Langer Zopf bis zur Hüfte, akrobatische Sprünge aus dem Handstand, Dual-Wield-Pistolen – meine Lara Croft ist sowas von zurück! Warum »meine«? Weil ich mit dieser Ikone aufgewachsen bin. Die Abenteuer der furchtlosen Archäologin waren der Grund, weshalb ich mich überhaupt in Videospiele verliebt habe und heute hier bei GameStar gelandet bin.
Entsprechend hoch schlägt mein Nostalgie-Herz, als ich auf der gamescom 2026 brandneues Hands-Off-Material zur Damokles-Prüfung in Griechenland anschaue. Nicht, dass ich an Dimis Preview vom Summer Game Fest gezweifelt hätte, aber ich kann mich meinem Kollegen nur anschließen: Legacy of Atlantis schaut selbst in der frühen Alpha-Version einfach zum Anbeißen aus! Das Remake ist wunderschön und sieht exakt so aus, wie ich das Original aus dem Jahr 1996 in meinen nostalgisch-verklärten Erinnerungen abgespeichert habe.
Bei der Präsentation und im direkten Gespräch mit Michał Kuk (Creative Director) und Jeff Adams (Experience Director) habe ich genauer nachgehakt, um für euch die größten spielerischen Unterschiede zum Original herauszuarbeiten. Los geht's!
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Tomb Raider: Legacy of Atlantis ist das schönste Spiel, das ich seit langem gesehen habe
1. Crafting statt Medipacks
In der Demo passiert es direkt zu Beginn: Lara wird von einem Fledermausschwarm verletzt (ja, die nervigen Biester sind auch zurück!) und muss sich heilen. Aber anstatt einfach ein ikonisches Erste-Hilfe-Set vom Boden aufzuklauben, sammelt sie Ressourcen und bastelt sich kurzerhand selbst eine Heilsalbe. Später im Level braut sie sich sogar einen Forscher-Eintopf, der den erlittenen Schaden durch Fallen – wie etwa die berühmten Damokles-Schwerter, die von der Decke regnen – für kurze Zeit spürbar verringert.
Experience Director Jeff Adams hat mir im Interview eine sehr einleuchtende Erklärung dafür geliefert. Während man inmitten der pixeligen Grafik von 1996 noch vieles verzeihen konnte, wirkt es in der heutigen, nahezu fotorealistischen Darstellung einfach völlig absurd, wenn in einem seit tausenden von Jahren versiegeltem Grab oder Ruinen plötzlich ein frisches, modernes Medipack herumliegt. Die Entwickler wollen, dass Lara sich authentisch und organisch durch die Umgebung schlägt und ihr Überleben selbst in die Hand nimmt.
So habe ich noch nie darüber nachgedacht, aber es klingt absolut logisch. Auch wenn ich kleine Snacks wie in Blätter eingewickelte Maden und Raupen noch etwas realistischer fände als Eintöpfe und Kartoffelrezepte. Hakuna Matata oder so.
2. Der neue Scanner
Als Lara in der Demo vor einem gewaltigen Tor steht, zückt sie ein brandneues Gadget: den Scanner. Anstatt wie früher stumm die Umgebung abzusuchen, analysiert das Gerät prompt den Mechanismus und verrät uns, dass vier Schlüssel benötigt werden, von denen drei bereits eingesetzt sind. Auch andere interessante Objekte in der Umgebung lassen sich damit auf Knopfdruck hervorheben.
Jeff Adams erklärt direkt während der Präsentation, wofür das Gadget eigentlich gedacht ist. Seine größte Stärke liege in der Lore-Funktion. Der Scanner analysiert antike Objekte und liefert spannende historische Hintergründe, mit denen Lara die Geschichte der Ruinen besser rekonstruieren kann. Darüber freue ich mich tatsächlich sehr, schließlich habe ich als Kind damals im Original viele Anspielungen auf Mythologie und Legenden nicht verstanden.
Warum wurde Lara beispielsweise zu einer Goldstatue, als sie auf die Hand von König Midas geklettert ist?! Für die Erklärung müsst ihr in Legacy of Atlantis keine Bücher mehr wälzen (oder googeln), sondern bekommt die Antwort direkt im Spiel.
Aber keine Sorge: Die Rätsel-Hilfe ist komplett optional. Wer das befriedigende Gefühl sucht, die Architektur eigenständig zu lesen und sich die Lösungen hart zu erarbeiten, lässt den Scanner einfach in Laras Rucksack. Das Spiel zwingt uns also nicht dazu, ihn einzusetzen. Wer aber gerne ein paar Tipps hätte, kann jederzeit auf das Gerät zugreifen.
3. Die neue Levelstruktur
Wie Creative Director Michał Kuk im Interview verrät, wurden die Level für Legacy of Atlantis nicht einfach Block für Block nachgebaut. Stattdessen hat er die alten Areale vor seinem inneren Auge Revue passieren lassen und die prägenden Kern-Erinnerungen als Fundament genommen. Alles dazwischen wurde organisch und neu strukturiert, um die ikonischen Momente zu stützen und gut zur Geltung zu bringen.
In der Demo zeigen uns die Entwickler beispielsweise die Damokles-Prüfung in Griechenland. Natürlich dürfen hier die Schwerter nicht fehlen, die es Lara schwer machen, die Kammer einfach wieder zu verlassen. Die Schwerter wurden also als Kernelement behalten, weil viele Tomb-Raider-Fans sich auch an diese Prüfung erinnern. Drumherum wurde das Rätsel aber erweitert, modernisiert und beinhaltet jetzt mehr Plattforming-Passagen und Klettereinlagen als das Original.
Das finde ich als Tomb-Raider-Veteran fantastisch! Schließlich erlebe ich mein liebstes Abenteuer nochmal aus einem komplett neuen Winkel, selbst wenn ich die Level schon in und auswendig kenne.
4. Skilltrees und Zeitlupe
Dass wir in Legacy of Atlantis irgendeine Art von Evolution des Kampfsystems erleben, ist nun wirklich keine Überraschung. Denn die Schießereien im Original waren wirklich aufs absolute Minimum beschränkt. Im Remake hüpft Lara durch die Gegend, weicht mit akrobatischen Kunststücken aus, ballert mit ihren ikonischen Pistolen, was das Zeug hält – und setzt sogar Zeitlupe ein, um noch schneller, noch mehr Schaden anzurichten. Ist der sogenannte Fokus-Balken aufgefüllt, können wir die Zeit verlangsamen und präzise Treffer aneinanderreihen.
Jeff Adams erklärt mir im Interview, dass moderne Fortschrittssysteme eingebaut wurden, damit Spielerinnen und Spieler ihren eigenen Spielstil finden können. Wer an bestimmten Stellen Schwierigkeiten hat, kann Lara so gezielt verbessern.
Genau dafür lieferte die Demo direkt ein Beispiel: Als einige Aufhängungen der Damokles-Schwerter an der Decke für normale Schüsse zu weit weg und zu schwer zu treffen waren, rüsteten die Entwickler kurzerhand die »Dead Eye«-Fähigkeit aus, die Lara genau bei solchen Präzisionsschüssen auf Distanz unter die Arme greift. Wer diese modernen Komfortfunktionen nicht mag, soll den Skilltree laut Adams aber auch einfach ignorieren können.
Was ist sonst noch neu?
- Dynamische Musik: Die ikonischen Melodien von damals wurden für das Remake atmosphärisch komplett neu arrangiert und untermalen die Erkundung nun mit einem modernen, dynamischen Orchester-Soundtrack – schwellen etwa bei Kämpfen an und ziehen sich beim reinen Erkunden wieder zurück.
- Outfits durch Sammelobjekte: Wer in den Gräbern fleißig jeden Winkel nach versteckten Artefakten absucht, darf zur Belohnung alternative Kleidungsstücke für Lara freischalten.
- Der Greifhaken: Mit dem neuen »Grapple Cuff« am Handgelenk kann sich Lara künftig nicht nur elegant über Abgründe schwingen, sondern auch ferne Schalter betätigen oder schwere Objekte heranziehen.
- Schlaue Tierwelt: Raubtiere wie der Leopard verhalten sich deutlich cleverer, nutzen das Terrain zu ihrem Vorteil und versuchen sogar, Lara unbemerkt in den Rücken zu fallen.
- Eine gesprächige Lara: Lara kommentiert nun nicht nur gelegentlich das Geschehen, sondern liefert sich sogar Funk-Schlagabtausche mit ihrem Rivalen Pierre Dupont.
Tomb Raider: Legacy of Atlantis erscheint am 12. Februar 2027 für PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2.
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