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Stalking, Gewalt, Drohungen: Schwere Vorwürfe gegen einen großen Streamer halten ganz Twitch in Atem

Ein Skandal um schwere Missbrauchsvorwürfe um die Streamer Emiru und Mizkif erschüttert die Twitch-Szene. Wir fassen die gesamte Situation für euch zusammen.

Die Streamerin Emiru erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Freund Mizkif. Die Streamerin Emiru erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Freund Mizkif.

In einem fast 90-minütigen Livestream hat die Streamerin Emiru, die erst eine Woche zuvor auf der TwitchCon Opfer eines Übergriffs wurde, ihr Schweigen gebrochen und massive Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Partner und Mitgründer des Netzwerks OTK, Matthew »Mizkif« Rinaudo, erhoben.

Ihr von einem Anwalt geprüftes Statement zeichnet das Bild einer toxischen Beziehung, die von psychologischem Missbrauch, häuslicher Gewalt, Stalking, einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff und wiederholten Drohungen geprägt gewesen sein soll.

Wir fassen für euch zusammen, was sich jahrelang hinter der öffentlichen Fassade einer der bekanntesten Streaming-Gruppen abgespielt haben soll.

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Der Retter in der Not

Ihren Anfang nahm die Beziehung Ende 2021, als Emiru aufgrund von eskalierenden Stalking-Problemen in ihrem damaligen Wohnort in Kansas in einer äußerst verletzlichen Situation war. Mizkif, damals bereits einer der größten Streaming-Stars auf Twitch, bot ihr an, nach Austin, Texas, in sein Haus zu ziehen.

Er inszenierte sich dabei als ihren Beschützer und Retter – die Person, die ihr nicht nur Sicherheit, sondern auch beruflichen Erfolg in der umkämpften Streaming-Szene versprach. Diese Konstellation schuf laut Emiru von Beginn an eine massive Abhängigkeit. Was als sicherer Hafen begann und zu einer heimlichen Liebesbeziehung führte, soll sich laut ihrer Schilderung jedoch schrittweise in ein Gefängnis aus Kontrolle und Angst verwandelt haben.

Sie beschreibt, wie er schon bald anfing, ihre Grenzen auszutesten: Sie schildert, wie Mizkif begann, gefüllte Plastikflaschen nach ihr zu werfen. Obwohl sie ihn mehrfach bat, dies zu unterlassen, da es ihr Angst machte, habe er nicht damit aufgehört.

Ein anderes Mal habe er sein Handy in ihre Richtung geworfen und sie dabei am Auge getroffen, was zu einem blauen Auge führte. Jede dieser Situationen sei von ihm als Versehen oder Unfall abgetan worden. Rückblickend, so Emiru, sehe sie diese Phase als gezieltes Austesten ihrer Grenzen.

Diese physischen Grenzüberschreitungen seien Hand in Hand mit einer zunehmenden Kontrolle über ihr Leben gegangen. Mizkif habe begonnen, Einfluss darauf zu nehmen, was sie anzog, mit wem sie sich anfreundete und sogar, an welchen Tagen sie streamen durfte, um nicht mit seinem eigenen Sendeplan zu kollidieren.

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Der Wendepunkt: Ein Ausraster wegen Zuschauerzahlen

Die Situation eskalierte laut Emiru während eines Twitch-Rust-Events Anfang 2024 dramatisch: Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass beide Streamer zur gleichen Zeit live waren. Als Emirus Stream mehr Zuschauer anzog als seiner, sei Mizkif ausgerastet.

Sie schildert, wie er ihr mitten im Stream eine Discord-Nachricht schickte, in der er drohte, sich umzubringen, bevor er seine eigene Übertragung abrupt beendete. Während sie versuchte, vor ihrer Community die Fassung zu wahren, habe er hinter den Kulissen randaliert. Sie hörte, wie er hinter ihrem Zimmer auf und ab ging und die Haustür wiederholt so heftig zuschlug, dass das Schloss dabei zerbrach.

Einen Zusammenschnitt dieser Szenen könnt ihr euch hier ansehen:

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Als sie ihn konfrontierte, habe er ihr vorgeworfen, ihn und andere nur auszunutzen. Dieser Vorfall, ausgelöst durch den beruflichen Konkurrenzkampf, sei für sie der endgültige Beweis gewesen, dass die Situation unhaltbar war. Kurz darauf kündigte sie in einem Stream an, umziehen zu wollen.

