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Wie sieht die Zukunft von Kingdom Come: Deliverance aus? Daniel Vávra ist als Game Director raus, bekommt gleich zwei Nachfolger

Obwohl er das Studio nicht komplett verlässt, ist Vavra nicht mehr an der Spielentwicklung beteiligt. Stattdessen leitet er ein Filmprojekt. Was wissen wir über seine beiden Erben?

Vávra war nicht nur Game Director, sondern erlieh auch der Figur des Hanush von Leipa sein Gesicht und seine (tschechische) Stimme. Vávra war nicht nur Game Director, sondern erlieh auch der Figur des Hanush von Leipa sein Gesicht und seine (tschechische) Stimme.

Die Nachricht sorgte gestern für ähnlich zwiegespaltene Reaktionen wie die Person, um die es ging: Daniel Vávra ist nicht länger als Game Director bei den tschechischen Rollenspielmeistern von Warhorse tätig. Stattdessen wendet er sich einem Filmprojekt zu, das noch Rätsel aufgibt.

Seine Nachfolge ist bereits bestätigt, und gleich in doppelter Ausführung. Dass ihn gleich zwei Game Directors beerben, öffnet natürlich die Tür für Spekulationen, dazu kommen wir gleich. Fassen wir erstmal zusammen, was wir sicher wissen.

Vávra ist raus, aber nicht komplett

Wie Warhorse-Chef Martin Frývaldský in einem Interview mit CzechCrunch bekannt gab, habe man einige Umstrukturierungen vorgenommen. Am meisten Aufsehen sorgt folgende Aussage:

Dan hat eine neue Aufgabe. Das ist die Erschaffung des Kingdom-Come-Films.

Womit direkt zwei spannende Ankündigungen kamen, denn dass eine Verfilmung der Mittelalter-Marke in Arbeit ist, wussten wir bisher noch nicht. Es könnte eine Umsetzung der Spiel-Story sein, wobei man sich dann für einen bestimmten Kanon entscheiden müsste – bei Rollenspiel-Fans ist so etwas nicht unbedingt populär. Oder es wird eine andere, ergänzende Geschichte. Intern steht das wohl schon fest, sagt Frývaldský:

Wir haben die Marke KCD schon seit Längerem von Videospielen weg entwickelt. Bisher hatten wir Comics, Konzerte und Tourismus, aber Film interessiert uns am meisten. Deshalb arbeiten Dan und ich daran, das auf den Bildschirm oder die große Leinwand zu bringen. Es gibt bereits einen Skriptentwurf.

Frývaldský betont noch, dass ihm wichtig sei, das Projekt selbst umzusetzen statt die Rechte zu verkaufen. Der Film soll »innerhalb der nächsten Jahre« erscheinen.

Vávra selbst kommentiert seinen Weggang in klassischer Vávra-Art. Bei TX (früher Twitter) schreibt er:

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Es ist wahr. Die Spielewelt ist endlich vor meinen Kontroversen gerettet! :)

Warum gilt Vávra als kontroverse Persönlichkeit? Als Veteran der Spieleindustrie war er nicht nur in leitender Rolle bei Kingdom Come: Deliverance tätig, sondern hat auch als Lead Writer an der legendären Mafia-Trilogie gearbeitet. Seine Ansichten zu politischen Themen oder aktuell auch zur Anwendung von generativer KI teilt er gerne in den sozialen Medien – und fährt damit regelmäßig Kritik aus verschiedenen Lagern ein.

Während er sich nach dem Release von KCD2 etwa für die Repräsentation homosexueller Menschen im Mittelalter stark machte (unter anderem, indem er Kritiker bei X mit entsprechenden Memes überhäufte), vertritt er öffentlich ansonsten häufig konservative bis politisch rechte Ansichten, unterstützte damals die GamerGate-Bewegung und scheut sich auch nicht, andere Entwickler öffentlich zu kritisieren. Er äußerte sich zudem positiv zum Einsatz von KI in der Spiel- und Filmentwicklung. 

Nachfolge aus den eigenen Reihen

Warhorse besetzt die Rolle des Game Directors nun gleich zweimal neu, mit Prokop Jirsa und Viktor Bocan. Beide sind KCD-Fans bereits gut bekannt.

Jirsa war als Lead Designer maßgeblich am Erfolg von KCD2 beteiligt und trat – meistens gemeinsam mit Communications Director Tobias Stolz-Zwilling – in den regelmäßigen Ankündigungs-Streams von Warhorse auf. Er ist seit 2014 beim Entwicklerstudio tätig.

Bocan war der Design Director von KCD2 und entwickelt seit über 30 Jahren Videospiele. Er ist ebenfalls seit Gründung Mitglied bei Warhorse. Er war unter anderem zuständig für Spielsysteme wie die Kämpfe, die Rollenspielmechaniken und die viel gelobte Struktur der Open World.

Video starten 11:43 Kingdom Come Deliverance 2 wird endgültig zum Meisterwerk | Nachtest

Zwei Game Directors = zwei Spiele? Diese Vermutung liegt natürlich nahe, zumal sich Warhorse deutlich vergrößert hat; weitere Stellen sind ausgeschrieben. Zwei kreative Leiter, die gleichzeitig am selben Spiel arbeiten, wären gelinde gesagt ungewöhnlich. Viel wahrscheinlicher scheint, dass zwei Titel parallel entstehen. Offiziell angekündigt ist bisher nur, dass man mit immersiven Singleplayer-Rollenspielen weitermachen wolle und dass diese nicht unbedingt wieder historische Settings haben müssen. Außerdem solle es diesmal schneller vorangehen mit der Entwicklung.

Wir haben die glaubhaftesten Gerüchte und Theorien für euch zusammengefasst:

Zur Zukunft von Kingdom Come: Deliverance ist bisher nur wenig bekannt: Über das Jahr 2026 hinweg finden erneut mehrere Events an Schauplätzen der Spiele statt, unter anderem im Juni das von Fans organisierte Rattay-Turnier und im August ein Warhorse-Event in Maleshov.

Ob es ein weiteres Spiel in der Reihe geben wird, lässt sich Warhorse bisher nicht entlocken. Zwar lässt das Ende von KCD2 theoretisch ein direktes Sequel offen, doch bisher klingen Aussagen der Entwickler eher danach, als sei Heinrichs Geschichte in ihren Augen abgeschlossen. Aber niemand hat bisher ein Prequel oder Spin-Off ausgeschlossen! Noch müssen die Fans ihre Hoffnungen also nicht begraben – KCD2 war ein starker Erfolg, auch in finanzieller Hinsicht. Schwer vorstellbar, dass darauf nicht aufgesattelt wird.

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