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Seite 2: Battle Princess Madelyn im Test - Von Geisterhunden und gutmütigen Großvätern

Der beste Freund des Menschen

Das wird spätestens ab dem Punkt deutlich, an dem ihr für euren Geisterhund Fritzy Fähigkeiten freischaltet, die beispielsweise einen gesamten Bildschirm von Gegnern befreien. Das kostet natürlich Energie, die ihr wiederum mit dem Erledigen von Monstern auffüllt. Zudem dienen die Widersacher als Geldautomat und Upgrade-Katalysatoren. Denn habt ihr in einer der zahllosen Sammelquests erst mal den Hammer des Schmiedes gefunden, wertet euch der Metallhandwerker im Tausch gegen Rüstungs- und Waffenkristalle sowie von Gegnern erbeutetem Gold euer Arsenal auf.

Das kommt euch vor allem in den späteren Bosskämpfen zu Gute, die definitiv das Highlight von Battle Princess Madelyn sind. Denn obwohl der feste Schwierigkeitsgrad das Durchqueren von verfluchten Feldern, Unterwasserpalästen und verschneiten Gebirgsdörfern zum reinsten Spaziergang macht, müsst ihr die Angriffsrhythmen und unterschiedlichen Fertigkeiten der Bossgegner tatsächlich verinnerlichen, um eine Chance zu haben.

Sobald ihr den Hammer des Schmieds wiedergefunden habt, wertet dieser eure Waffen und Rüstung auf. Die relativ hohen Preise machen Grind an manchen Stellen unerlässlich. Sobald ihr den Hammer des Schmieds wiedergefunden habt, wertet dieser eure Waffen und Rüstung auf. Die relativ hohen Preise machen Grind an manchen Stellen unerlässlich.

Die Endgegner sind knackschwer, dafür aber mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Die übergroße Skelettwache, das Tentakelmonster oder das feuerspuckende Riesen-Wildschwein sind echte Hingucker. Ohnehin ist die Optik ein wahrer Augenschmaus, vor allem für Fans von Retro-Plattformern.

Abgesehen von den leicht abgehackten Animationen atmet die Welt von Battle Princess Madelyn liebevollen 16-Bit-Chic, vom Parallax-Scrolling der Hintergründe über die Waffeneffekte bis hin zum Spagat zwischen quietschbunter Action und düsterer Staffage.

Knallhart kopiert

Wenn ihr euch für den eher klassischen Arcade-Modus entscheidet, bekommt ihr im Zweifel weniger von der wunderschönen Welt mit - einfach, weil der Schwierigkeitsgradregler von Haus aus auf 11 steht.

Das Leveldesign wird umgekrempelt, die Quests und der Fokus auf die Geschichte der Charaktere fällt weg, und neue Ausrüstung bekommt ihr durch zufällige Drops. In diesem Modus kommt Battle Princess Madelyn der Vorlage am nächsten - so nah, dass es fast schon zum Reskin von Capcoms Ritter-Hüpfspiel aus den 80ern wird.

Im Spielverlauf steuert ihr Madelyn nicht nur zu Land, sondern auch Unterwasser – das gibt Pluspunkte für einfallsreiches Leveldesign. Im Spielverlauf steuert ihr Madelyn nicht nur zu Land, sondern auch Unterwasser – das gibt Pluspunkte für einfallsreiches Leveldesign.

Eines haben allerdings beide Modi gemeinsam: Die verbesserungswürdige Hüpfphysik und die mangelhafte Zugänglichkeit. Allzu oft wirken die Hitboxen von Madelyn unglaubwürdig groß, und selbst mit Controller ist die Steuerung hakelig - das ist ärgerlich und frustrierend.

Zudem sorgt der fehlende Schwierigkeitsgrad-Regler dafür, dass nicht ganz so fingerfertige Spieler prinzipiell außen vor gelassen werden. Wie man es anders macht, hat das ähnlich gelagerte Celeste mit dem großartigen Assist Mode gezeigt.

Letztendlich ist aber die Kreativdirektion seitens seiner Tochter das, was Obritschs Spiel aus der Masse heraushebt, auch wenn es in der Ausführung an manchen stellen hakt. Denn obwohl Battle Princess Madelyn die Spielelandschaft nicht prinzipiell bereichert, ist es doch ein herzergreifendes Monument dafür, dass es für charmante Ideen keinen fünfzigköpfigen Thinktank, sondern manchmal nur ein siebenjähriges Mädchen mit einer Faszination für Retro-Plattformer braucht.

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