Häusliche Gewalt und Todesdrohungen

Anstatt die Situation zu beruhigen, habe Emirus angekündigter Auszug die Aggressionen Mizkifs erst richtig entfesselt: Sie berichtet von systematischer häuslicher Gewalt, bei der er Möbel und Wände in ihrer Anwesenheit zerstörte – die Löcher in den Wänden seien teilweise in alten VODs noch zu sehen. Momente, in denen sie sich aus Angst in ihrem Zimmer einschloss, während er schreiend gegen die Tür hämmerte, seien zur Normalität geworden.

Den wohl erschreckendsten Vorfall schildert Emiru während einer Autofahrt: Aus Wut darüber, dass der YouTuber MrBeast einen anderen Streamer und nicht ihn zu einem Video eingeladen hatte, soll Mizkif in seinem Sportwagen auf über 150 Meilen pro Stunde (ca. 241 km/h) beschleunigt und ihr mit den Worten »Jetzt sterben wir beide« gedroht haben.

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Die Anspannung im Haus sei so unerträglich geworden, dass sie zeitweise heimlich in das Haus ihres Kollegen Esfand schlich, nur um dort in Ruhe schlafen zu können. Doch selbst dort habe Mizkif sie aufgespürt und weiter zur Rede gestellt. Der endgültige Auslöser für ihren sofortigen Auszug war ein Wutausbruch, bei dem er ihren verfluchten Kater Cheddar aus dem Haus warf. Am nächsten Tag, so Emiru, zog sie aus.

Der mutmaßliche sexuelle Übergriff nach der Trennung

Obwohl die räumliche Trennung vollzogen war, riss der Kontakt nicht ab: Nach einer vorübergehenden Trennung im Oktober 2024 bat Mizkif um ein klärendes Gespräch in Emirus neuem Haus. Sie beschreibt eine hochemotionale Situation, in der sie weinend auf der Couch saß, als er sie zu trösten versuchte.

Doch der Trostversuch sei abrupt in einen Übergriff umgeschlagen: »Plötzlich versuchte er, auf mich zu klettern, und schob mir aggressiv seine Hand in die Hose.«

Ihr lauter Schrei habe ihn dazu veranlasst, sofort von ihr abzulassen. Anstatt sich zu entschuldigen oder nach ihrem Zustand zu fragen, habe er nur gesagt: »Ich fühle mich jetzt komisch, ich glaube, ich habe etwas falsch gemacht, ich muss gehen«, und habe das Haus umgehend verlassen.

Aus Angst, die Karrieren von Freunden und Kollegen im gemeinsamen Umfeld zu gefährden, habe sie damals geschwiegen. Dieser Vorfall sei für sie jedoch der endgültige Grund gewesen, im Januar 2025 den Kontakt vollständig abzubrechen.

Stalking, Drohungen und die geplante Schmutzkampagne

Der Kontaktabbruch im Januar 2025 brachte jedoch keine Ruhe. Stattdessen, so Emiru, begann eine monatelange Phase des Stalkings und der Belästigung. Sie dokumentierte über 40 separate Kontaktversuche von Mizkif über Textnachrichten, Discord, Instagram und Anrufe.

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Die Belästigung habe sich auch auf die reale Welt ausgeweitet: Emiru schildert eine Streamer-Party, auf der Mizkif sie gezielt verfolgt und jeden Raum des Hauses durchsucht habe, um sie zu finden. Später habe ihr ein Freund bestätigt, dass Mizkif dies absichtlich getan habe, um zu sehen, wie sie reagiere.

Als die Kontaktversuche ignoriert wurden, seien die Methoden aggressiver geworden: Emiru berichtet von Drohungen, die Mizkif über gemeinsame Freunde und Mitarbeiter an sie herantrug. Er soll angekündigt haben, eine öffentliche Schmutzkampagne gegen sie zu starten, sollte sie jemals über die Vorfälle sprechen. Der perfide Plan: Er wollte behaupten, sie habe ihre eigenen Kaninchen getötet.

Diese Drohung soll sich erst kürzlich auf der TwitchCon wiederholt haben, wo er einem ihrer Mitarbeiter gesagt haben soll: »Wenn Emi jemals versucht, über mich zu sprechen, werde ich sie zerstören.«

Weitere Frauen erheben schwere Vorwürfe

Emirus Statement wirkte wie ein Katalysator und löste eine Welle der Solidarität aus. Innerhalb weniger Stunden meldeten sich weitere bekannte Streamerinnen zu Wort, die ihre eigenen traumatischen Erfahrungen mit Mizkif schilderten und damit das Bild eines systematischen Musters von Missbrauch und Manipulation zementierten.

Qucqo: Vorwurf der sexuellen Nötigung und Rufmord

Die Streamerin Qucqo, die in der Vergangenheit eine Beziehung mit Mizkif führte, veröffentlichte ein detailliertes Statement über ihre Erfahrung. Sie wirft ihm vor, sie sexuell genötigt zu haben, als sie zu betrunken war, um sich zu wehren. Er habe versucht, sie auszuziehen, und sie habe es schließlich geschehen lassen, weil ihr »zu schwindelig war, um sich noch zu kümmern«.

