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So sieht Assassin's Creed Shadows in echt aus: Ich war auf der Insel Awaji unterwegs und zeige euch die Schauplätze aus dem Spiel

Auch im ersten DLC zu Shadows besucht ihr wieder viele berühmte Schauplätze im historischen Japan. Unser Autor Jesko hat sich bei seiner letzten Japan-Reise umgeschaut und zeigt euch, wie es dort heute aussieht.

Video starten 10:08 Assassin's Creed Shadows: Mit Claws of Awaji liefert uns Ubisoft endlich das richtige Ende zum Japan-Abenteuer

Die Assassin's-Creed-Reihe ist bekannt für ihre historischen Settings. In so gut wie jedem Serienteil besuchen wir deswegen auch real existierende Schauplätze. Zum Release des jüngsten Ablegers Assassin's Creed Shadows hat euch Japan-Experte Jesko bereits zwölf historische Spiel-Schauplätze und ihre realen Ebenbilder vorgestellt.

Doch das war bei Weitem nicht alles, was es in Shadows an historischen Orten zu sehen gibt!

Mit Die Klauen von Awaji ist jetzt der erste Story-DLC zu Ubisofts Japan-Abenteuer erschienen. Darin verschlägt es unsere Helden Naoe und Yasuke auf eine bislang unbekannte Insel. Also hat sich unser Autor auf seiner letzten Japan-Reise auch dort umgeschaut und präsentiert euch hier zehn Ingame-Locations und wie es dort heute aussieht - vier davon auf Awaji, sechs weitere im Rest von Japan.

Jesko Buchs
Jesko Buchs

Jesko hat in Trier, München und Tokyo neben Journalismus auch ein wenig Japanologie studiert. Seitdem er in der sechsten Klasse zum ersten Mal mit Anime in Kontakt kam, war seine Liebe zu Japan geweckt. Im Master absolvierte er ein Auslandssemester an der Waseda Universität und lebte für ein halbes Jahr in der japanischen Hauptstadt. In dieser Zeit hat Jesko nicht nur als Freelancer die GameStar-Spieledatenbank gepflegt, sondern war auch viel im Land unterwegs.

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Wo spielt Die Klauen von Awaji?

Der erste Story-DLC zu Shadows spielt auf der gleichnamigen Insel Awaji. Sie liegt in der Bucht von Osaka und stellt eine natürliche Landbrücke zwischen der japanischen Hauptinsel Honshu und Shikoku dar. Zur Zeit von Assassin's Creed Shadows war Awaji eine eigenständige Provinz.

In der japanischen Mythologie gilt Awaji als die erste Insel, die die Götter Izanagi und Izanami aus dem Meer hoben. Entsprechend hoch ist ihre Bedeutung für den Shinto-Glauben. Die beiden Schöpfungsgottheiten werden bis heute am Izanagi Schrein verehrt, dem ersten Ort auf dieser Liste.

Heutzutage ist die Insel vor allem für einen großen Freizeitpark und mehrere berühmte Gebäude des Star-Architekten Tadao Ando bekannt. Abgesehen davon gibt es auf Awaji allerdings nicht mehr viel zu sehen; die alten Burgen sind verfallen. Die meisten Reisenden durchqueren Awaji lediglich auf der Autobahn, die quer über die Insel verläuft, um von Shikoku nach Osaka und Kobe zu gelangen.

Awaji: Izanagi Schrein

Im Spiel Das Haupttor zum Izanagi-Schrein in Assassin's Creed Shadows.

In der Realität Das Haupttor zum Schrein im Sommer 2025. Foto: Jesko Buchs.

Der wichtigste Shinto-Schrein der Insel ist der japanischen Schöpfungsgottheit Izanagi und seiner Schwester Izanami geweiht. Er wurde bereits 859 in einer Chronik des Kaiserhofes erwähnt und war während der Feudalzeit der oberste Schrein der Provinz Awaji.

Der japanische Schöpfungsmythos berichtet, dass die beiden Götter einen Speer ins Meer tauchten und kräftig umrührten. Als sie ihn anschließend herausgezogen, verfestigte sich das Salz, das von der Speerspitze herabtropfte, und formte die Insel Awaji und anschließend noch acht weitere Inseln. Über Izanagis Grab soll später der Schrein errichtet worden sein.

Seine digitale Variante in Shadows ist gut getroffen; allerdings tummeln sich hier ein paar fiese Shinobi.

