Twitch: Gronkh rechnet vor, wie hart die Abo-Preissenkung Streamer trifft

Die Preissenkung der Twitch Subs schlägt große Wellen, denn alle Streamer werden zukünftig weniger Geld verdienen. Gronkh zeigt dazu konkrete Zahlen.

von Dennis Zirkler,
06.08.2021 13:10 Uhr

Am 5. August 2021 hat die Streaming-Plattform Twitch bekanntgegeben, dass die Preise für Abos in Deutschland und Österreich ab sofort um 20 Prozent gesenkt werden. Alle Infos zu den neuen Preisen findet ihr in folgendem Newsartikel:

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Nun gibt's erste Reaktionen auf diese Preissenkung: Während der beliebte Streamer Gronkh zeigt, wie hart große und kleiner Streamer betroffen sein werden, bangen diese bereits um ihren zukünftigen Lebensunterhalt.

Für Twitch-Streamer wird es hart

Auf Twitter hat Gronkh nun eine selbsterstellte Grafik geteilt. Diese zeigt, wie viele neue Abonnenten nun nötig sind, um die fehlenden Einnahmen zu generieren. Auch wenn sich hierhinter nicht die aufwendigste Mathematik versteckt, machen die konkreten Zahlen deutlich, wie hart es in Zukunft sein wird:

Link zum Twitter-Inhalt

Dabei gilt es zu bedenken, dass ein großer Teil der Abonnenten auf Twitch lediglich ihr Amazon-Prime-Abo nutzen, welches einmal monatlich ohne Zusatzkosten genutzt werden kann. Auch diese bringen den Streamern nun nur noch 2 statt 2,50 Euro

Schauen wir uns als Beispiel die Subscriber-Statistik des deutschen Streamers Papaplatte an und gehen davon aus, dass er lediglich 50 Prozent an allen Abonnenten verdient - auch wenn er als großer Twitch-Streamer sicherlich einen größeren Anteil erhält. Von knapp 14.000 aktiven Abos fallen gut 9.300 auf Prime-Nutzer zurück - dies entspricht ziemlich genau 66 Prozent aller Unterstützer.

Twitch bewirbt die Preisänderung als gute Sache, weil sich nun mehr Leute ein Abo leisten können und deshalb die Abonnentenzahlen in die Höhe schnellen sollen, womit die geringeren Einnahmen ausgeglichen werden. Wenn aber ein Großteil der Fanbasis das Prime Sub nutzt, gibt's am Ende weniger Geld - denn mehr von diesen wird es nicht plötzlich geben. Amazon senkt ja schließlich nicht den Preis fürs Prime Abo, nur dessen Wert.

Im Fall von Papaplatte würde dieser also 20 Prozent von 66 Prozent seiner Einnahmen einbüßen, wenn er es schaffen sollte, die Zahl der regulären Abos um 20 Prozent zu erhöhen: Unserer eigenen Rechnung zufolge fehlen ihm unterm Strich dann 13 Prozent. Andere Streamer, mit höheren oder niedrigerem Prime-Abo-Anteil, verlieren dann dementsprechend mehr oder weniger. Gewinnen wird hier lediglich Amazon.

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So reagieren andere Streamer

Natürlich schlug die Preissenkung auch in den sozialen Netzwerken große Wellen, insbesondere auf Twitter. Während viele der bekannten Twitch-Partner schweigen, sehen kleine und mittelgroße Streamer die Änderung kritisch - insbesondere auch wegen der Entwertung der Prime-Abos.

So vermutet etwa Staiy, dass vor allem kleine Streamer die »knackigen« Auswirkungen zu spüren bekommen:

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Die Streamerin Honeyball schreibt, dass sie nun weniger streamen werden kann und sich hingegen mehr auf ihren Job als Illustratorin konzentrieren muss:

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Valorant-Profi Asmoogl hingegen kritisiert die erheblichen Preisdifferenzen und vermutet, dass sich schon bald auf Ebay günstige Subs kaufen lassen oder Zuschauer mit einem VPN die regionale Preisgestaltung zu ihren eigenen Gunsten ausnutzen:

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Dass Asmoogl mit seiner Vermutung richtig liegt, zeigt der Tweet von Inzayniah. Sie hat bereits kurz nach der Preissenkung ein Ebay-Angebot entdeckt, bei dem man günstige Subs erstehen kann:

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Zehn Stück für 16 Euro - bei den Streamern dürfte am Ende nur noch ein kleiner Betrag davon ankommen. In Zukunft wird es also nochmal ein ganzes Stück schwerer, das Streaming zum Beruf zu machen. Und es wäre definitiv schade, wenn uns dadurch spannende Geschichten wie die der Streamerin im 30.000-Dollar-Anzug verwehrt blieben.

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