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Wo die Lootboxen herkommen - Und warum sie einfach nicht weggehen

In immer mehr Spielen gehören sie dazu: Kisten mit zufälligen Goodies gegen echtes Geld. Wieso eigentlich? Und warum sind sie bei vielen Spielern so verhasst? Ein Blick auf die Geschichte der Lootbox.

von Sascha Penzhorn,
15.02.2019 14:00 Uhr

Von Overwatch (links) bis Apex Legends (rechts): Lootboxen gehören in vielen Spielen dazu - und werden so schnell wohl auch nicht verschwinden.Von Overwatch (links) bis Apex Legends (rechts): Lootboxen gehören in vielen Spielen dazu - und werden so schnell wohl auch nicht verschwinden.

Das Leben ist wie eine Lootbox: Man kriegt nie das, was man will. Es sei denn, man verfügt über unendlich Kohle. Ob Overwatch, Call of Duty, Counter-Strike: Global Offensive, Elder Scrolls Online oder ganz aktuell Apex Legends - in immer mehr Spielen gibt es Truhen mit zufälligen Belohnungen. Knacken lassen sich die Dinger für gewöhnlich nur gegen harte Euronen.

Für die Betreiber der Spiele bringt das zusätzliche Einkünfte. Bei den Spielern sorgen sie im Idealfall für Begeisterung, wenn besonders seltene Gegenstände rauspurzeln. Der Kult ums virtuelle Unboxing ist so groß, dass ganze Livestreams und YouTube-Kanäle mit unzähligen Zuschauern allein dem Öffnen großer Mengen von Lootboxen gewidmet sind.

Kritiker der Glückskisten ärgern sich über teils verschwindend geringe Chancen auf die besten Belohnungen und Pay2Win-Mechaniken in Spielen, bei denen mehr als nur Kosmetik in der Box steckt. Sie sprechen von Suchtgefahr und Risiken wie beim Glücksspiel. Egal, wie man zu den Kisten steht - ihr Ende ist derzeit nicht in Sicht

Großer Report über Videospiel-Abhängigkeit - Machen Lootboxen süchtig?
Im Gegenteil: Wurden früher vor allem Free2Play-Titel über Lootboxen finanziert, findet man sie heute auch in immer mehr AAA-Games. Was letztlich dazu führte, dass Belgien die Zufallspakete als Glücksspiel verbot, woraufhin Blizzard sie aus Overwatch und Electronic Arts sie aus FIFA 19 verbannte. Aber halt nur in Belgien.

Wo kommen sie denn nun eigentlich her, diese Lootboxen? Und mit welchen Tricks verleiten sie Menschen dazu, Geld in etwas zu stecken, das sie nicht mal kennen? Und mit welchen anderen Tricks verleiten sie Menschen dazu, sogar Sex anzubieten für das, was in einer Lootbox drinsteckt? Ja, Sex. Die Welt wird immer seltsamer.

Unser Wertungssystem: Wann und wie GameStar für Pay2Win abwertet
So manipulieren euch Entwickler: Die Psychotricks im Ingame-Store

In Overwatch gehören die Kisten mit ihren kosmetischen Goodies seit Anfang dazu. Aber nicht mehr in Belgien.In Overwatch gehören die Kisten mit ihren kosmetischen Goodies seit Anfang dazu. Aber nicht mehr in Belgien.

Lootbox statt Vollpreis

Nun, das Glücksspiel mit dem Zufall ist so alt wie die Menschheit selbst. Vermutlich haben schon unsere Affenahnen vor 20.000 Jahren unterschiedliche Mengen Nüsse in Blätter gewickelt und an andere Affen verkauft.

Ein frühes Beispiel für kostenpflichtige digitale Lootboxen ist das 2007 in China veröffentlichte Free2play-MMO Zhengtu (oder kurz ZT Online). Für das Spiel an sich berappte man keinen Kaufpreis und keine Monatsgebühr; die Boxen kosteten Kleinstbeträge. Beim Öffnen rotierte eine Art Glücksrad, auf dem teils sehr wertvolle Gegenstände wie extrem mächtige Crafting-Rohstoffe zu sehen waren. »Das Rad überspringt diese aber immer«, berichtete eine Spielerin.

In den allermeisten Fällen erhielt man vergleichsweise wertlose Belohnungen. »Im Schnitt öffne ich 1.000 Kisten und wenn ich Glück habe, finde ich ein Dutzend Mal oder öfter etwas Gutes.« Es gab Ranglisten für geöffnete Lootboxen - der Spieler, der an einem Tag die meisten Kisten geöffnet hat, erhielt eine wertvolle Ingame-Belohnung.

Das sorgte für einen regelrechten Konkurrenzkampf unter den reichsten Spielern. »Wenn ein Spieler 5.000 Boxen öffnet, findet sich auch definitiv immer jemand, der 5.001 aufmacht.« Denn, und jetzt wird's psychologisch: Tatsächlich ist unser Reiz, die besten Preise abzustauben, umso größer, je seltener besagte Preise sind. Warum, das erklären wir in unserem großen Report über Videospielsucht.

In ZT Online bedeutet echtes Geld virtuelle Macht. Wer mehr ausgibt, wird stärker.? Und wollen wir nicht alle stärker werden? Also vielleicht nicht in ZT Online, aber so allgemein?In ZT Online bedeutet echtes Geld virtuelle Macht. Wer mehr ausgibt, wird stärker.? Und wollen wir nicht alle stärker werden? Also vielleicht nicht in ZT Online, aber so allgemein?

Und das ändert sich nicht mal, wenn wir die Beutechance konkret kennen - wie jeder, der Lotto spielt, bestätigen kann. Da liegt die Chance auf sechs Richtige plus Zusatzzahl bei 1:140 Millionen. Eins zu Einhundertvierzig Millionen. Trotzdem gibt es Menschen, die jede Woche hoffnungsvoll ihre Kreuzchen machen. Denn hin und wieder gewinnt ja auch mal jemand, was gleich zu Werbezwecken ausgeschlachtet wird: Seht ihr, geht doch!

Während wie die Gewinnchance beim Lotto ziemlich gut kennen (und ausrechnen können), ist sie bei Spiele-Lootboxen indes meist verhüllt: Was war noch gleich die Wahrscheinlichkeit, in Overwatch ein legendäres Outfit zu ergattern? Die chinesischen Behörden verlangen deshalb seit 2017, dass diese Gewinnchancen offengelegt werden - bei Overwatch liegt die Chance auf legendäres Loot bei 7,4 Prozent.

Aber noch mal: Das hält uns nicht davon ab, auf legendäre Items zu hoffen, niedrige Zahlen können den Nervenkitzel sogar steigern (Lotto!). Apex Legends nennt seine Dropraten sogar weltweit direkt im Spiel - auch hier beträgt die Chance auf ein legendäres Item 7,4 Prozent. Da wird doch nicht jemand bei Blizzard gespickt haben?

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