200 Euro für alle Lootboxen: Iron Challenge in Apex Legends erntet Kritik

Apex Legends Belohnungen stehen erneut in der Kritik. Diesmal allerdings nicht, weil sie langweilig sind, sondern weil das Freischaltsystem zu teuer ist.

von Mathias Dietrich,
14.08.2019 11:13 Uhr

Die neuen Iron Crown Lootboxen von Apex Legends gefallen den Fans gar nicht.Die neuen Iron Crown Lootboxen von Apex Legends gefallen den Fans gar nicht.

Die Iron Challenge von Apex Legends startete erst am gestrigen 13. August und schon gibt es Kritik. Anders als noch in Season 1 stoßen den Spielern allerdings nicht die Belohnungen selbst sauer auf, sondern wie man sie bekommt. Denn man erhält sie ausschließlich aus teuren Lootboxen oder über eine zweite Echtgeldwährug.

So funktioniert die Iron Challenge: Wie schon bei der legendären Jagd während Season 1 könnt ihr eine Reihe von Herausforderungen für Belohnungen erfüllen. Statt die neuen Skins jedoch direkt freizuschalten, bekommt ihr nur geringe Teile einer neu eingeführten, zweiten Echtgeldwährung namens Iron Crowns, oder eine der besonderen »Iron Crown«-Lootboxen. Abseits davon könnt ihr die neuen Event-Boxen für 700 Apex Coins (etwa 7 Euro) pro Stück kaufen.

24 Skins und ein Heirloom oben drauf: Aus jeder der Event-Boxen erhaltet ihr einige der Iron Crowns und einen Skin. Da es keine Duplikate gibt, habt ihr nach 24 Lootboxen definitiv alles freigeschaltet. Sobald eure Sammlung komplett ist, bekommt ihr zudem die Möglichkeit, für 3.500 Apex Coins (etwa 35 Euro) die Heirloom-Waffe von Bloodhound zu kaufen. Bei 7 Euro pro Box macht das für alle neuen kosmetischen Inhalte also etwas mehr als 200 Euro.

Das gibt es für die Crowns: Die neue Echtgeldwährung selbst könnt ihr in einem speziellen Event-Store ausgeben. Dessen Inhalte wechseln alle paar Tagen und enthalten legendäre sowie epische und seltene Items. Neben Skins zählen dazu auch Musik-Packs und Verschönerungen für euren Banner.

So sieht das Iron-Challenge-Event aus. Wenn ihr alle Items freigeschaltet habt, könnt ihr Bloodhounds Heirloom kaufen.So sieht das Iron-Challenge-Event aus. Wenn ihr alle Items freigeschaltet habt, könnt ihr Bloodhounds Heirloom kaufen.

Große Kritik von der Community

Die Spieler des Battle-Royale-Titels von Entwickler Respawn Entertainment äußern ihre Meinung über dieses System in den sozialen Medien vehement. Das gesamte Unterforum von Apex Legends auf Reddit ist voll mit Posts, die die Monetarisierung der Iron Challenge kritisieren. Und jeder einzelne erhält hunderte bis tausende Upvotes.

Der Nutzer SchoolboyJew__ erklärt, dass diese Art der Monetarisierung seine gesamte Freunde an dem Event nahm. TheHeroicHotdog hingegen sagt, dass er ursprünglich 18 Dollar für das Event zahlen wollte. In Angesicht des Lootbox-Systems entschied er sich dann jedoch dafür, sein Geld zu behalten. Ein Aufruf von HerpMcHerp, die neuen Event-Lootboxen nicht zu kaufen konnte innerhalb der letzten 12 Stunden beinahe 15.000 Upvotes erzielen.

Belgien geht leer aus: Belgien hat in der Vergangenheit Lootboxen verboten. Auf Reddit berichten belgische Spieler, dass bei ihnen einfach die Möglichkeit fehlt, die Lootboxen kaufen zu können. Somit haben sie keine Möglichkeit, die neuen Skins freizuschalten.

Ein ähnliches System wurde in Japan verboten: Ein System, wie es Apex Legends für die Heirloom-Waffe von Bloodhound verwendet, wurde in Japan bereits vor vielen Jahren für illegal erklärt. Wie auch bei der jetzigen Diskussion über Lootboxen, verglichen die Japaner diese Systeme mit Glücksspiel. Was wir als Lootboxen kennen, ist im fernen Osten unter dem Namen »Gacha« bekannt. Ein als »Kompu Gacha« bekanntes System belohnte euch in vielen Spielen mit einem besonders seltenen Gegenstand oder Charakter, wenn ihr über das normale Gacha ein Set bereits seltener Charaktere komplettieren konntet. Im Jahr 2012 verbot die japanische Regierung Kompu Gacha.

In der jüngeren Vergangenheit verteidigte EA, der Publisher von Apex Legends, Lootboxen. Laut Electronic Arts handelt es sich bei diesen um »Überraschungsmechaniken«, die man mit Überraschungseiern vergleichen kann und die zudem moralisch unproblematisch sein sollen.

Wo die Lootboxen herkommen - Und warum sie einfach nicht weggehen

EA History: 1982 - 2018 - Video: Von der Spielebox zur verhassten Lootbox 17:49 EA History: 1982 - 2018 - Video: Von der Spielebox zur verhassten Lootbox


Kommentare(73)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen