Es war wieder CES. Das heißt nicht nur massig kuriose Geräte wie transparente Fernseher, oder TVs, die sich zusammenfalten lassen, sondern auch die neuen Line-ups der Hersteller.
Besonders im TV-Bereich steht ein Wert im Fokus: Spitzenhelligkeit. Sowohl Samsung als auch LG werben mit brachialen 3.000 Nits für ihre S95D- respektive G4-Serie. Hisense setzt sogar noch einen drauf und verspricht 10.000 Nits in der Spitze.
Doch braucht ihr überhaupt so einen Strahlemann? Und wie wichtig ist Helligkeit für die Bildqualität als solche?
Es ist nicht alles Licht, was scheint
Wichtig zu wissen: Natürlich strahlt nicht der ganze Bildschirm konstant auf 3.000 oder 10.000 Nits. Die Messwerte entstehen dadurch, dass zehn Prozent des Bildschirms mit reinem Weiß bestrahlt werden.
Je größer die Projektionsfläche, desto dunkler wird der Screen. Am Ende bleiben bestenfalls noch ein paar hundert Nits übrig.
Werden hier Zahlen frisiert? Ja und nein. Würde man einen Bildschirm mit voller Power rennen lassen, würde das Panel sehr schnell sehr heiß werden und die Pixel wären ziemlich schnell durch. Aber in Filmen hat man immer wieder helle oder weiße Highlights (die gleißende Sonne, Autoscheinwerfer, Lichtreflexionen), die so besser herauskommen.
Je mehr Spitzenhelligkeit ein Fernseher also hat, desto mehr Spielraum besitzt er. Mehr dazu lest ihr in diesem Artikel:
Fernsehen am Tag
Spitzenhelligkeit ist besonders wichtig, wenn ihr in Räumen fernschaut, wo es viel Licht durch Fenster oder Lampen gibt. Hier wirkt es vor allem als Konter gegen Reflexionen (auch »Screen Glare« genannt).
In einer Umfrage zum Thema matt vs. spiegelnd haben sich zwei Drittel von euch für entspiegelte Displays ausgesprochen (die übrigens dieses Jahr von Samsung näher in den Fokus gerückt wurden und »glare-free TVs«heißen)
Besitzt euer TV also mehr Spitzenhelligkeit, sieht das Bild bei Tageslicht besser aus. Günstige Modelle ohne viele Nits hingegen wirken stumpf.
Mehr zum Thema Umgebung in Bezug auf Fernseher – Bild und Klang –, erfahrt ihr in nachstehendem Artikel:
Tone Mapping
HDR-Inhalte, egal ob von einer 4K-UHD-Disk oder via Streaming, werden mit einer Spitzenhelligkeit von 1.000 Nits in der Postproduktion gemastert. Hinzu kommen oftmals Helligkeitsspitzen von bis zu 4.000 Nits, die im Film oder der Serie vorkommen können.
Doch was, wenn euer Fernseher diese superhellen Bildinformationen nicht darstellen kann?
Dann kommt Tone Mapping zum Einsatz.
Was ist »Tone Mapping«?
Tone Mapping ist ein Prozess, bei dem die Helligkeit und Farbe eines Bildes angepasst werden, um den Dynamikumfang auf ein sichtbares und natürlicheres Maß zu reduzieren. Dadurch können kontrastreiche Bilder auf Bildschirmen besser dargestellt werden.
Tone Mapping skaliert Helligkeitsspitzen auf ein Niveau herunter, das der TV darstellen kann. Kurzum: Farben und Kontraste werden verfälscht. Im Umkehrschluss passiert das nicht, wenn euer Fernseher die Nitswerte verarbeiten kann, die der Film verlangt.
Wie hell ist nun hell genug?
Bevor ich diese Frage beantworte, stelle ich eine andere: Gibt es auch »zu hell«?
Ja, gibt es. Da spielt aber auch der Faktor der Umgebung wieder mit hinein. Schauen wir in einem abgedunkelten Raum, benötigt der Fernseher weniger Hintergrundbeleuchtung, auch für Highlights.
Zu grelles Licht macht die Augen müde, das kennen wir. Wenn ein Fernseher im dunklen Raum also im Schnitt mit zu viel Licht auffährt, wirkt es in der Diskrepanz zum Umgebungslicht zu stark und man muss gegebenenfalls manuell herunter dimmen.
1.000 Nits sind hell genug – vorausgesetzt, ihr schaut in einem abgedunkelten Raum TV.
Sind die Unterschiede zwischen QD-OLEDs mit hoher Spitzenhelligkeit und OLEDs mit geringerer Lichtleistung sichtbar? Das hängt wiederum vom Tone Mapping ab. Während Samsungs S95C auch in hellen Räumen ein gutes Bild macht, können gerade in dunkler Umgebung in der Feinabstimmung und Detailwiedergabe Unterschiede entstehen.
Fazit
Also, wie wichtig ist denn nun die Spitzenhelligkeit für Fernseher? Sehr wichtig, denn je höher der Wert, desto mehr Spielraum hat der TV bei den Kontrasten.
Ist heller immer besser? Kommt darauf an. Wenn euer Wohnzimmer taghell ist oder ihr viele Lampen habt, dann ist mehr besser, weil der TV so das Gegenlicht leichter ausgleichen und Reflexionen verringern kann. Alles, was aber über 2.000 Nits geht, ist nur die Kirsche auf dem Eisbecher.
Wie hell ist hell genug? Im abgedunkelten Zimmer sind Pi mal Daumen 1.000 Nits absolut ausreichend. Zu viel kann hier eher das Gegenteil bewirken, wenn das Vollbild als solches zu hell ist.
Quantum Dots hängen ebenfalls mit der Lichtausbeute zusammen. Im Artikel erkläre ich euch, wie.
Spitzenhelligkeit ist ein sehr wichtiger Wert, auf den ihr beim TV-Kauf unbedingt achten solltet. Sind die Nits zu niedrig, sieht das Bild möglicherweise stumpf aus. Doch es gibt auch zu viel des Guten. Ist die Spitzenhelligkeit ein Faktor, auf den ihr in der Vergangenheit geachtet habt? Wie viele Nits schafft euer TV per Angabe vom Hersteller? Kommentiert gerne unter diesem Artikel.

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