Battlefield 6: Die Chancen für ein erfolgreiches Battlefield standen nie so gut wie 2021

Meinung: Battlefield 6 wird 2021 ein Schicksalsspiel. Nicht nur für DICE und EA, sondern auch für das gesamte Genre. Aber es gibt Grund zur Hoffnung.

von Dimitry Halley,
23.04.2021 16:18 Uhr

2021 wird ein Schicksalsjahr für die Battlefield-Serie. Seit drei Jahren schlummert die Reihe, während DICE und Co. am neuen Battlefield 6 arbeiten. Eine ungewöhnlich lange Zeit, aber Battlefield 6 soll eben der große Senkrechtstart für die neue Hardware-Generation werden. Aus den ersten offiziellen Infos lässt sich sehr klar rauslesen, dass das neue Battlefield wahrscheinlich nicht mehr für PS4 und Xbox One erscheint. Ein reines Next-Gen-Battlefield also.

Am Erfolg von Battlefield 6 hängt aber weit mehr als die Zukunft der Serie. Ich bin überzeugt: Sollte dieses Spiel floppen, werden wir die Art Shooter für eine ganze Weile nicht mehr erleben. Also Szenario-basierte Casual-Spektakel, die weder auf E-Sport, noch auf Hardcore-Communitys oder Battle-Royale-Fans gemünzt sind. Alte Schule sozusagen. Kollege Phil hat hierzu eine größere Genre-Analyse zusammengestellt.

Doch noch hat der klassische Multiplayer-Spektakel-Shooter eine Chance. Sogar eine richtig gute. Battlefield 6 könnte durchstarten wie kein Battlefield seit den ganz frühen Tagen. Und das hat drei Gründe.

1. Es gibt keine Konkurrenz

DICE stehen mit Battlefield 6 im Prinzip zwei Wege offen:

  1. Sie können wie alle anderen großen Multiplayer-Shooter dem Battle-Royale-Trend nacheifern und ihre Entwicklung vor allem in diese Richtung priorisieren. Wie Call of Duty aktuell.
  2. Gerade weil alle anderen Battle Royale machen, könnten sie sich auf klassische Stärken konzentrieren, um ein Gegenangebot zu schnüren.

Beide Wege können sich als richtig entpuppen (und wahrscheinlich wird BF6 eh ein Hybrid aus beiden), aber zumindest existiert auf der zweiten Route keine Konkurrenz. Unter meinem Video zum kurzzeitigen Revival von Battlefront 2 schwärmen unzählige Leute, wie viel Bock sie mal wieder auf ein klassisches Battlefield hätten. Die Fans von damals sind ja nicht allesamt verschwunden, sie wurden bloß vergrault. Call of Duty strauchelt derweil trotz immenser Spielerzahlen, weil Abstürze, Cheater und Balancing-Probleme die Server plagen.

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Der Weg zum Erfolg wäre hier eigentlich simpel. Battlefield 6 müsste den Fans einfach nur das geben, worauf sie Bock haben. Ein neues Battlefield 3. Oder meinetwegen sogar wieder ein Weltkriegsszenario. Große Karten, intuitive Shooter-Mechaniken, eine funktionierende Waffenbalance - eine funktionierende Grundlage für all die Schlachtfeld-Geschichten, die Battlefield ausmachen. Ich sage nicht, dass sowas leicht zu entwickeln ist - aber zumindest kann man sich recht simpel ein »perfektes« Fan-Battlefield vorstellen.

Auch wichtig: DICE muss den Preis des Spiels radikal senken. Aber dazu gleich mehr.

Der Autor: Redakteur Dimi hat 500 Stunden in Battlefront 2 und zig weitere in allen Battlefields der letzten Jahre versenkt. Und sich jedes Mal die Haare gerauft, wie knapp DICE an einem langlebigen Erfolg vorbeigeschrammt ist. Zeitigere DLCs, bessere Patches, günstigere Freischaltungen - allesamt Baustellen, die auf ein Strukturproblem in der Entwicklung hindeuten. Und hier genau hier hatte das Team in den letzten Jahren genügend Zeit, Änderungen vorzunehmen. Deshalb überwiegt die Hoffnung.

2. Es gab genug Fehler, um zu lernen

DICE blickt jetzt auf drei große Spiele zurück, bei denen viel schiefgegangen ist. Battlefield 1 hatte 2016 ein veraltetes Premium-Modell, bekam seine DLCs nicht auf Kurs, Battlefront 2 hatte sein Lootbox-Fiasko und Battlefield 5 bekam weder DLCs, noch das Balancing in den Griff.

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Und schon damals haben wir vor jedem neuen Spiel gehockt und uns gesagt: Das kann doch jetzt nicht wieder schiefgehen. Deshalb spricht an dieser Stelle auch mehr der Optimismus aus mir: Es war doch nun wirklich genug Zeit, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Gut, gleichzeitig sollten natürlich auch wir lernen: Bestellt Battlefield 6 auf keinen Fall vor, bevor das Ding draußen ist.

Aber zumindest ist dieses Lernen für DICE in den letzten Jahren leichter denn je gewesen, weil der Shooter-Markt weit weniger drastische Umbrüche zu bewältigen hatte.

Trends sind für große Publisher Fluch und Segen. Wie soll beispielsweise ein EA auf Spiele wie Among Us reagieren? Triple-A-Spiele brauchen mehrjährige Entwicklungszeiten. Bis dahin ist ein Fall Guys oder Phasmophobia längst wieder vom Tisch. Dass DICE 2018 nicht leichtfertig alle Ressourcen auf Battle Royale werfen wollte, wenn die Entwicklung dafür allerspätestens 2017 hätte beginnen müssen, kann man leicht nachvollziehen. Mehr dazu in diesem spannenden Report:

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Aber in den letzten drei Jahren gab es keine großen neuen Trends. Das Battle-Pass-Modell für saisonale Skins hat sich fest etabliert, niemand meckert drüber und in puncto Gameplay bleiben die Vorlieben der Fans stabil. Battle Royale knackt weiterhin alle Rekorde - und damit lässt sich eigentlich gut planen. Außerdem war genug Zeit, sich intern so umzustrukturieren, dass man als Entwickler agiler auf Patches, Balancing-Probleme und Co. reagieren kann.

Würde Battlefield 6 ein Hybridmodell wie Call of Duty fahren, wäre also alles in Butter. Man verhaftet Criterion oder irgendein anderes Team für die nächsten zwei Jahre, den Battle Royale mit Inhalten und Updates zu versorgen. Und gibt simultan den alten Fans ein klassisches Battlefield. Easy. Damit das klappt, muss DICE den Preis allerdings deutlich senken.

Denn einen Trend gibt es dann doch: Multiplayer-Shooter sind kostenlos. Apex Legends, Fortnite, CoD: Warzone - mit diesen Spielen muss sich Battlefield messen. EA wird natürlich nicht leichtfertig auf die immensen Einnahmen der Release-Woche verzichten, aber zumindest sollten sie darüber nachdenken, Battlefield 6 parallel im Game Pass via EA Play anzubieten. So ließe sich das Spiel zumindest für viele Leute sehr erschwinglich spielen (Game Pass kostet im ersten Monat ja bloß einen Euro). Und dann könnte das echt was werden.

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