Awaji: Burg Sumoto

Im Spiel In AC Shadows halten die Templer rund um Yukari Kimura auf der Burg Sumoto Naoes Mutter Tsuyu gefangen.

In der Realität Den Bergfried von Sumoto gibt es so nicht mehr. Der jetzige ist ein Aussichtsturm für Touristen und wurde 1928 errichtet. Bild: 663highland, frei nach CC BY 2.5.

Die Burg Sumoto war während der Feudalzeit das wichtigste militärische Zentrum auf Awaji. Sie wurde ursprünglich 1526 vom Atagi-Klan erbaut. 1581 eroberte Toyotomi Hideyoshi im Namen seines Lehnsherren Oda Nobunaga die Insel und setzte seinen General Sengoku Hidehisa als Befehlshaber auf Sumoto ein.

Den treffen wir im Spiel hier nicht an, denn die Burg ist in Shadows das Hauptquartier von Yukari Kimura, der Anführerin der Sanzoku Ippa. Im Verlies unter dem Bergfried hält sie Naoes Mutter Tsuyu jahrelang gefangen.

Mit dem Ende der Feudalherrschaft 1868 wurde die reale Burg Sumoto abgerissen; 1928 wurde allerdings ein kleiner Bergfried zu Ehren der Krönung des Kaisers Hirohito wieder aufgebaut.

Awaji: Burg Yura

Im Spiel Die Burg Yura ist im Spiel ein kleines Kastell am Waldrand ...

Im Spiel Ihr Gegenpart auf der östlichen Seite der Hafeneinmündung ist in Shadows ein kleiner Wachturm.

In der Realität Historisch betrachtet hatte Yura wohl zwei Burgen, die aber bereits kurz nach den Ereignissen von Shadows aufgegeben wurden. Bild: Google Maps.

Das Örtchen Yura hatte im Laufe seiner Geschichte gleich zwei Festungen. Denn dank der geschützten Lage hinter der vorgelagerten Insel Narugashima hatte Yura schon im japanischen Mittelalter einen wichtigen Fischereihafen. In AC Shadows werden hier am Strand zudem die großen Atakebunen, Schlachtschiffe mit Burg-ähnlichen Aufbauten, gebaut.

Eindeutig lässt sich die Geschichte der beiden Burgen nicht nachvollziehen, sie waren allerdings weitaus einfacher und weniger prächtig ausgebaut als beispielsweise die Burg Sumoto. Eine der Festungen lag westlich des Hafens auf der Festlandseite von Yura, die zweite Befestigung befand sich auf der Insel Narugashima östlich des Hafens, wo in Shadows ein Wachturm zu finden ist.

Beide Festungen wurden im frühen 17. Jahrhundert aufgegeben, als der Regierungssitz der Provinz Awaji nach Sumoto verlegt wurde.

Awaji: Die Meerenge von Naruto

Im Spiel Absolviert ihr den Pfad von Naruto, werdet ihr in Shadows mit einem Ausblick auf die Strudel von Naruto belohnt.

In der Realität Die Naruto-Meerenge von Shikoku aus gesehen. Die schnelle Strömung reißt das Wasser auf den Pazifik (rechts) hinaus. Foto: Jesko Buchs.

Am südwestlichen Ende von Awaji bietet sich Reisenden seit Jahrthunderten ein eindrucksvolles Naturschauspiel. Da der Tidenhub (Höhe von Ebbe und Flut) im Seto-Binnenmeer und dem angrenzenden Pazifik unterschiedlich hoch ausfällt, kommt es in der Meerenge von Naruto zu starken Gezeitenstrudeln.

Bei Ebbe schießt das Wasser auf den Pazifik hinaus, bei Flut strömt es herein. In früheren Zeiten galt die Meerenge wegen der Strudel als gefährlich für die Schifffahrt, heute kann man die Strudel von modernen Ausflugsbooten oder durch den Glasboden der 1985 vollendeten Ōnaruto-Brücke sogar aus der Nähe betrachten.

Die Meerenge von Naruto trennt Awaji von Shikoku, der kleinsten der vier japanischen Hauptinseln. Mit dem gleichnamigen Ninja hat die Meerenge übrigens nichts zu tun.

Kyoto: Kurama-dera

Im Spiel Im Rahmen der Hauptstory von Assassin's Creed Shadows kommt ihr früher oder später auch am Kurama-dera vorbei.

