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Seite 2: Anno 2070: Die Tiefsee im Test - Tiefsee mit Tiefgang

Kampagne mit Aussicht auf Tsunamis

Die wichtigsten Neuerungen des Addons sind in einer eigentlich sehr guten Mini-Kampagne mit fünf Missionen zusammengefasst – die allerdings einen gewaltigen Haken hat (dazu gleich mehr). Die Geschichte dreht sich um ein frisch entwickeltes Gezeitenkraftwerk (neu!), das versehentlich einen Tsunami auslöst (neu!). In der ersten Mission müssen wir bei Verbündeten Verletzte bergen und die Wirtschaft wieder ankurbeln, während wir parallel unsere eigene Insel ausbauen.

In der Mini-Kampagne müssen wir den Tsunami-Opfern helfen, etwa Verletzte bergen oder Folgeschäden eindämmen. In der Mini-Kampagne müssen wir den Tsunami-Opfern helfen, etwa Verletzte bergen oder Folgeschäden eindämmen.

Danach verzweigt sich die Kampagne in drei wählbare Einsätze, jeder mit eigenem Schwerpunkt: Ein Netz aus Energie-Transmittern errichten (neu!), 1.200 Genies ansiedeln (neu!), oder eine besetzte Insel durch Aktienmehrheiten aufkaufen (halb neu, gab’s schon in Anno 1404: Venedig). Sobald wir eine der drei alternativen Missionen geschafft haben, wird die letzte freigeschaltet -- die mit dem Haken. Denn hier geht’s darum, für den Forscher Hiro Ebashi Aufträge zu erledigen, während er das wildgewordene Kraftwerk flickt.

Klingt soweit undramatisch, allerdings gibt’s zwei Bedingungen. Zum einen hat jeder (!) Auftrag ein Zeitlimit, zum anderen rollt bei jedem nicht geschafften Job sofort ein Tsunami los, und nach drei Tsunamis ist die Mission automatisch verloren.

Eine Frage des Blickwinkels: Tsunamis aus der Nähe Ein Tsunami sieht in der Postkarten-Perspektive beeindruckender aus als in der Spielansicht, ...

und in der Spielansicht ... dafür sind hier die Auswirkungen besser zu sehen. Betroffene Gebiete bleiben eine Zeitlang unbebaubar.

Unfaires Finale

Zeitlimits und Anno passten noch nie gut zusammen, bei Nebenquests waren sie aber zu verschmerzen. In der finalen Mission sind die Aufgaben aber teils nur zu schaffen, wenn man schon vorher weiß, was gefordert wird -- und selbst dann wird es eng. Ein Beispiel: Wir sollen in der Akademie einen Motor entwickeln und an Ebashi liefern. In 20 Minuten. Selbst wenn wir schon eine Akademie haben, brauchen wir für die Forschung immer noch Credits, Stahl und Kerosin (das bisher völlig unnötig war). Aber auch wenn wir das alles rechtzeitig zusammenkriegen, dauert die Forschungszeit noch ein paar Minuten, und liefern müssen wir den Motor ja auch noch.

Nervig: Die Sammel-Quests mit Scheinwerfereinsatz wiederholen sich zu oft. Hier haben wir sogar zwei auf einmal. Nervig: Die Sammel-Quests mit Scheinwerfereinsatz wiederholen sich zu oft. Hier haben wir sogar zwei auf einmal.

Also haben wir bei dieser Mission immer wieder auf Spielstände zurückgreifen müssen, und selbst dann wird es unschaffbar bis knapp – einmal hat uns das Spiel sogar die Auszeichnung »Actionheld« verliehen, weil wir einen Auftrag mit weniger als zehn Sekunden Countdown-Restzeit erledigt haben. Ironischerweise gibt’s zwischendurch so Pillepalle-Aufgaben wie »Sucht X blau leuchtende Ingenieure in Eurer Stadt«, die sich in 60 Sekunden erledigen lassen.

Ach ja: Den Trick, geforderte Waren, die wir bereits parat haben, erst auf dem letzten Drücker abzugeben und die Zeit bis dahin für die übernächste Aufgabe zu nutzen, den haben wir auch probiert. Hilft nicht wirklich – und so ein Getrickse kann ja auch nicht der Sinn einer guten Mission sein, ebenso wenig wie das Savegame-Jonglieren, um Aufgaben vorab zu wissen. Schade um das Finale einer ansonsten guten Mini-Kampagne, die uns die ersten rund 15 Stunden sehr gut unterhalten hat!

Das U-Boot, der Raketenschild und der ganze Rest

Und was bringt das Addon sonst noch? Das neue Fracht-U-Boot Sisyphos sieht hübsch aus, hat sechs Laderäume, keine Waffen – aber eine passive Tarnung, sodass Gegner es nur aus kurzer Distanz sehen. Und weil U-Boote ihre Handelsrouten zwischen Unterwasser-Siedlungen neuerdings auch durchgängig getaucht abspulen können, wird es leichter, am Feind vorbeizutauchen (bisher mussten Sie beim automatischen Be- und Entladen immer an die Oberfläche, zum oberen Teil eines Kontors).

Nicht wundern! Sooo groß ist das neue Fracht-U-Boot nun auch wieder nicht, das liegt hier an der Auftauch-Perspektive. Nicht wundern! Sooo groß ist das neue Fracht-U-Boot nun auch wieder nicht, das liegt hier an der Auftauch-Perspektive.

Ein neues Versorgungsschiff für die Flieger gibt’s auch, bisher kamen die Dinger ja nicht weit, weil ihr Kerosinvorrat so fies schnell schrumpfte. Dazu kommen ein Raketenschild, sowie Unterwasser-Abwehranlagen gegen Flugzeuge und Überwasserschiffe. Klingt nach militärischer Aufrüstung, dürfte sich aber fast nur auf Multiplayer-Partien zwischen Streithammeln auswirken, denn auch Die Tiefsee bleibt ein reinrassiges, großartiges Aufbauspiel mit immer noch aufgesetzt wirkendem Militär-Part, den man getrost komplett ignorieren kann.

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