30 Grad in der Dachgeschosswohnung: Ich habe alles versucht - und empfehle euch diese Lösung

In meiner Wohnung wird es heiß - oft sogar heißer als draußen. Um abzukühlen, habe ich schon fast alles probiert. Diese Lösungen funktionieren wirklich.

Nur mit einem Ventilator bin ich der Hitze in meiner Wohnung nicht beigekommen. Nur mit einem Ventilator bin ich der Hitze in meiner Wohnung nicht beigekommen.

Update vom 09. Juli 2024: Passend zum warmen Wetter haben wir den Artikel noch einmal neu hochgezogen.

Ich wohne im Dachgeschoss eines zweistöckigen Altbau-Hauses. Diese Wohnungen sind, zumindest in meiner Region am Niederrhein, weitläufig verfügbar und günstiger als vergleichbare Angebote mit gleicher Wohnfläche. Der große Nachteil an ihnen ist, dass sie sich im Sommer sehr stark aufheizen. 

Das führt dazu, dass es am frühen Nachmittag hin drinnen sogar wärmer ist als draußen. Wenn es draußen 26 bis 28 Grad hat, dann komme ich an denselben Tagen auf 28 bis 30 Grad. Abends dauert es entsprechend länger, bis die Temperaturen sinken, das führt zu Problemen beim Einschlafen.

Außerdem arbeite ich täglich mehrere Stunden im Home-Office. In meiner Freizeit verbringe ich zusätzlich gerne die Abende beim Zocken am PC oder PS5. Ich verbringe also vergleichsweise viel Zeit in meiner Wohnung.

Ventilatoren & Co. - Diese Lösungen habe ich ausprobiert

Um mir den Alltag im Home-Office hinsichtlich der Hitze angenehmer zu gestalten, habe ich mich über mehrere Monate hinweg im Internet schlau gemacht und verschiedene Möglichkeiten ausprobiert - von kleinen Ventilatoren über große Luftreiniger zu einem mobilen Klimagerät.

Mein Ziel war es, möglichst kosteneffizient ein angenehmes Raumklima zu schaffen. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, möchte ich hier mit euch teilen, damit ihr nicht dieselbe Menge Zeit und Geld investieren müsst.

Meine Erkenntnisse auf einem Blick

  • Plissees und Sichtschutzfolien an den Fenstern helfen, Sonnenlicht und Hitze draußen zu halten.
  • Um die Raumtemperaturen niedrig zu halten, sind Ventilatoren nicht das Mittel der Wahl.
  • Wenn eine fest installierte Split-Klimaanlage keine Option ist, können mobile Klimageräte eine Alternative sein.
  • Auch ein kaltes Fußbad kann Wunder wirken.

Passive Methoden gegen die Hitze 

Zuerst habe ich versucht, das Problem an der Quelle zu beheben: dem Sonneneinfall. Meine Altbau-Fenster haben keine Jalousien und ich bin kein Fan von Vorhängen (meine Katzen hingegen schon). Daher habe ich mich im Wohnzimmer für wabenförmige Plissees entschieden.

Sie sind einfach an den Fenstern zu installieren und haben eine große Wirkung. Das Sonnenlicht bleibt draußen und dadurch kommt weniger Wärme durch die Fenster in meine Wohnung.

Von der Katze abgenommen: Die Plissees in meiner Wohnung. Von der Katze abgenommen: Die Plissees in meiner Wohnung.

Mein Büro hat allerdings nur ein Schrägfenster und die Installation, die im Wohnzimmer wunderbar funktioniert, hielt nicht besonders gut. Daher habe ich hier Plissees mit Saugnäpfen probiert.

Leider habe ich für diese Installationsmethode keine mit Wabenform gefunden. Der Effekt ist entsprechend geringer. Zur Unterstützung habe ich eine reflektierende Anti-UV-Folie auf das Außenglas geklebt. Das sorgt dafür, dass man durch diese Fenster wie durch eine Sonnenbrille schaut.

Zusammen mit dem Saugnapf-Plissee war die Dunkelwirkung gut. Aber in beiden Räumen konnte damit nicht verhindert werden, dass bei starker Hitze die Luft im Raum unangenehm stickig und heiß wurde.

