Open Worlds von Ubisoft werden künftig noch größer, nicht kleiner

Ubisofts CEO sieht noch größere offene Welten in der Zukunft der Spieleschmiede als die von Assassin's Creed: Odyssey.

von Mathias Dietrich,
12.09.2019 10:00 Uhr

Assassin's Creed: Odyssey beschäftigte nicht wenige Spieler über 100 Stunden.Assassin's Creed: Odyssey beschäftigte nicht wenige Spieler über 100 Stunden.

Die Spiele von Ubisoft werden groß bleiben und noch weiter wachsen. In einem Interview mit der Website Gamesindustry.biz gab CEO Yves Guillemot an, dass man zumindest in absehbarer Zukunft nicht vorhat, kleiner zu denken. Ganz im Gegenteil.

Guillemot erklärt, dass das Ziel eine Spielwelt der Größe von Assassin's Creed: Unity innerhalb eines Assassin's Creed: Odyssey sei. Was der Spieler in ihr anstellt, soll ihm selbst überlassen bleiben. Eine simple 15-Stunden-Erfahrung soll dabei ebenso möglich sein, wie eine von über 100 Stunden.

Wie ich in Assassin's Creed: Odyssey nach 100 Stunden zum Massenmörder wurde

Macht das noch Geld? Während Ubisofts Spielwelten immer weiter wachsen, bleibt der Kaufpreis für die Titel gleich. Das soll dem CEO zufolge jedoch kein Problem sein. Denn die Zahl der Spieler sei »immens«. Jedes neue Jahr kann Ubisoft eigenen Aussagen zufolge einen Anstieg an Käufern verzeichnen. Und mit einer durchschnittlichen Spielzeit von 60 Stunden erhalten diese in seinen Augen einen guten Gegenwert für ihre Ausgaben.

Mikrotransaktionen helfen weiter: Bekanntermaßen besitzen vor allem die neueren Titel des Entwicklers einen Echtgeld-Shop, in dem ihr zum Beispiel kosmetische Items oder Booster kaufen könnt. Dadurch können die Spiele wesentlich länger »leben«. Ubisoft investiert mehr Geld in sie, da sie selbst dadurch weitere Einnahmen generieren.

Brauchen gute Rollenspiele heute eine Open World? 10:22 Brauchen gute Rollenspiele heute eine Open World?

Bleiben die Spiele abwechslungsreich genug?

Die Spieler von Assassin's Creed zeigen sich von den neuesten Aussagen Guilemots wenig begeistert. Auf Reddit kritisieren sie bereits seit einer Weile die Größe des Titels: Die Quests sollen zu monoton werden und Ubisoft dem Motto »Quantität über Qualität« folgen.

GalakFyarr schreibt zum Beispiel:

"[...] Wer will das denn ernsthaft? Eure Spiele werden zu verdammt groß! Und wenn ihr denkt, dass irgendeine Side-Quest oder selbst die Hauptgeschichte eine »Unity-artige Erfahrung« war, dann weiß ich ehrlich gesagt nicht, welches Spiel ihr mehr beleidigt."

Auch cmdrtowerward kann sich über Ubisofts neue Aussage nicht freuen und trauert den älteren Assassin's-Creed-Spielen hinterher:

"Cool. Jetzt wissen wir, dass es garantiert kein traditionelles AC mehr geben wird. Ich hoffe wirklich, dass ein anderer Entwickler die Chance ergreift und ein story-getriebenes historisches/Stealth/Parkour-Spiel entwickelt, weil sie einfach keine Konkurrenz hätten."

Die Kritik in dem dazugehörigen Thread ist kein Einzelfall, sondern taucht in letzter Zeit vermehrt in dem Subreddit zu dem Spiel auf. Unsere Tester Dimitry Halley und Heiko Klinge finden hingegen, dass Assassin's Creed: Odyssey auch trotz dieser Monotonität ein gutes Spiel bleibt und vergaben im Oktober 2019 ganze 89 von 100 Punkten. Zudem konnte es Platz 62 unserer Liste der 100 besten Rollenspiele erreichen.

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Spiele mit frei erkundbaren Welten liegen im Trend. Doch welche Voraussetzungen muss eine Open World erfüllen, um unser Interesse zu wecken? In diesem Report analysieren wir, mit welchen psychologischen Tricks euch Entwickler durch ihre offenen Spielwelten führen. Oft werdet ihr nämlich gelenkt, ohne dass ihr es selbst bemerkt. Und damit nicht genug, auf diesen Auftakt-Report folgen noch vier weitere Open-World-Analysen (die erste Folge ist gratis verfügbar):

Open World: Wie offene Welten mit unseren Urinstinkten spielen

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