In der Realität Die Haupthalle des Tempels im Sommer 2025: Die Steinplatten am Boden und die beiden Tierfiguren rechts und links sind am richtigen Platz. Foto: Jesko Buchs.

Im Spiel Von der Terrasse des Tempels könnt ihr in die Berge der Provinz Yamashiro schauen.

In der Realität Gleiche Terasse, leicht verschiedenes Bergpanorama. Aussicht vom Kurama-dera im Sommer 2025. Foto: Jesko Buchs.

Einige Kilometer nördlich von Kyoto liegt an einen Berghang geschmiegt der Tempel Kurama-dera. Hier wird der buddhistische Himmelskönig Bishamon verehrt. Damit dieser eure Gebete erhört, müsst ihr euch zunächst einen landschaftlich reizvollen, aber auch anstrengenden Pfad zu den Tempelhallen emporkämpfen.

In Assassin's Creed Shadows erwartet euch hier im Laufe der Hauptstory dann ACHTUNG SPOILER! der Anführer maskierten Schurken des Shinbakufu. Über einen Wanderweg hinter dem Tempel könnt ihr in anderthalb Stunden den pittoresken Kifune-Schrein erreichen. Wegen seiner von vielen roten Laternen gesäumten Treppe ist der Schrein ein beliebtes Fotomotiv und wird mittlerweile förmlich von Touristen belagert.

Kyoto: To-ji

Im Spiel Der To-ji ist mit seiner großen Pagode ein echter Blickfang am südlichen Ende von Kyoto.

In der Realität Die gleiche Ansicht von Westen aus im Januar 2024. Foto: Jesko Buchs.

Der Ost-Tempel To-ji wurde im Jahr 796 gegründet, um die neue Hauptstadt Kyoto vor bösen Geistern zu beschützen. Da die Stadt symmetrisch angelegt war, hatte der To-ji einst auch einen Partner, den West-Tempel, auf der anderen Seite der Stadt, der heute allerdings nicht mehr erhalten ist.

Berühmt ist der To-ji vor allem für seine fünfstöckige Pagode, die im Laufe der Jahrhunderte mehrmals abgebrannt ist und wieder aufgebaut wurde. Die aktuelle Variante von 1643 ist mit einer Höhe von 56 Metern die höchste noch existierende Tempelpagode in Japan und darf nur zu besonderen Anlässen betreten werden. Dafür lädt euch der große Tempelgarten bei wärmeren Temperaturen zum Entspannen ein.

Aufgrund seiner Nähe zum Hauptbahnhof von Kyoto ist der To-ji sehr gut fußläufig erreichbar.

Osaka: Sumiyoshi-Schrein

Im Spiel Zwischen den Schreingebäuden des Sumiyoshi-Taisha treiben sich in Shadows gefährliche Ronin herum.

In der Realität Die gleiche Ansicht im Sommer 2017. Foto: Saigen Jiro, frei nach CC0 1.0 Universal.

Der Sumiyoshi-Schrein ist den drei Shinto-Göttern Sumiyoshi Sanjin gewidmet, die traditionell mit dem Meer und der Schifffahrt in Verbindung stehen. Der Legende nach wurde er bereits im Jahr 211 während der Herrschaft von Kaiserin Jingu errichtet.

Er befindet sich, wie auch sein Ebenbild in Assassin's Creed Shadows, auf halbem Weg zwischen den Stadtzentren von Osaka und Sakai. Ursprünglich war der Schrein einmal deutlich näher an der Küste gelegen; durch viele Landgewinnungsmaßnahmen ist das Meer heute deutlich weiter entfernt.

Der Sumiyoshi-Schrein ist architektonisch interessant, denn im Gegensatz zu anderen Shinto-Bauwerken sind seine Andachtshallen hintereinander statt nebeneinander aufgereiht. Berühmt ist der Schrein außerdem für seine steile rote Bogenbrücke aus der Kamakura-Zeit, die sich in Shadows jedoch nicht wiederfindet.

Burg Saika / Burg Wakayama

Im Spiel Burg Saika von Nordosten aus gesehen. Im Garten gibt es zwar eine kleine Brücke über einen Teich ...

In der Realität Die ist aber weit weniger eindrucksvoll als die Brücke Ohashiroka in der heutigen Burg Wakayama. Foto: Jesko Buchs

In der Sengoku-Zeit wurde die Gegend rund um die heutige Stadt Wakayama von den Kriegermöchen des Tempels Negoro-ji kontrolliert; sie nannten sich Saika-ikki. Ihre Festung wurde 1584, also nur kurz nach den Ereignissen von Assassin's Creed Shadows, vom Feldherren Toyotomi Hideyoshi vernichtet.

