»Wer hat's erfunden?« ist als Slogan mittlerweile wahrscheinlich so alt, dass die jüngeren Leute aufrichtig rätseln, wer ihn erfunden hat, aber im Gaming ist die Frage oft tatsächlich alles andere als trivial: Gerade während der rasanten technischen Sprünge der 90er und 2000er wurden in Videospielen so viele Konzepte auf den Weg gebracht, durch die Mangel genommen, adaptiert, verworfen, modernisiert, dass es manchmal fast unmöglich scheint, die historischen Ursprünge ausfindig zu machen.
Ein solches Beispiel haben wir uns mal selbst zur Brust genommen: den visuellen Hitmarker in Shootern! Also ihr wisst schon: diese kleinen Extrastriche rund um das Fadenkreuz, wenn ihr in Call of Duty und Co. einen Gegner erwischt, oft begleitet von irgendeinem akustischen Signal, irgendein Brbrbrbrt
oder Ratatat
. Das Ding hier:
Heutzutage ist der Hitmarker abseits von Militärsimulationen wie Arma aus Shootern nicht mehr wegzudenken, besonders im Multiplayer. Aber wer hat's erfunden? Wir haben uns hier intern mal ein bisschen auf Spurensuche begeben, die Antwort ist aber gar nicht so leicht.
Hat Battlefield 1942 den Hitmarker erfunden?
Das älteste Beispiel für den klassischen Hitmarker haben wir in Battlefield 1942 von 2002 gefunden. Wenn ihr damals einen Gegner getroffen habt, gab es schon die kleinen vier weißen Striche als Bestätigung, dass die Kugel setzt. Alles noch recht basal, es gab keine farbigen Marker für Kills oder Kopfschüsse, aber eben schon einen sehr frühen Hitmarker:
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Battlefield 1942 - Hall of Fame zum ersten Battlefield
Das älteste Call of Duty mit Hitmarkern ist übrigens Call of Duty 2 von 2005. Schon dort gab es Abschussbestätigungen im Multiplayer, der allererste Serienteil kam noch ohne sie aus. In Halo tauchten die ersten Hitmarker sogar erst 2015 zum Launch von Halo 5 auf – und dort auch nur, wenn ihr mit der richtigen Waffe durchs Visier lunzt beim Schießen.
Der visuelle Hitmarker fiel in Battlefield 1942 aber natürlich nicht wie Mr. Bean aus dem Himmel, sondern hatte Vorläufer: In Quake 3 zum Beispiel finden wir schon akustische Hitmarker. Wenn ihr dort einen Gegner perforiert, gibt's ein schrilles Pling-Geräusch, ähnlich wie beim Einsacken von Super-Mario-Münzen.
Und in der grauen Vorzeit der 90er und 80er experimentierten Devs natürlich schon auf alle möglichen Arten und Weisen mit Konzepten, wie Trefferfeedback sichtbar gemacht werden kann. Das allererste Moorhuhn von 1998 kredenzte euch zum Beispiel Punkte direkt dort, wo eure Kugel einschlug.
Als wir hier intern diskutiert haben, hat Chefredakteur Heiko noch ein älteres Beispiel in den Raum geworfen: Schon in Airborne Ranger für den guten alten Brotkasten wurden getroffene Gegner 1987 rot eingefärbt, um einen Hit zu markieren. Klar, streng genommen kein Hitmarker im modernen Sinne, aber solche frühen Experimente gab's zuhauf. So, jetzt habt ihr was, um auf eurer nächsten Party ordentlich anzugeben.
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