Valve kündigt Steam Deck an: Alles, was ihr wissen müsst

Valve kündigt mit dem Steam Deck eine Handheld-Konsole an, bei der Steam und alle Funktionen bereits integriert sind.

von Dimitry Halley, Florian Franck,
18.07.2021 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2021.
Infos zur internen Speichererweiterung ergänzt.

Steam expandiert und steigt in den Markt für Handheld-Konsolen ein. Nachdem es bereits in den vergangenen Monaten immer wieder Gerüchte um einen Handheld von Valve gab, ist es nun offiziell: Im Dezember 2021 erscheint mit »Steam Deck« eine tragbare Version von Steam. Wir fassen für euch die wichtigsten Informationen zur neuen Konsole zusammen und verraten euch auch, wann sie erscheint.

Wann ist Deutschland-Release für das Steam Deck?

Steam Deck ist laut offizieller Website ab Dezember 2021 zum Versand verfügbar. Vorbestellungen sind ab Freitag, 16. Juli 2021 gegen 19 Uhr möglich. Ihr müsst eine Reservierungsgebühr von 4 Euro zahlen und könnt nur eine Konsole vorbestellen. Das soll laut Steam FAQ einen fairen Bestellprozess gewährleisten. Vorbestellen könnt ihr das Steam Deck direkt im Steam Store.

Erste Bilder der Konsole könnt ihr euch hier ansehen:

Steam Deck - Erste Bilder von Valves Konsole ansehen

Gibt es verschiedene Versionen vom Steam Deck?

Zum Release wird es drei Versionen geben:

  • 64 GB eMMC Handheld für 419 Euro
  • 256 GB NVMe-SSD Handheld für 549 Euro
  • 512 GB NVMe-SSD Handheld für 679 Euro

Die Versionen sollen sich in ihrer Leistung nicht unterscheiden, lediglich die unterschiedlich schnellen Festplatten dürften sich auf Ladegeschwindigkeiten auswirken. In puncto Framerate und grafische Details bieten alle Versionen ein identisches Niveau.

Hier seht ihr nochmal alle Versionen im Überblick. Hier seht ihr nochmal alle Versionen im Überblick.

Worin unterscheiden sich die Versionen noch?

Die kleinste Variante verfügt über 64 GB eMMC Speicher. Die beiden größeren Varianten verfügen über einen NVMe-SSD Speicher. Bei der Version für 549 Euro gibt es zusätzlich ein exklusives Steam-Community-Profilbündel.

Bei der Variante für 679 Euro fällt der Speicher mit 512 GB deutlich größer aus. Außerdem wird der Handheld mit entspiegeltem und geätztem Glas ausgeliefert. Auch hier ist das exklusive Steam-Community-Profilbündel enthalten und zusätzlich noch eine virtuelle Tastatur mit exklusivem Design.

Lässt sich der interne Speicher ersetzen?

In einem Austausch mit einem Reddit-User hat Gabe Newell höchstpersönlich bestätigt, dass der interne Speicherslot des Steam Deck das Auswechseln der Hardware ermöglicht. In den englischsprachigen Tech Specs wurde die Speicherinfo bereits ergänzt, in der deutschen nicht. Konkret steht dort:

"All models use socketed 2230 m.2 modules (not intended for end-user replacement)"

Es wird ausdrücklich davor gewarnt, eigenständig Modifikationen an der internen Hardware des Steam Deck vorzunehmen. Der Arbeitsspeicher lässt sich übrigens ohnehin nicht erweitern.

Kann ich den Speicher per SD-Kartenslot erweitern?

Ja, ihr könnt den Speicherplatz des Steam Decks durch zusätzliche SD-Karten erweitern. Das Gerät bietet ähnlich wie die Switch einen SD-Kartenslot, in den ihr eine Speicherkarte eurer Wahl stecken könnt. Ob es sich lohnt, die günstigere 64-GB-Version extern zu erweitern oder direkt zum teuren Modell zu greifen, müsst ihr euch im Zweifelsfall selbst ausrechnen je nach gewünschter Speichergröße.

