheld aufzulösen versucht, stellt von Anfang bis Ende den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte dar.

Aufgelockert und bereichert wird die clevere Handlung durch nicht zu wenige und spektakuläre inszenierte Actionsequenzen und starke Charaktermomente. Egal, ob Prügel- und Schießereien oder Verfolgungsjagden mit dem Auto oder Motorrad - The Batman drückt auch bei Freunden des gepflegten Actionkinos sämtliche Knöpfe und liefert gleichzeitig eine fesselnde Handlung, die ihren Zuschauer geistig nicht unterfordert.

The Batman meistert ein Kunststück, an dem viele Filme zuvor schon scheiterten: Es werden nicht nur Fans bedient, die Batman bereits in- und auswendig kennen, sondern auch diejenigen, die mit DC oder Comicverfilmungen eigentlich gar nichts am Hut haben. Gleichzeitig wird auch nicht imitiert oder kopiert, was bereits in der Vergangenheit funktioniert hat. 

Ihr müsst euch also nicht auf einen müden Abklatsch von The Dark Knight einlassen, weil The Batman gar nicht erst in diese Richtung vorstößt. The Dark Knight und The Batman sind zwei Filme, die zwar dieselbe Figur in den Mittelpunkt stellen, aber in völlig verschiedene Richtungen gehen - stilistisch sowie dramaturgisch. Vergleichen lassen sich die Filme aber trotzdem. Denn beide Werke sind ähnlich gut und wer The Batman links liegen lässt, verpasst etwas.

Robert Pattinson ist vielleicht unser neuer Lieblings-Batman. Bildquelle: Warner Bros. Robert Pattinson ist vielleicht unser neuer Lieblings-Batman. Bildquelle: Warner Bros.

Stärken und Schwächen von The Batman

Was uns an The Batman gefallen hat

  • Die Story: The Batman erzählt die beste Detektiv-Geschichte aller Batman-Filme überhaupt. Entsprechend frisch und unverbraucht wirkt Matt Reeves’ Werk zu jeder Minute und langweilt zu keinem einzigen Moment seiner knapp dreistündigen Laufzeit. Die Story ist spannend erzählt und strotzt voller ausgeklügelter Momente, die Zuschauer nicht nur an der Stange halten, sondern deren Aufmerksamkeit auch belohnen. Zu verkopft oder kompliziert wird es aber nie und Batman wird seinem Ruf als weltbester Detektiv endlich auch mal im Kino gerecht.
  • Batman: Matt Reeves und Robert Pattinson liefern den vielleicht interessantesten Batman ab, den wir seit der Interpretation von Tim Burton oder Michael Keaton gesehen haben. Statt Batman in Kinderschuhen oder alt und verbittert bekommen wir hier eine Variante präsentiert, die noch dazulernt und zugleich nicht mehr ganz grün hinter den Ohren ist. Ebenso bleibt Platz für die nie verarbeiteten Traumata Bruce Waynes, die nicht zu einer simplen Fußnote verkommen, ganz im Gegenteil. Robert Pattinson bringt aber nicht nur die tragischen Facetten des Charakters zur Geltung, er verfügt im Kostüm über eine imponierende physische Präsenz, an die selbst viele seiner Vorgänger nicht rankommen. 
  • Das Ensemble: The Batman ist nahezu vollgestopft mit ikonischen Batman-Charakteren. Von Bruce Wayne (Robert Pattinson), Alfred Pennyworth (Andy Serkis), Selina Kyle (Zoe Kravitz) über den Pinguin (Colin Farrell), den Riddler (Paul Dano) bis zu James Gordon (Jeffrey Wright) oder Carmine Falcone (John Turturro). Interessanterweise kommt dabei so gut wie keine Figur zu kurz und erhält ausreichend Luft zum Atmen - was aber auch den durchgängig starken Performances der Darsteller zu verdanken ist. Regisseur Matt Reeves hält sich dabei auch nicht mit dem Wiederkauen altbekannter Schemata an, die wir bereits zigmal in vorangegangenen Versionen des Helden zu sehen bekamen.
  • Die Action: Obwohl man The Batman guten Gewissens als klassischen Noir-Krimi bezeichnen kann, kommt die Action im Film keineswegs zu kurz. Stattdessen gibt es mehr als genügend aufregende Kämpfe oder Verfolgungsjagden, bei der jeder Schlag spürbar schmerzt und die mit beeindruckenden Choreographien daherkommen. The Batman verbindet miteinander, was die Comics bereits großartig macht, ohne dabei Kompromisse einzugehen.
  • Der Score: The Batman verfügt über eine wirklich fantastische musikalische Untermalung des Komponisten Michael Giacchino, welche die düstere Noir-Stimmung des Films zusätzlich festigt. Nicht nur der allgemeine Score fällt absolut atmosphärisch auf, The Batman verpasst Robert Pattinson ein persönliches Charakter-Theme, welches sich schon bei der ersten Szene in unser Hirn gebrannt hat. Bei jedem Auftritt des Titelhelden freuten wir uns schon auf das Erklingen seiner Melodie - oder umgekehrt bei jedem subtilen Aufbauen des Themes auf Batmans Auftritt.

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Was uns an The Batman nicht gefallen hat

  • Der Schurke: Am neuen Riddler werden sich die Geister scheiden. Denn Paul Dano (There Will Be Blood, Little Miss Sunshine) kann man sein schauspielerisches Talent nicht absprechen. Unter dem Riddler-Kostüm kommt das aber größtenteils noch schlechter zur Geltung, als das von Tom Hardys Bane aus The Dark Knight Rises. Ist der Riddler in The Batman aber erstmal demaskiert, erinnert Danos Interpretation in den fragwürdigsten Momenten fast schon an Jim Carreys Riddler oder Tommy Lee Jones’ Two-Face aus Batman Forever - überdrehte Joker-Imitate, die eher irritieren statt Angst einflößen. Dass sein Schurke immens eindimensional und flach bleibt, hilft da natürlich auch nicht.
  • Batmans Superkräfte: Natürlich hat auch Robert Pattinsons Batman keine Superkräfte im klassischen Sinn. Es sei denn, man ignoriert die pure Willenskraft des Dunklen Ritters, sämtliche noch so lebensgefährliche Verletzungen einfach abzuschütteln. So wird Robert Pattinson Stromschlägen ausgesetzt, in die Luft gejagt und natürlich regelmäßig angeschossen - was in der nächsten Szene schon wieder vergessen zu sein scheint. Diese undurchdringbare “Plot Armour” wirkt in einer so geerdeten Detektiv-Geschichte wie The Batman sie erzählt fehl am Platz und dehumanisiert seinen Titelhelden. Wobei man bezüglich Letzterem natürlich diskutieren kann, ob genau dies nicht beabsichtigt ist.
  • Der Sequel-Tease: Natürlich wird The Batman sehr wahrscheinlich eine Fortsetzung bekommen. Heutzutage kann ja auch kein Film mehr entwickelt werden, ohne dass nicht bereits im Vorfeld ein Sequel, Prequel, Spin-Off oder was auch immer zur Diskussion steht. The Batman hätte darauf nur noch plakativer anspielen können, indem der Titelheld das augenzwinkernd in die Kamera verkündet. Mit subtil hat der Ausblick auf die unvermeidbare Fortsetzung nichts zu tun, weshalb der uns lediglich ein müdes Schulterzucken entlocken konnte.

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