Manchmal gibt es so Tage, an denen will die Arbeit einfach nicht so recht in die Pötte kommen. Ich bin unkonzentriert, lasse mich leicht ablenken und vergesse ständig, was ich als Nächstes machen wollte.
Normalerweise setze ich dann nicht auf Produktivitätstools, sondern auf eine stumpfe YouTube-Playlist und einen geschriebenen To-Do-Zettel. Blöd nur, wenn ich beim Wechsel aus dem Homeoffice ins Großraumbüro den Zettel vergesse oder YouTube mich immer wieder fragt, ob ich auch wirklich noch zuhöre oder einfach von der Dark-Academia-Playlist auf Musicalsongs wechselt.
Ein Steam-»Spiel« versprach mir die Lösung meiner – zugegeben – banalen Probleme. Aber für gerade mal 10 Euro und nach den Empfehlungen meiner Kolleginnen Rae und AK wollte ich dem Ding mal eine Chance geben.
Und was soll ich sagen? Es funktioniert.
Lofi-Girl auf Steam
Das Programm heißt Spirit City: Lofi Sessions und ist im Endeffekt ein virtueller Raum, den ich dekorieren kann, um eine Figur (beispielsweise mein digitales Ebenbild) darin wohnen und arbeiten zu lassen. Klassisches Gameplay gibt es logischerweise nicht. Dafür habe ich eine ganze Reihe an Produktivitätstools und Funktionen, die alle zum Levelaufstieg beitragen.
Steige ich im Level auf, bekomme ich ein wenig Ingame-Währung, mit der ich neue Gegenstände für meinen Charakter oder den Raum kaufen kann.
Die für mich wichtigste Funktion ist aber nicht das Leveln, sondern der integrierte Musikplayer mit einer wachsenden Auswahl an Lofi-Playlists. Ähnlich wie die berühmte YouTube-Playlist bekomme ich hier ein paar ruhige Klänge auf die Ohren, um mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren. Alternativ kann ich aber auch echte Playlists von YouTube hier einspeisen.
Das ist gerade im Großraumbüro ein echter Gewinn, weil ich so der Geräuschkulisse aus telefonierenden Kollegen und dem typischen Bürotreiben entfliehen kann. Gemischt mit einem von mir selbst zusammengestellt Mix aus Hintergrundgeräuschen wie leisem Donner, Katzenschnurren und Regentropfen wird daraus die perfekte Wohlfühlatmosphäre.
Kleine akustische Kostprobe gefällig? Die gibts im Trailer:
1:08
Spirit City: Lofi Sessions kann euch helfen, konzentrierter zu arbeiten
Von Tomaten und To-Dos
Neben hübscher Musik und netter Atmosphäre habe ich natürlich auch ein kleines Arsenal an Kalender-Notiz- und Timerfunktionen. Der Übersicht zuliebe, habe ich sie euch aufgelistet:
- To-Do-Listen: Hier kann ich mehrere Listen erstellen und einzelne Aufgaben pro Liste hinzufügen. Hake ich einen Punkt ab, bekomme ich dafür einmal täglich einen Erfahrungs-Bonus.
- Pomodoro-Timer: Hier kann ich individuell einstellen, wie lange meine nächste Konzentrationsphase gehen soll und wie lange die Pausen dazwischen sind. Wie das Pomodoro-Prinzip genau funktioniert und was das mit Tomaten zu tun hat, erklärt euch Kollegin Alana:
- Gewohnheiten-Kalender: Hier kann ich all meine wiederkehrenden Aufgaben tracken und abhaken.
- Tagebuch: Hier kann ich meine Gedanken niederschreiben. Die verschiedenen Oberkategorien geben mir einen möglichen Denkanstoß, was ich dort niederschreiben will.
Wirklich aktiv nutze ich vor allem die To-Do-Liste. Mit dem Timer habe ich hin und wieder mal versucht zu arbeiten, kann mich mit der Methode aber nicht so wirklich anfreunden. Das liegt aber in erster Linie daran, dass ich bei meinem Job ständig zwischen Aufgaben hin- und herspringe und dadurch seltener Momente habe, in denen ich mich sehr fokussiert auf eine einzelne Aufgabe stürzen kann.
Ähnlich sieht es bei den Gewohnheiten und dem Tagebuch aus. Obwohl ich sie sehr wenig nutze, finde ich gerade beim Tagebuch die Vorschläge wie Was sind meine wichtigsten Prioritäten für den Tag
? oder Worauf freue ich mich heute?
äußerst sinnvoll.
Auf Geisterjagd
Weniger produktiv, aber dafür umso spielerischer ist das letzte Feature, was ich euch in Spirit City noch vorstellen möchte: Der Spiritdex. Dahinter verbirgt sich eine Art Pokédex für Geister. Ich kann nämlich durch die richtige Auswahl von Hintergrundgeräuschen, Beleuchtung und Aktivität einige Kreaturen finden, die dann wiederum bei mir einziehen können.
Dazu bekomme ich einen kryptischen Hinweis, wo sich diese Geister herumtreiben und einen visuellen Hinweis in Form eines rotierenden Kreises im Interface, wenn ich alles richtig eingestellt habe. Dann heißt es nur noch warten (und arbeiten), ehe sich der Trashnuki oder der Hedgelog zeigen und ich mit einem kleinen Eintrag zu ihnen belohnt werde.
Wie gesagt: Das Ganze ist jetzt kein bahnbrechendes Konzept, um eure Produktivität auf die nächste Stufe zu heben oder mit der Geisterjagd zu prokrastinieren. Alle Tools lassen sich auch kostenlos per Browserextention oder Programme zusammenklicken. Für 10 Euro spare ich mir aber gerne den Aufwand und habe gleichzeitig noch eine hübsche Hintergrundkulisse und durch die Geisterjagd eine Extraaufgabe.
Seitdem ich Spirit City: Lofi Sessions nutze, vergesse ich auch im stressigen Alltag nicht mehr, dass ich Artikel wie diese hier schreiben will. Was ich jetzt getan habe und endlich den Punkt auf meiner Evergreen-To-Do-Liste abhaken kann. Juhu!
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