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Seite 2: Hand aufs Herz: Welches Videospiel-Meisterwerk lässt euch völlig kalt? Keine Sorge, wir machen uns mit unseren Meinungen zuerst unbeliebt

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The Witcher 3

Video starten 6:30 The Witcher 3 als Reim: Für dieses Video müsst ihr kein Poet sein, aber es hilft [Archiv]

S. Teffi : Jetzt wollte ich total smart ein Pseudonym wie Heikos Alter Ego Keiko Hlinge erschaffen, und dann fiel mir auf, dass das mit meinen Initialen irgendwie nicht funktioniert. Nun denn, dann eben mit Gesicht! 

Ich mag The Witcher 3 nicht.

Es ist raus, ihr könnt buhen, ich finde es ja selber doof. Objektiv sehe ich, was für ein erzählerisches Meisterwerk und tolles Rollenspiel hier vor mir seine Welt ausbreitet. Keine Frage, hier gibt’s viel zu loben. Und trotzdem lässt es mich persönlich so komplett kalt. Obwohl ich The Witcher 2 liebe! Das hat mehrere Gründe, der wichtigste ist aber die Story.

Für mich bricht Geralts vermeintlich dringende Suche nach Ciri einfach zu sehr mit dem Spielaufbau, der mich auf alle möglichen anderen Missionen schickt. Als Nicht-Kennerin der Bücher war für mich außerdem absolut unverständlich, dass diese Yennefer auf einmal meine große, wahre Liebe ist, mit der ich unbedingt wieder vereint werden will. Denn sie wirkt erstmal richtig unsympathisch. Grundsätzlich gibt es sehr wenige Charaktere in The Witcher 3, abseits von Geralt, denen gegenüber ich warme Gefühle hege. Sie sind mir großteils schlicht egal bis zuwider. 

Das allein schreckt mich jedes Mal nach spätestens 15 bis 20 Stunden ab. Vielleicht wird’s ja dann was mit The Witcher 4.

Horizon: Zero Dawn (und Witcher 3)

Video starten 2:18 Horizon Zero Dawn wird mit dem Remaster noch schöner

N. Ele (Nele Wobker): In der Überschrift steht Horizon: Zero Dawn, aber ich möchte dennoch zunächst etwas zu Witcher 3 sagen – aus gutem Grund. Ich kann beide Spiele wegen derselben Eigenschaften nicht leiden. 

Vorweg: Ich habe sowohl Witcher, als auch Horizon inklusive der jeweils ersten, ebenfalls hochgelobten DLCs, durchgespielt. Mir kann also niemand vorhalten, ich hätte mich nicht ausreichend damit auseinandergesetzt. »Spiel erstmal weiter, spiel erstmal weiter!«, das haben mir sooo viele Leute gesagt. »Du checkst das nur noch nicht!«. Jaja, von wegen. Wie ich mich gequält habe. 

Ich beschreibe alles Weitere, basierend auf meinen Eindrücken von damals, als ich es gespielt habe. Mag sein, dass ich manches schlechter in Erinnerung habe, aber das hier ist das, was ich heute empfinde:

Aloy ist ein furchtbarer Charakter. Ich kann sie nicht ausstehen. Sie ist nervig, altklug und teilweise gefühllos. Ich fand sie direkt unsympathisch. Vielleicht ist Aloy aber auch einfach selbst ein Roboter. Die Art, wie sie mit anderen interagiert, ist für mich an vielen Stellen nicht nachvollziehbar. Sie wirkt kalt und berechnend, mit wenigen sichtbaren Emotionen.

Bei Geralt verhält es sich ähnlich. Irgendein arroganter, übercooler cis-het Dude, dessen Ziel es vor allem ist, alles, was nicht bei drei aufm Baum ist, ins Bett zu kriegen (ach ja, die »Romanzen« sind übrigens ebenfalls langweilig, vorhersehbar und eindimensional, trotz Einhorn-Sex). Seine Ziehtochter scheint bloß eine Nebenquest zu sein. Ich habe sie beim Spielen, glaube ich, sogar immer mal vergessen. 

Ansonsten besitzt Geralt aus meiner Sicht keinen nennenswerten Charakter oder Eigenschaften, die ich hervorheben oder loben könnte. So ähnlich wie bei Aloy sehe ich bei ihm wenig charakterliche Substanz. Mir fehlt das Menschliche (ja, schon klar, Geralt ist auch kein gewöhnlicher Mensch, aber das meine ich damit natürlich auch nicht). 

Nicht falsch verstehen: Es kann auch toll sein, arschige Charaktere zu spielen, wenn sie denn dann interessant sind. Das ist hier aus meiner Sicht aber nicht der Fall.

Bei keinen anderen Titeln habe ich so viele Dialoge übersprungen, wie bei H:ZD und Witcher 3. Aloys Unterhaltungen sind nervenzermürbend banal, die von Geralt gewollt derb, teilweise lächerlich und schlichtweg uninteressant. Sämtliche Gespräche (auch in H:ZD) werden zudem unnötig in die Länge gezogen. Alles schreit hier »Flavour«, anstatt Relevanz.

Dabei hatte ich mich zumindest auf H:ZD gefreut. Eine Sci-Fi-Welt mit Dinos! Großartig! Das Gameplay gefiel mir stellenweise sogar ganz gut. Wobei das natürlich auch ein wenig Einheitsbrei ist, wie er zu der Zeit mitunter üblich war. Aber dennoch: Konnte man spielen. 

Doch die Story und der Hauptcharakter sind für mich einfach so dermaßen öde, dass ich keine echte Freude dabei empfinden konnte (und ich mag einige neuere Assassin’s-Creed-Titel, also ich bin da nicht mega anspruchsvoll). Bei Witcher 3 mochte ich nicht einmal das Gameplay.

Um das Ganze hier abzuschließen und den Steineregen hinter mich zu bringen: Langweilige Hauptcharaktere, öde Story. Ich ducke mich mal. Bye.

Elden Ring

Video starten 3:14 Elden Ring: Shadow of the Erdtree - Im Storytrailer lässt Bossgegner Messmer die Welt brennen

F. Abiano: Eigentlich wusste ich ja schon vor Elden Ring, dass Soulslikes überhaupt nichts für mich sind. Ich habe mehrmals versucht, irgendwas bei Dark Souls 3 zu fühlen, aber kann mich da einfach nicht durcharbeiten. Ich finde die Fromsoftware-Welten zwar visuell immer sehr eindrucksvoll, aber mich wirklich lange darin aufhalten will ich einfach nicht. Dafür sind mir diese Universen allesamt viel zu leblos und entsprechend langweilig. 

Ich mag keine Welten, die zu 90 Prozent aus Gegnern bestehen und die mir nicht das Gefühl geben, hier wirklich in einer realen, funktionierenden Umgebung zu existieren. Ich weiß, dass die ganzen Souls-Spiele immer auch irgendeine Form der Postapokalypse oder sowas darstellen – aber dann spiele ich trotzdem lieber Fallout, wo die Postapokalypse zumindest Spaß macht. 

Bei Elden Ring und Co. kommt für mich schlicht das Schlechteste aus allen Welten zusammen. Die Universen sind abstrakt und echtes Rollenspiel ist darin kaum möglich. Obendrein sind sie natürlich legendär gnadenlos und große Frustresistenz habe ich tatsächlich nicht. Dann ist die eigentliche Story der Spiele auch noch so verschachtelt und schwer zu durchschauen, dass ich nicht einmal narrativ zum Weiterspielen motiviert werde. So gibt es für mich in Elden Ring nichts, was diese Nachteile irgendwie ausgleichen könnte. 

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