Wie lange hält der Akku?

Verbaut wird ein 40-Wattstunden-Akku, der laut Valve 2 bis 8 Stunden Gameplay ermöglichen soll. Die konkrete Leistung hängt natürlich stark vom jeweiligen Spiel ab. Im IGN-Reveal (mehr dazu weiter unten) wird Portal 2 als Beispiel angeführt, das ihr mit vollen Details knapp 4 Stunden lang spielen könnt, bevor euch der Saft ausgeht. Ein Cyberpunk 2077 dürfte logischerweise in deutlich weniger Stunden ein Loch in den Akku fressen, leistungsschonende Indie-Spiele halten hingegen länger.

Auch wir haben unsere Experten zum Steam Deck befragt. Die sehr unterschiedlichen Meinungen aus unserer Redaktion könnt ihr in unserem großen Meinungsartikel nachlesen:

Steam Deck: Top oder Flop? Das sagen unsere Experten   111     26

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Steam Deck: Top oder Flop? Das sagen unsere Experten

Wie schwer ist das Steam Deck?

Durch den verbauten Akku, die Hardware und Größe wiegt das Steam Deck satte 669 Gramm. Für ein Handheld-Gerät ist das zwar nicht untragbar schwer, aber fast 300 Gramm schwerer als die reguläre Switch mit angeschlossenen Joy-Cons (398 Gramm). Das Steam Deck ist sogar etwas schwerer als die 12,9-Zoll-Variante des iPad Pro.

Letztlich entscheidet nicht ausschließlich das Gewicht darüber, ob sich ein Gerät bequem über lange Dauer in der Hand halten lässt. Die geschwungenen Controller-Griffe an den Seiten des Steam Deck dürften der Haptik sehr zugute kommen. Trotzdem wird das Steam Deck gerade für Kids wahrscheinlich über größere Zeiträume zu schwer.

Wie leistungsstark ist das Steam Deck?

Wir selbst konnten das Steam Deck noch nicht testen und können uns daher nur auf die offiziellen Informationen von Valve berufen. Das Steam Deck entstand in Zusammenarbeit mit AMD und im Inneren wurde ein speziell entwickelte Zen2/RDNA2 Prozessor verbaut:

Prozessor: AMD APU
CPU: Zen 2 4c/8t, 2,4 - 3,5 GHz (bis zu 448 GFlops FP32)
GPU: 8 RDNA 2 CUs, 1,0 - 1,6 GHz (bis zu 1,6 TFlops FP32)
RAM: 16 GB LPDDR5 RAM (5500 MT/s)
Auflösung: 1280 × 800 Pixel (16:10 Seitenverhältnis)
Anzeigegröße: 7 Zoll diagonal
Aktualisierungsrate: 60 Hz

Neben dem integrierten Speicher wird es zusätzlich noch einen Slot für micro-SD-Karten geben. Geladen wird der Handheld über eine USB-C-Buchse, welche auch zum Anschluss von weiteren Peripheriegeräten genutzt werden kann. Dadurch könnt ihr das Steam Deck auch an einen Monitor anschließen. Als Betriebssystem setzt Valve auf das selbst entwickelte, linuxbasierte SteamOS 3.0. Das Steam Deck verfügt außerdem über Bluetooth, mit dem sich nicht nur Maus und Tastatur verbinden lassen, sondern auch Bluetooth-Kopfhörer oder -Controller.

Dank der 720p-Auflösung dürften selbst anspruchsvolle Spiele mit der vorhandenen Hardware ordentlich laufen. Konkrete Benchmarks müssen wir allerdings noch abwarten.

Alle Infos zu den technischen Details findet ihr in der offiziellen Übersicht.

Die englischsprachigen Kollegen von IGN haben das Steam Deck bereits ausprobiert. Das Vorstellungsvideo haben wir für euch nachfolgend eingebunden:

Link zum YouTube-Inhalt

Welche Spiele laufen auf dem Steam Deck?

