Vergangenen Donnerstag startete die Twitter- respektive X-Alternative in Deutschland und man fragt sich berechtigterweise: Wo sind die Unterschiede und braucht’s Threads überhaupt?
Ich habe das Selbstexperiment gewagt und die App heruntergeladen – und das ganz ohne Twitter-Nostalgie. Das war mir immer zu schnelllebig und unnütz, doch ich habe meine Meinung geändert.
Wichtig: Das ist kein Artikel für oder gegen Threads, sondern darüber, wieso ich es nutze und wie ich es mir zu Nutze mache, was wiederum euch helfen kann.
Social Media: Fluch oder Segen?
Ertappt: Ich habe auch einen Facebook-Account. Den habe ich vor 14 Jahren (na, fühlt ihr euch auch alt?) angelegt, weil man das damals halt so gemacht hat. Nutzen tu' ich ihn so gut wie gar nicht.
Jahrelang waren mir die sozialen Medien egal. Ich will meine Zeit nicht beim ewigen Scrollen verschwenden, auf der Suche nach der schnellen Ablenkung.
Doch plötzlich war ich Content Creator und das hat alles verändert.
Im stillen Kämmerlein Bücher zu schreiben, ist schön und gut – bloß bekommt das niemand mit. Wenn man als Autor oder Autorin Fuß fassen will, muss man sich in den Pfuhl namens Social Media begeben (und was ich da erlebt habe, reicht wiederum für sein eigenes Buch).
Für mich sind die sozialen Medien eine Möglichkeit, Leserinnen und Leser an meinem Schaffensprozess teilhaben zu lassen. Und es ist schlicht und einfach ein Werbe-Tool.
Welches Tool ich zum Schreiben verwende (das auch meinen Kollegen Patrick Poti überzeugt hat):
Soziale Medien sind mächtige Werkzeuge
Es ist leicht, über Instagram, TikTok und Co. zu schimpfen. Sie werden mit jungen Menschen, die nur auf Bildschirme starren, gleichgesetzt.
Fakt ist aber: Wer Content kreiert, auf welche Art und Weise auch immer, und damit jemanden erreichen möchte, muss in den sozialen Medien stattfinden.
Ich habe mir auf Instagram mittlerweile eine kleine, feine Anhängerschaft zusammengestellt, die stetig wächst. Geschafft habe ich das vor allem durch eins.
Mehrwert.
Das kostet verdammt viel Zeit. Ich brauche Ideen, ich muss Bilder basteln und Texte schreiben. Wenn ich das Insta-Spiel gescheit spielen will, muss ich Zeit investieren.
Wie sich ChatGPT beim Bücherschreiben schlägt? Ich hab’s mit einer absurden Idee versucht:
Aber wieso denn jetzt Threads?
Weil ich auf Threads salopp gesagt auch mal die Hose runterlassen kann. Ich muss keine Posts vorproduzieren oder Bildchen basteln und spreche trotzdem meine Zielgruppe an.
Während auf Instagram glattgebügelte, heile Welt ist, kann man auf Threads ein wenig querschießen, wie auf Twitter eben. Nur in dieses Loch will ich mich aus guten Gründen nicht begeben.
Der Vorteil für mich: Ich spreche auch neue Leute an, die wegen eines frechen Spruchs zur Buchwelt oder wegen eines Memes auf mich aufmerksam wurden – und die checken dann womöglich meinen Content aus. Win-win.
Ich nutze das Medium, um schnelle Gedanken in den Äther zu feuern. Nicht über mein Frühstück, sondern zu den Themen, die meine Zielgruppe interessiert. Ich supplementiere so meine Marke und den Content mit Mehrwert.
Das sind meine Tipps
Die gelten für alle Netzwerke und für Poster und Leser gleichermaßen.
Algorithmus kuratieren: Wenn ihr nur das sehen wollt, was euch wirklich interessiert, interagiert mit Posts, die euch gefallen, und blendet aus, was ihr nicht mögt. Irgendwann bekommt ihr zielgerichtet das zugespielt, was euch wirklich interessiert.
Das ist der Grund, weswegen ich den Algorithmus auf YouTube hege und pflege wie mein Baby.
Pausenerinnerung nutzen: »Doom Scrolling«, also das endlose Durchforsten von Posts, ist eine ernste Sache und klaut Zeit. Lasst euch erinnern, wenn Schluss ist und nutzt eure Zeit weise. Threads hat eine solche Funktion direkt eingebaut.
Sich klar werden, wen man ansprechen (und selbst lesen) will: Folgt ihr Schauspielern? Wollt ihr Leserinnen und Leser finden? Seid ihr wegen Memes auf einer Plattform? Je punktgenauer ihr wisst, was ihr wollt, desto zielgenauer ist der Algorithmus und jeder gewinnt.
Spaß haben: Bei so vielen Posts, die auf solchen sozialen Medien regelrecht durchballern, kann einem schwindelig werden. Nutzt Social Media nicht, wenn es euch zuwider ist, und wenn ihr Leute ansprechen wollt, nutzt es so, wie es euch selbst guttut.
Fazit
Ja, Threads ist wie Twitter, in Aussehen, Ausführung und Schnelllebigkeit. Braucht man Threads?
Auf keinen Fall.
Soziale Medien können aber auch eine Chance sein, Gleichgesinnte zu finden, Werbung für seinen Content zu machen oder gezielt Inhalte zu erhalten, die einen selbst interessieren. Die »korrekte« Nutzung vorausgesetzt.
Wer sich die gute alte Twitter-Zeit zurücksehnt, könnte bei Threads glücklich werden. Das Einzige, was die beiden trennt: Auf X darf man auch Ab-18-Inhalte posten.
Social Media ist nicht automatisch schlecht, wenn man es auf seine Bedürfnisse anpasst und das gilt auch für Threads.
Benutzen lassen tue ich mich nicht mehr von Streamingdiensten. Die sind nämlich zu dem geworden, was sie versprochen hatten, zu bekämpfen.
Die sozialen Medien verleiten schnell dazu, über sie zu schimpfen. Man kann sie allerdings auch zu seinem eigenen Vorteil nutzen, sowohl als Konsument als auch als Content Creator. Habt ihr Threads schon runtergeladen? Wie steht ihr grundsätzlich zu sozialen Medien? Habt ihr sie auch eurem Willen gebeugt? Schreibt es gerne in die Kommentare.




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