Feuer mit Feuer bekämpfen - dieses Prinzip nimmt sich Valorant offensichtlich zu Herzen. Entwickler Riot geht das Hacker-Problem in seinem Helden-Shooter auf ungewöhnliche Weise an: Im Anti-Cheat-Programm versteckt sich eine geheime Botschaft, die sich direkt an fähige Hacker richtet. Statt sie für ihre Tätigkeit zu verdammen, bietet ihnen Riot einen Job an.
Valorant leidet, wie viele andere Online-Spiele, unter einem Cheater-Problem. Daher greifen die Entwickler bei Betrügern hart durch - das gefällt nicht jedem:
Hacker gegen Hacker
Das ungewöhnliche Easter Egg findet sich in einem »packman« genannten Teil des Anti-Cheat-Programms. Das schützt nicht nur Valorant, sondern auch League of Legends und Legends of Runeterra. Normale Spieler kommen mit diesen Codezeilen gar nicht erst in Berührung, aber wer Cheats programmiert, stößt mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf.
Und so lautet die Nachricht:
"»Geschützt durch packman, ein Riot Games Produkt. Entwickelt mit <3 vom Anti-Cheat-Team. Wir stellen laufend talentierte Individuen ein. Wenn du diese Nachricht gefunden hast, bitten wir dich inständig, einen Blick auf unsere Job-Seite zu werfen und zu schauen, ob dich etwas davon interessiert: https://www.riotgames.com/careers«"
Wie Vice herausfand, gibt es sogar ein ASCII-Bild mit dem Riot-Logo:
Die Idee ist bestechend simpel: Hacker kennen sich gut mit Coding aus, besonders damit, wie man Schwachstellen findet und ausnutzt. Diese Fähigkeiten können auch für gute Zwecke eingesetzt werden: Zum Beispiel, um Spiele sicherer zu machen.
Auch abseits der Spielwelt werden Hacker gegen "Kollegen" eingesetzt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unterscheidet zum Beispiel in »White Hats«, die oft als Fachleute für Unternehmen oder sogar Staaten arbeiten, und »Black Hats«, die ihre Fähigkeiten für kriminelle Zwecke einsetzen.
Riot setzt die Hoffnung dabei in diejenigen, die Hacking vor allem aus Neugier und nicht aus Profitgründen betreiben. Ein anonymer Mitarbeiter sagte gegenüber Vice:
"»Wir hoffen, dass die Leute, die es als Hobby oder aus Neugier betreiben, möglicherweise eine Chance auf eine Karriere haben wollen. Und die Leute, die es tun, um Cheats gewinnbringend zu verkaufen, sind wahrscheinlich nicht interessiert.«"
Valorant setzt auf das nicht unumstrittene Anti-Cheat-Programm Vanguard. Das sorgte vor allem zu Anfang für Probleme - beispielsweise wurde ein Profi-Spieler gebannt, weil er sein Handy am PC aufgeladen hatte.
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