Das ist die Gretchenfrage. Das Steam Deck unterstützt mit SteamOS 3.0 »out of the box« ein linuxbasiertes Betriebssystem, dessen Kompatibilität Valve bereits seit Jahren vorantreibt. In der ProtonDB-Übersicht findet ihr eine Liste aller Steam-Spiele, die jetzt bereits unter Linux sehr gut laufen. Dazu zählen beispielsweise CS:GO, Total War: Warhammer 2, Payday 2, Civilization 5 sowie Ark. Auf Steam selbst findet ihr knapp 7.500 Spiele, die Linux und Steam OS offiziell unterstützen. Im Vergleich zu den insgesamt rund 55.000 Spielen, ist das ein vergleichsweise kleiner Teil.

Aber: Valve hat bestätigt, dass das Steam Deck wie ein mobiler PC funktioniert. Ihr könnt also alternativ auch einfach Windows drauf installieren und - sofern es die Hardware zulässt - dort eben ganz regulär Windows-Spiele zocken. Eventuell sogar via Game Pass. Der Rahmen der unterstützen Spiele lässt sich also durchaus dehnen - dennoch sind hier die ersten echten Spieleindrücke natürlich sehr, sehr spannend.

Wird das Steam Deck Cloud Gaming unterstützen?

Theoretisch müsste das Steam Deck all die Cloud-Dienste unterstützen, die ihr auch auf regulären Windows-PCs verwenden könnt. Also auch Stadia. Gerade im Hinblick auf Microsofts Cloud-Gaming-Bestrebungen im Verbund mit dem eigenen Game Pass könnte das Gerät langfristig also eine interessante Handheld-Alternative zu Streaming via Smartphone werden.

Hat das Steam Deck einen Touchscreen?

Das Display des Steam Deck wird in allen Versionen mit 7-Zoll-Touchscreen ausgeliefert, der gerade bei der Bedienung des User Interfaces eine große Rolle spielen dürfte. Wie viele Spiele sich damit aktiv bedienen lassen, wissen wir allerdings noch nicht.

Ergänzend zum Touchscreen setzt das Steam Deck auf zwei Trackpads links und rechts des Bildschirms, mit denen ihr eine Mausbedienung (beispielsweise für Strategiespiele) simulieren könnt. Und ein Gyrosensor verbirgt sich ebenfalls unter der Haube - auch hier bleibt abzuwarten, welche Steam-Spiele davon Gebrauch machen.

Zum Vergleich: Die Größe des Steam-Deck-Bildschirms entspricht in etwa der der frisch angekündigten OLED-Switch, fällt also etwas größer aus als bei der alten 6,2-Zoll-Switch.

Kann ich das Steam Deck auch an den Fernseher anschließen?

Später in diesem Jahr soll außerdem noch eine Dockingstation folgen. Die Dockingstation wird separat verkauft und verfügt über folgende Anschlüsse:

  • DisplayPort 1.4
  • USB 3.1
  • HDMI 2.0
  • Ethernet
  • USB 3.1
  • 2 x USB 2.0

Über den Preis der Dockingstation ist aktuell noch nichts bekannt. Auch wann ihr mit einem Preis oder Release für die Dockingstation rechen könnt, wissen wir aktuell noch nicht. Über den bisher vorhandenen USB-C-Port könnt ihr das Steam Deck aber schon direkt zum Launch mit kompatiblen Geräten verbinden.

Mit der Ankündigung zum Steam Deck treten einige unserer Prognosen zu Valves Zukunft ein. Das damals noch geheimnisumwobene Project Proton scheint damit enthüllt. Was wir sonst noch für Steam vorhergesagt haben, lest ihr in unserer Analyse:

So wird sich Steam 2021 verändern   48     17

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Was sagt ihr zu Valves Steam Deck? Überlegt ihr euch, diese Konsole zu kaufen? Wenn ja, was ist für euch der aussagekräftigste Grund und wenn nicht, was hält euch ab? Schreibt es uns doch in die Kommentare. Wir freuen uns über eure Gedanken und Meinungen.

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