Wabenplissee für mein Wohnzimmer
Wabenplissee für mein Wohnzimmer
Einfach zu installierender Sonnen- und Sichtschutz
Plissee für mein Büro
Plissee für mein Büro
Plissee mit Saugnäpfen, eignet sich gut für Schrägfenster
Fensterfolie für das Büro
Fensterfolie für das Büro
Selbstklebender Sichtschutz mit Sonnen- und Hitzeschutz

Mit Ventilatoren auf dem Holzweg

Die Wärme draußen zu halten, reichte nicht. Der Raum brauchte eine aktive Kühlung

Ich probierte es ganz simpel mit einem einfachen Tisch-Ventilator. Der war aus meiner vorherigen WG-Zeit übrig geblieben, weshalb ich dafür kein Geld ausgeben musste. 

Der Vollständigkeit halber erwähne ich hier noch den Dyson TP02 Pure Cool Link Luftreiniger. Schon als ich vor mehreren Jahren die ersten Dyson-Geräte in ihrem stylischen und innovativen Design sah, haben sie mich fasziniert.

Nach zwei Wochen habe ich meine Bestellung aber schon wieder retourniert. Denn der Name verspricht zwar Abkühlung, aber am Ende kommt man dem Ziel der wirklichen Abkühlung damit nicht näher.

Denn: An der Raumtemperatur ändert ein Ventilator absolut gar nichts.

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Er erzeugt einen Luftzug, der durch die Bewegung einen kühlenden Effekt auf der Haut hat. Das sorgt dafür, dass man nicht so schnell schwitzt. Sobald man sich aber aus dem Luftzug entfernt, spürt man sofort die Wärme, die sich rundherum angestaut hat.

Sich zu lange im Ventilator-Zug aufzuhalten, kann auch fiese Nebenwirkungen haben. Nach einem langen Wochenende, das vorwiegend zum Zocken genutzt wurde und mit dem Ventilator allzeit an meiner Seite, waren die Folgen zwei Wochen Halsschmerzen und Heiserkeit.

Große Turmventilatoren decken deutlich größere Flächen ab, was zum Beispiel nützlich ist, wenn man abends mit der Familie auf der Couch sitzen möchte, ohne dass Arme und Beine bei der kleinsten Berührung miteinander verkleben.

Was kann man also tun, um die Temperatur im Raum aktiv zu senken? Weil ich weiter wenig Geld ausgeben wollte, habe ich zuerst nach den günstigsten Möglichkeiten gesucht.

Abkühlung im Sommer versprechen diverse Ventilatoren mit Wasserkühlung. Diese versuchen, eine richtige Klimaanlage nachzuahmen. Mit einem eingebauten Tank für kaltes Wasser oder Eis soll der Luftzug und damit auch die Raumtemperatur gekühlt werden.

Was in der Theorie ganz gut klingt, funktioniert in der Praxis nur bis zu einem gewissen Punkt. Und zwar der, an dem das Wasser Zimmertemperatur erreicht. Je heißer es ist, desto schneller wird dieser Punkt erreicht. Ab da unterscheidet sich ein Ventilator mit Wassertank kaum noch von einem ohne.

Je nach Größe des Tanks und Ausgangstemperatur des Wassers oder Eises sowie der Innentemperatur wird dieser Punkt nach 30 Minuten bis zwei Stunden erreicht. Für jemanden wie mich, der den ganzen Tag im Home-Office verbringt, also keine langfristige Lösung.

Klimageräte - nichts für Mieter?

Also beschloss ich, in den sauren Apfel zu beißen und eine größere Summe Geld für eine richtige Klimaanlage zu investieren.

Bei meiner Recherche nach guten und günstigen Angeboten stellte sich sehr schnell heraus, dass eine fest installierte Split-Klimaanlage gar nicht umsetzbar ist. Diese bestehen aus zwei Teilen und werden auf beiden Seiten einer Haus-Wand installiert.

Das führt zu mehreren Problemen: Ich wohne zur Miete, mir gehört weder die Wohnung noch das Haus. Hinzu kommt der Zeit- und Kostenaufwand für eine solche Installation. 

Die nächstbeste Möglichkeit wäre eine mobile Split-Klimaanlage. Statt ein Loch durch eine Mauer zu bohren, führt man hier einen Luftschlauch durch ein Fenster oder die Tür. Aber ohne Balkon oder ähnlichem habe ich keine Möglichkeit, das Außenteil gefahrlos aufzustellen. Welche Möglichkeiten bleiben dann noch?

Man verzichtet auf das Außenteil. Ich habe mir den AEG Chillflex Pro gekauft. Das ist ebenfalls ein mobiles Klimagerät mit einem Schlauch, der nach draußen führt. Es verbindet die Innen- und Außenteile eines Split-Geräts in einer Einheit.

Per Schlauch befördert die Chillflex Pro die heiße Luft nach draußen. Per Schlauch befördert die Chillflex Pro die heiße Luft nach draußen.

Zusätzlich benötigt man eine Fensterabdichtung. Diese werden an den Fensterrahmen geklebt und haben eine Reißverschluss-Öffnung, um den Schlauch nach draußen zu führen. So kann die warme Luft durch den Schlauch nach außen, aber nicht nach innen. 

Ich bin persönlich vom AEG Chillflex Pro sehr begeistert. Ein Wunder habe ich nicht erwartet, aber die Kühlwirkung ist deutlich spür- und messbar. An heißen Tagen kühlt sie mein kleines Büro von 28 auf 24 Grad herunter. Dank vier Rädern, die sich um 360 Grad drehen können, ist das Gerät auch mobil und lässt sich problemlos durch die Wohnung schieben.

Aber es gibt auch ein paar eindeutige Nachteile, die man vor dem Kauf beachten sollte. Das AEG-Gerät ist zwar kompakt und mobil, erzeugt aber eine beachtliche Lautstärke. Beim abendlichen Seriengucken muss der Fernseher schon deutlich lauter gestellt werden, um das Gebläse zu übertönen. Außerdem muss das Gerät in der Nähe eines Fensters aufgestellt werden, sodass der Schlauch nach außen geführt werden kann.

Die beste Lösung gegen die Hitze

Ihr seht, es gibt sehr vielseitige Lösungen für unterschiedliche Gegebenheiten. Bevor ihr euch etwas kauft, solltet ihr am besten herausfinden, was ihr braucht. Holt euch ein Thermometer und haltet fest, wie warm es in eurer Wohnung wird und bei welcher Temperatur es für euch angenehm bleibt.

🔴 Wassertank-Ventilatoren: Die Geräte mit Wassertank haben mich nicht überzeugt. Der Kühleffekt ließ für meinen Geschmack zu schnell nach. Wenn ihr im Sommer nicht viel Zeit zu Hause verbringt, aber in dieser kurzen Zeit schnelle Abkühlung braucht, könnte man darüber nachdenken. 

🟡 Tisch-Ventilator: Seid ihr mit der Temperatur zufrieden und wollt lediglich das Schwitzen reduzieren, dann kann ein einfacher Tisch-Ventilator für kleines Geld schon genügend Abhilfe verschaffen. 

🟡 Turmventilator: Dasselbe gilt für Turmventilatoren. Das Dyson-Modell habe ich fürs Schlafzimmer noch als angenehm empfunden. Denn wenn ich einmal eingeschlafen bin, schlafe ich meistens auch die Nacht durch. Aber dafür braucht es kein Gerät für 400 Euro. 

🟡 Split-Klimaanlage: Wer seine Wohnung wirklich merklich über den ganzen Tag herunterkühlen will, kommt um eine Klimaanlage nicht herum. Wenn ihr Eigentümer eurer vier Wände seid, lohnt es sich unter Umständen sogar ein Split-Gerät einbauen zu lassen.

🟢 Mobile Klimaanlage: Für Mieter rate ich zu einer der Varianten mit Abluftschlauch durchs Fenster. Ein mobiles Gerät lässt sich gegebenenfalls nach einem Umzug leicht weiterverkaufen. 

🟢 Plissees in Wabenform: Wenn ihr auch unterm Dach wohnt und mit nerviger Sonneneinstrahlung auf euren Monitor oder Fernseher zu kämpfen habt, empfehle ich Plissees in Wabenform für eure Fenster.

Mein Geheimtipp gegen die Hitze

Wenn ihr es bis hierhin geschafft habt, dann wisst ihr von meinen persönlichen Erfahrungen mit allerlei technischen Hilfsmittel gegen die Hitze.

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Aber ich habe noch einen Geheimtipp, und der ist super einfach, verbraucht gar keinen Strom und den könnt ihr jetzt sofort zu Hause anwenden.

Ich rede vom kalten Fußbad. Schnappt euch einen großen Eimer oder einen beliebigen geschlossenen Behälter, in dem eure Füße Platz finden.

Kaltes Wasser in den Eimer, setzt euch gemütlich auf die Couch oder in den Sessel und lasst eure Füße langsam in den Eimer hineingleiten. In wenigen Sekunden kühlt euer gesamter Körper runter und ihr fühlt euch wieder frisch.

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