Schlimmer noch: Anschließend habe er sie dazu angeleitet, die Geschichte als einvernehmlich darzustellen, aus Angst, »gecancelt« zu werden. Nach dem Ende ihrer Beziehung habe er eine Rufmord-Kampagne gestartet, schreckliche Gerüchte über sie verbreitet und aktiv versucht, ihre nachfolgende Beziehung zu dem Streamer Lacari zu sabotieren.

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Shibuya Kaho: Belästigung und instrumentalisierte Community

Die japanische Streamerin Shibuya Kaho untermauerte die Vorwürfe mit ihrer eigenen Erfahrung. Nachdem sie Mizkifs respektloses Verhalten (siehe Video unten) während seiner Japan-Reise in einem Tweet kritisiert hatte, schickte er ihr private Nachrichten, die sie in ihrem Stream zeigte.

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Anstatt auf die Kritik einzugehen, waren die Nachrichten voller Selbstmitleid und Schuldzuweisungen (»Du weißt gar nicht, was du mir angetan hast. Bitte lass mich in Ruhe.«).

Gleichzeitig, so Kaho, habe er nichts unternommen, um die massive Welle an Hass und Belästigung zu stoppen, die seine Community, die »Mizkids«, über sie hereinbrechen ließ.

AriaSaki: Ein Mann ohne Reue

Die Streamerin AriaSaki berichtete von einem dreistündigen, privaten Gespräch, das sie mit Mizkif führte, um ihn zur Rede zu stellen, da sie bereits von diversen Vorwürfen gehört habe. Sie beschreibt einen Mann ohne jegliche Reue oder Selbstreflexion, der davon überzeugt sei, nichts falsch gemacht zu haben.

Den schockierendsten Vorwurf erhob sie im Zusammenhang mit dem verstorbenen Streamer Reckful. Mizkif habe ihr gegenüber behauptet, einer der Gründe für Byrons Suizid sei dessen Eifersucht auf ihn und seinen Streaming-Erfolg gewesen. Sie schloss ihr Statement mit den Worten: »Du bist ein beschissener Mensch, Miz. Du bist NICHT das Opfer, du erschaffst sie.«

Mizkifs Gegenschlag

Wenige Stunden nach dem Dammbruch der Anschuldigungen meldete sich Mizkif in einem eigenen, 31-minütigen Statement zu Wort.

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Er bestritt nicht die grundlegende Toxizität der Beziehung, inszenierte sich aber selbst als gebrochener Mann und Teil einer gegenseitigen Zerstörungsspirale, in der er die schwersten Vorwürfe von sich wies.

Er gestand ein, ein »kontrollierender« und »schrecklicher Freund« gewesen zu sein: Seine Wutausbrüche, wie das Zerstören von Wänden, seien real gewesen. Um die Gewaltvorwürfe jedoch zu relativieren, warf er Emiru im gleichen Atemzug vor, ihrerseits »gewalttätig« gewesen zu sein: »Sie warf Kleidung oder Plüschtiere nach mir«, erklärte er mit ernster Miene.

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Den mutmaßlichen sexuellen Übergriff stellte er als einvernehmliche Situation dar, die er falsch interpretiert habe, woraufhin er bei ihrem Schrei sofort aufhörte. Er entschuldigte sich dafür, sich damals nicht für sein deplatziertes Verhalten entschuldigt zu haben.

Zum härtesten Gegenschlag holte Mizkif aus, indem er Emiru schwere Tiervernachlässigung vorwarf. Er präsentierte Videos von verdreckten Kaninchenkäfigen voller Milben und behauptete, mehrere ihrer Tiere seien aufgrund mangelnder Versorgung mit Futter und Wasser sowie fehlender Hygiene gestorben.

Diese angebliche Tierquälerei sei der wahre Grund gewesen, warum er die Beziehung beendet habe – nicht umgekehrt. Er schloss sein Statement mit einer Drohung: Er habe nun »nichts mehr zu verlieren« und werde »nuklear gehen«, um sich zu verteidigen.

Während die öffentliche Auseinandersetzung mit gegenseitigen Anschuldigungen und Drohungen weiter eskaliert und täglich weitere Menschen ihre Stimmen gegen Mizkif erheben, hat Emiru bereits den nächsten, entscheidenden Schritt angekündigt. Sie befindet sich im Prozess, eine einstweilige Verfügung gegen Mizkif in Texas und Kalifornien zu beantragen.