Balatro gilt als eins der besten Spiele 2024, gewann gleich drei Auszeichnungen bei den Game Awards und sitzt auf einem sagenhaften Metascore von 90.
Trotzdem hatte das digitale Singleplayer-Kartenspiel ein Problem: die rigorose Einstufung ab 18 Jahren des europäischen Alterseinstufungssystems PEGI.
Jetzt konnte sich der Hersteller nach monatelangem Kampf mit einem Einspruchsersuchen durchsetzen, die Empfehlung wird auf 12 Jahre gesenkt.
Von 18 auf 12
Der Indie-Hit wurde bei der erneuten Prüfung von einer 18er- auf eine 12er-Freigabe heruntergestuft.
Der Beschwerdeausschuss von PEGI stellt demnach fest, dass »das Spiel zwar Poker-Hände thematisiert und erklärt, aber mildernde Fantasy-Elemente enthält, die eine Freigabe ab 12 rechtfertigen«, so ein Statement.
Die Richtlinien zur Bewertung sollen zudem künftig weiter verfeinert werden. Man betont jedoch, dass ein »Vermitteln und Verherrlichen von Glücksspielmechaniken« weiterhin automatisch eine 18er-Bewertung nach sich ziehe.
Entwickler spricht von »gutem Schritt«
Der Balatro-Schöpfer LocalThunk zeigt sich nach langem Kampf um eine Neubewertung erleichtert. Der Solo-Entwickler kommentiert die Entscheidung so:
Es ist ein guter Schritt für PEGI und bringt feinere Abstufungen mit sich, als nur 18+ oder gar nichts. Ich hoffe, dass Entwickler künftig Dinge erschaffen können, ohne unfair bestraft zu werden.
Balatro ist im Kern ein Roguelike mit Elementen aus Poker, Deckbuilding und Bosskämpfen. Echtgeldkäufe mit tatsächlichen Glücksspielmechaniken gibt es jedoch nicht.
»Maßgebende Glücksspieldarstellung«
Im Februar 2024 hatte das PEGI-Gremium eine Einstufung auf 18 Jahre festgelegt und sogar Balatro damit kurzfristig aus den Shops gekegelt, weil es »Glücksspiel auf maßgebende Weise darstelle«.
Dies stieß auf breites Unverständnis, da Balatro zwar nach Poker-Regeln gespielt wird, aber keinerlei echte Gambling-Mechaniken oder gar Mikrotransaktionen enthält.
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Balatro: Der Steam-Hit zeigt im Trailer, wie Poker und Deckbuilding zusammenpassen
Entwickler LocalThunk kritisierte die Entscheidung als »Witz« und gab zu bedenken, dass Spiele mit hochgradig umstrittenen Lootbox-Mechaniken gegen Echtgeld oft deutlich milder bewertet würden.
So sei EA Sports FC stets mit einer Freigabe ab 3 Jahren davongekommen, obwohl dort die kontroversen Kartenpacks in Ultimate Team gegen Echtgeld verkauft werden, die wiederum häufig wegen ihres Glücksspielcharakters in der Kritik stehen.
Die deutsche USK hatte Balatro im Gegensatz zu PEGI bereits zum Release eine Freigabe ab 12 Jahren erteilt. Zur Begründung heißt es damals, Spielelemente könnten »je nach Ausgestaltung eine positive Einstellung zu echtem Glücksspiel fördern und daher eine Entwicklungsbeeinträchtigung darstellen.«
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