Ermittlungen gegen Ubisoft Singapur wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung aufgenommen

Nach dem Sexismus-Skandal bei Blizzard wird gegen das nächste Studio wegen Belästigung und Diskriminierung ermittelt. Betroffen ist Ubisoft Singapur, das Studio hinter Skull & Bones.

von Géraldine Hohmann,
18.08.2021 14:53 Uhr

Aktuell läuft eine Klage gegen Activision Blizzard wegen sexueller Belästigung und systematischer Benachteiligung und bringt regelmäßig neue Entwicklungen. Mitarbeiter müssen das Studio verlassen und immer wieder melden sich Entwickler und Entwicklerinnen zu Wort. Nun wird gegen das nächste Studio wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung ermittelt - Ubisoft Singapur, das Studio hinter dem Piraten-MMO Skull & Bones.

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Wenn ihr euch über die aktuellen Entwicklungen und die Hintergründe der Blizzard-Klage informieren wollt, halten wir euch in unserem regelmäßig aktualisierten Übersichtsartikel auf dem Laufenden.

Ermittlungen gegen Ubisoft Singapur begonnen

Bereits im letzten Jahr gab es Anschuldigungen gegen Ubisoft Singapur beziehungsweise den damaligen Geschäftsführer Hugues Ricour. Dieser wurde wegen mehrfacher sexueller Belästigung aus seiner Geschäftsführer-Position bei Ubisoft Singapur entlassen, arbeitet aber nach wie vor im Hause Ubisoft.

Im Juli 2021 veröffentlichte das Magazin Kotaku einen Report über die aktuellen Zustände von Ubisoft Singapur, die neben Skull & Bones auch an Assassin's Creed mitarbeiteten. Darin hieß es unter anderem von einem Ex-Mitarbeiter: »Ubisoft Singapur war schon immer bekannt als das schlimmste Ubisoft in Sachen Unternehmenskultur. Leute aus anderen Studios kamen zu Besuch und fragten: ›Was zur Hölle ist denn hier los?‹«

Neben mehreren Berichten sexueller Belästigung sei laut ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern auch Diskriminierung ausländischer Mitarbeiter ein großes Problem. Der Report, die aktuelle Blizzard-Klage und anonyme Tipps rollten die Geschichte nun neu auf und veranlassten die »Tripartite Alliance for Fair and Progressive Employment Practices« (Allianz für faire und progressive Behandlung von Mitarbeitern) dazu, gegen das Studio zu ermitteln.

Zeugen sind aufgerufen, bisherige Erfahrungen mit Diskriminierung und sexueller Belästigung zu melden. Sollten Belästigung gemeldet werden, schreitet die Polizei ein. Treten vermehrt Fälle von Diskriminierung auf, könnte das Studio für ein bis zwei Jahre seine Erlaubnis verlieren, ausländisches Personal einzustellen. Das macht derzeit laut Aussage von Ubisoft circa 60 Prozent aller Expert und Senior Expert Rollen bei Ubisoft Singapur aus.

GameStar-Chefredakteur Heiko Klinge, MeinMMO-Chefredakteurin Leya Jankowski und Blizzard-Experte Maurice Weber haben in einer Folge GameStar-TV über die aktuellen Sexismus-Vorwürfe gesprochen und beschäftigen sich mit der Frage, ob die Blizzard-Klage ein Zeichen für die Zukunft setzen kann:

Wird der Blizzard-Schock endlich was ändern? 56:56 Wird der Blizzard-Schock endlich was ändern?

Mehr zum Thema lest ihr außerdem im Statement unseres Chefradakteurs Heiko. Er findet: Entschuldigungen sind wichtig, aber sie reichen längst nicht mehr!

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