Jetzt mit Plus alles auf einer Seite lesen

Jahres-Abo
4,99€

pro Monat

12 Monate

Günstigster Preis
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Quartals-Abo
5,99€

pro Monat

3 Monate

14% gegenüber Flexi-Abo sparen
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Flexi-Abo
6,99€

pro Monat

1 Monat

Monatlich kündbar
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's

Yes, Your Grace im Test: Euer eigenes Königreich mit Witcher-Flair

In den Rollenspielen um Geralt den Hexer befreien wir Königreiche von Monstern. In diesem Rollenspiel-Strategie-Mix müssen wir selbst ein solches Königreich durch Krisenzeiten führen.

von Florian Zandt,
16.03.2020 17:40 Uhr

Als König unseres eigenen Reiches müssen wir nicht nur die Untertanen im Griff behalten, sondern auch unsere Familie. Als König unseres eigenen Reiches müssen wir nicht nur die Untertanen im Griff behalten, sondern auch unsere Familie.

Egal ob wir eine Stadt, ein Königreich oder eine gesamte Zivilisation managen: Meistens treffen wir Entscheidungen, die das große Ganze betreffen, bauen Häuser, Bauernhöfe, Baracken. In Yes, Your Grace hingegen geht es auf die persönliche Ebene. Hier bedeutet die Lenkung eines Königreichs nämlich ganz konkret die Verwaltung der Probleme unserer einzelnen Untertanen - aber dennoch mit weitreichenden Konsequenzen für die Zukunft unseres Landes.

Wenig Ressourcen, viele Forderungen

Dabei beginnt der Königreichssimulator eigentlich relativ unspektakulär. Als König Eryk, der über das Low-Fantasy-Reich Davern regiert, hören wir uns zunächst die Probleme unserer Gefolgsleute an und versuchen, ihnen in Multiple-Choice-Dialogen zu helfen. So können wir beispielsweise einem Bittsteller, dessen Dorf von einem Sturm heimgesucht wurde, etwas von unseren zwei Hauptressourcen Gold und Nahrung abgeben - oder wir lassen ihn wortwörtlich im Regen stehen.

Eine richtige oder falsche Aktion gibt es hier nicht, denn das Spiel macht uns durch das personifizierte Tutorial, unseren Berater Audry, eines schnell klar: Wir können nicht jede Bitte erfüllen und müssen mit unseren Mitteln haushalten. Das Ausschlagen eines Hilfegesuchs kann dabei ebenso Konsequenzen haben wie großzügiges Aushelfen, weswegen jede Entscheidung gut überlegt sein muss.

Die Audienzen mit unserem Volk nehmen einen Großteil des Spiels ein – und haben auch die schwerwiegendsten Auswirkungen auf die späteren Ereignisse. Die Audienzen mit unserem Volk nehmen einen Großteil des Spiels ein – und haben auch die schwerwiegendsten Auswirkungen auf die späteren Ereignisse.

Krisenmanagement auf Point&Click-Art

Wenn wir keine Lust auf die lästigen Hilfesuchenden haben, dürfen wir bestimmte Hotspots in König Eryks Burg in Point&Click-Manier frei erkunden. Vom Verlies bis zum Schlafgemach sind dabei alle Umgebungen mit viel Liebe zum Pixel-Detail gestaltet und versprühen eine tolle Atmosphäre. In den unterschiedlichen Räumlichkeiten treffen wir auch auf die Mitglieder unserer Familie.

Ob unsere melancholische älteste Tochter Lorsulia, der Wildfang Asalia oder Königin Aurelea: Die diversen Charaktere sind durchaus gut geschrieben und eines »großen« Rollenspiels würdig - wären da nicht die wirklich grottige und inkonsistente deutsche Übersetzung und die nervigen Dialoggeräusche, die das Ganze etwas billig wirken lassen.

Auf der Übersichtskarte von König Eryks Schloss können wir uns von Raum zu Raum bewegen und diese in Point&Click-Manier erkunden. Auf der Übersichtskarte von König Eryks Schloss können wir uns von Raum zu Raum bewegen und diese in Point&Click-Manier erkunden.

Zwischen großen Schlachten und dem täglichen Trott

Beenden wir die erste Woche des Spiels (fünf bis zehn Minuten Realzeit), kommt die wendungsreiche Story erst richtig in Fahrt. Wir erfahren, dass unser ältestes Kind Lorsulia dem Banditenführer Beyran aus Radovia versprochen wurde und dieser jetzt die Heirat durch eine Invasion erzwingen möchte. Diese Bedrohung erweitert das Spielkonzept von Yes, Your Grace um eine weitere Komponente: Die Planung und Durchführung großer Schlachten, von denen wir innerhalb der nur knapp fünf Stunden Spielzeit zwei Stück bewältigen müssen.

Vorweg: Selbst als Feldherr aktiv werden dürfen wir nicht, wir kommandieren unsere Truppen lediglich durch Dialoge mit unseren Generälen, wie auch bei den Audienzen mit unseren Untertanen. Entsprechend müssen wir nach jeder Woche in einem Übersichtsbildschirm entscheiden, wie wir mit unseren Ressourcen umgehen.

Legen wir Gold für zusätzliche Baracken beiseite oder halten wir für etwas Nahrung einen Karneval ab, um unser Volk zu bespaßen, wenn wir ihnen in der nächsten Woche ein paar Bitten abschlagen müssen? Etwas ärgerlich: Gespeichert wird nur nach Beenden der jeweiligen Woche, freies Speichern vor wichtigen Entscheidungen ist nicht möglich.