Ein paar Hundert Meter weiter errichteten die späteren Herrscher der Region die heutige Burg Wakayama, die zu einem wichtigen Zentrum der Provinz Kii wurde. Hier hatte auch eine Nebenlinie der Adelsfamilie Tokugawa ihren Sitz. Leider fielen die letzten Originalgebäude im Zweiten Weltkrieg amerikanischen Bomben zum Opfer; der Bergfried wurde allerdings später aus Beton wieder aufgebaut.

Ebenfalls sehenswert ist die diagonal ansteigende, überdachte Ohashiroka-Holzbrücke, die vom westlichen in den zweiten, inneren Burgbering führt und dabei einen weiten Wassergraben überspannt.

Die Berge von Yoshino

Im Spiel Yoshinoyama zur Kirschblüte in AC Shadows. Vom Aussichtspunkt über dem Dorf könnt ihr bis zum Meer schauen.

In der Realität Yoshinoyama zur Kirschblüte ist auch in echt ein Hingucker. Bis zum Meer reicht die Sicht hier allerdings nicht. Foto: Tawashi2006, frei nach CC BY 2.1 jp.

Auf dem Berg, auf dem ihr in Assassins Creed Shadows die Kampfarena auf dem Ouminesan findet, liegt in der Realität das Örtchen Yoshinoyama. Wegen andauernder Streitigkeiten um die Thronfolge in Kyoto residierten hier im Mittelalter für rund 50 Jahre einige japanische Kaiser. Schon hunderte Jahre zuvor hatten sich hier buddhistische Mönche angesiedelt, die in den Bergen asketische Übungen betrieben.

Heute findet sich auf dem Bergrücken der buddhistische Tempel Kimpusen-ji. Seine Haupthalle ist nach dem Todaiji in Nara das zweitgrößte Holzgebäude Japans. Von einem nahegelegenen Aussichtspunkt namens Hanayagura hat man zur Kirschblütenzeit eine prächtige Aussicht auf die umliegenden Berge. Im Spiel findet ihr hier den Aussichtspunkt Hakkyo, der im Frühling eine ähnlich prächtige Kulisse bietet.

Kumano Hongu Taisha

Im Spiel Im echten Leben klettert man lieber nicht auf Schreinen herum, Shinobi-Dame Naoe lässt sich davon aber nicht abhalten.

In der Realität Der Neubau des Hongu-Schreins an einem Regentag im Mai 2025. Foto: Jesko Buchs.

Im Spiel Der Eingang zum Schreinbezirk des Kumano Hongu Taisha vom Fluss aus in AC Shadows.

In der Realität Das große Torii markiert den Eingang zum ehemaligen Schreinbezirk des Kumano Hongu Taisha. Foto: Nekosuki, frei nach CC BY-SA 4.0.

Der Kumano Hongu Schrein ist wie auch der Kumano Nachi Schrein eines der drei Zentren des alten Kumano-Kodo-Pilgerweges durch die Berge der Kii-Halbinsel. Schon vor Jahrhunderten wurden hier von japanischen Pilgern die Berge und die Natur verehrt.

Den Hongu, den ihr in Assassin's Creed Shadows zu sehen bekommt, gibt es in dieser Form allerdings nicht mehr. Denn der alte Hauptschrein mit seinen fünf Pavillons lag mitten auf einer Insel im Fluss und wurde 1889 durch eine schwere Überschwemmung vernichtet.

Zwei Jahre später wurde er in verkleinerter Form auf einem nahen Berg wieder aufgebaut. Anstelle des alten Schreins erinnert heute das größte Torii (Schreintor) der Welt an den ehemaligen Standort. Es ist 34 Meter hoch und wiegt stolze 172 Tonnen.

Das war's mit dem zweiten Teil unseres Assassin's-Creed-Reiseführer; wir hoffen, er leistet euch bei der Planung eurer nächsten Japan-Reise gute Dienste. In der obigen Linkbox findet ihr derweil unseren Test zum neuen Awaji-Addon für AC Shadows. Außerdem haben wir dort noch einige Geheimtipps von unserem Japan-Experten Jesko zusammengestellt.

Welche Fragen rund um das feudale Japan möchtet ihr noch von uns beantwortet bekommen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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