Im Laufe des Spiels müssen wir zwei große Schlachten absolvieren, die schick inszeniert sind. Auch hier treffen wir unsere Entscheidungen mittels Dialogen, direkt eingreifen dürfen wir nicht. Im Laufe des Spiels müssen wir zwei große Schlachten absolvieren, die schick inszeniert sind. Auch hier treffen wir unsere Entscheidungen mittels Dialogen, direkt eingreifen dürfen wir nicht.

Um gegen die Invasoren bestehen zu können, müssen wir zusätzlich Allianzen mit Adligen schließen, die sich untereinander teilweise nicht leiden können. Das führt natürlich zu Komplikationen. Ein Beispiel: Lord Lurs möchte den Drogenhandel im Königreich unterbinden, während Lord Elton davon profitiert.

Helfen wir einem der beiden Lords, können wir auf die Unterstützung des anderen nicht mehr zählen. Wir müssen also abwägen, mit wem wir Bündnisse eingehen und warum - was zu einigen interessanten Wendungen in den kleinen Geschichten führt. Als dann während einer Hochzeit noch ein Mord geschieht, den wir in rudimentären Adventure-Passagen aufklären müssen ist klar: Langweilig wird es in Davern definitiv nicht.

Ein Königreich mit Witcher-Atmosphäre

Das liegt aber nicht nur an dem interessanten Genremix aus Rollenspiel, Strategie und Adventure, sondern auch an dem besonderen Flair des Spiels. Denn Davern ist nicht nur ein beliebiges Fantasy-Königreich, sondern basiert auf slawischer Folklore - Monster, Mythen und Monsterjäger inklusive. Witcher gibt es im Spiel selbst zwar keine, aber dafür jede Menge Seitenhiebe.

Die Spielwelt in Yes, Your Grace ist nicht sonderlich groß, aber mit viel Liebe zum Detail und Leben gefüllt – nicht zuletzt in den Konversationen mit unseren Familienmitgliedern. Die Spielwelt in Yes, Your Grace ist nicht sonderlich groß, aber mit viel Liebe zum Detail und Leben gefüllt – nicht zuletzt in den Konversationen mit unseren Familienmitgliedern.

Dorfbewohnerinnen und -bewohner berichten über weißhaarige Fremde, die sich mit Strigas und anderen Monstern auseinandersetzen. Und auch das »Gesetz der Überraschung« aus der Witcher-Reihe ist - leicht abgewandelt - ein zentraler Punkt in der Geschichte von Yes, Your Grace. Weitere Anknüpfungspunkte: Die melancholische Stimmung, untermalt von einem großartigen Soundtrack und die Tatsache, dass alle unsere Entscheidungen Vor- und Nachteile haben und es nicht den einen richtigen Weg gibt. All das sorgt dafür, dass wir uns in der eigentlich neuen Welt direkt heimisch fühlen.

Große Erwartungen

Auf spielerischer Ebene lassen sich ein Action-Rollenspiel wie The Witcher 3 und ein Titel wie Yes, Your Grace natürlich nicht vergleichen, aber auf thematischer. Und da stolpert das Indiespiel über einen wichtigen Baustein für die Abenteuer von Geralt: Die Verarbeitung aktueller gesellschaftlicher Probleme.

Anhand der Invasorinnen und Invasoren aus Radovia wird beispielsweise die Angst vor dem Fremden thematisiert, und auch andere Themen wie religiöser Fanatismus, gleichgeschlechtliche Liebe und psychische Probleme werden von Yes, Your Grace angeschnitten.

Allianzen zu schmieden ist für den Erfolg in den zwei großen Schlachten elementar. Dennoch müssen wir aufpassen, mit wem wir uns verbünden, da die Adligen untereinander oft verfeindet sind. Allianzen zu schmieden ist für den Erfolg in den zwei großen Schlachten elementar. Dennoch müssen wir aufpassen, mit wem wir uns verbünden, da die Adligen untereinander oft verfeindet sind.

Allerdings macht es sich das Spiel dabei oft zu leicht. Ein Beispiel dafür ist der Umgang mit einem offensichtlich psychisch erkrankten Untertanen, der sich verfolgt fühlt und immer wieder in unseren Thronsaal gestolpert kommt. Unsere einzigen Möglichkeiten sind ihn wegzuschicken oder in den Kerker zu werfen - ersteres mit einem ziemlich tragischen Ende. Hier wären mehr Nuancen nötig gewesen.

Aber auch in spielerischer Hinsicht bleibt Yes, Your Grace teilweise hinter den Erwartungen zurück. Das Abfrühstücken unserer Untergebenen wird zu schnell zur Routine, wenige Geschichten stechen wirklich heraus. Die Spielwelt ist relativ klein, die Soundeffekte nur mittelmäßig und auch der Schwierigkeitsgrad könnte an manchen Stellen (besonders in den großen Schlachten) etwas knackiger sein. Was das Spiel letztendlich immer wieder rettet, ist sein melancholisches Flair und die Interaktionen zwischen den Mitgliedern der Königsfamilie.

Yes, Your Grace - Erstes Gameplay aus der Königs-Sim 1:07 Yes, Your Grace - Erstes Gameplay aus der Königs-Sim

1 von 3

nächste Seite


zu den Kommentaren (36)

Kommentare(36)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen