Besser eine Grafikkarte von AMD, Intel oder Nvidia?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Entscheidend ist aus unserer Sicht zunächst vor allem, dass die Leistung und der Preis stimmen und dass die Grafikkarte zu euren Ansprüchen passt - ganz egal, von welchem Hersteller die GPU auch stammt.
Es kann allerdings Faktoren geben, die den Ausschlag für einen bestimmten Hersteller geben:
- Besitzt ihr etwa einen Monitor mit G-Sync, braucht ihr eine Nvidia-Grafikkarte, um davon in vollem Umfang profitieren zu können.
- Noch haben Geforce-RTX-Modelle überdies gewisse Leistungsvorteile beim Spielen mit Raytracing. Das KI-Upscaling DLSS 3 beziehungsweise die
Frame Generation
bringt in unterstützten Titeln deutlich mehr FPS und läuft nur auf RTX-4000-GPUs. - AMD hat inzwischen mit FSR 3 und
Fluid Motion Frames
nachgezogen. Die Technik lässt sich mit allen aktuellen GPUs nutzen, wenn sie über das Spielmenü aktivierbar ist. Noch gilt das aber nur in wenigen Spielen. Mehr dazu erfahrt ihr hier:Nvidias wichtigstes Feature bekommt ab sofort neue Konkurrenz
. - Beim Kauf einer Intel-Grafikkarte ist zusätzlich zu bedenken, dass die entsprechenden Arc-GPUs etwas weniger ausgereifte Treiber besitzen. Das kann vor allem in älteren Titeln ohne DirectX 12 für Leistungsnachteile sorgen. Intel bessert aber fleißig mit frischen Treibern nach.
Nur die GPU aufrüsten oder den ganzen PC?
Das kommt darauf an, welche Hardware sonst in eurem Rechner steckt. Wichtig ist zunächst vor allem, dass euer Netzteil genug Leistung bietet. Die offiziell angegebenen Werte nennen wir daher in unseren Empfehlungen jeweils mit.
In vielen Fällen wird allein eine neue Grafikkarte für ein großes Leistungsplus sorgen, wenn sie entsprechend schneller ist als das zuvor verbaute Modell. Um die Leistung älterer GPUs grob einschätzen zu können, helfen unsere Leistungsklassen aus dem folgenden Artikel:
Beim Wechsel zu einer höheren Leistungsklasse müsst ihr aber Folgendes bedenken: Je älter die anderen Komponenten ausfallen, desto weniger bleibt von einem Leistungsschub durch eine neue GPU übrig.
Die Grafikkarte allein aufzurüsten, ist daher nur unter den folgenden Bedingungen sinnvoll:
Checkliste Grafikkarte aufrüsten
- Dein PC hat mindestens 16,0 GByte Arbeitsspeicher.
- Deine CPU hat mindestens sechs Kerne und ist nicht älter als vier Jahre.
- Du nutzt für Windows und Spiele eine SSD statt einer Festplatte.
Damit eine neue Grafikkarte ihre Leistung möglichst voll entfalten kann, sind also vor allem der Prozessor und der Arbeitsspeicher, aber auch der Datenträger wichtig. Warum genau, klären wir in den folgenden Abschnitten.
1. Die RAM-Frage
Solange ihr mindestens über 16,0 GByte Arbeitsspeicher verfügt, seid ihr weitgehend auf der sicheren Seite, wie auch unsere eigenen Performance-Messungen dazu zeigen.
Besitzt ihr dagegen noch einen PC mit nur 8,0 GByte RAM oder gar weniger, empfehlen wir euch, beim Kauf einer neuen GPU den RAM gleich mit aufzurüsten. Achtet darauf, ihn im schnellen Dual-Channel-Modus verwenden zu können, also entweder zwei oder vier Speichermodule zu nutzen.
2. Die CPU-Frage
Mit Blick auf den Prozessor ist es etwas komplizierter, da teils auch flotte Vierkern-CPUs noch viel Leistung bieten können. Wir raten euch aber, mindestens einen Prozessor mit sechs Kernen zu verwenden, der nicht älter ist als vier Jahre. Andernfalls kann auch das Aufrüsten der CPU sinnvoll sein.
Bedenkt dabei allerdings, dass ihr dann oft auch ein neues Mainboard und gegebenenfalls neuen DDR5-RAM braucht.
3. Die SSD-Frage
Ebenfalls generell empfehlenswert ist der Einsatz von SSDs statt langsamer HDDs. In Zukunft werden dabei besonders flotte PCI-Express-Modelle im M.2-Format mit dem NVMe-Protokoll zusehends wichtiger.
Große Vorteile gegenüber einer HDD mit Magnetscheiben bemerkt ihr aber auch bereits mit den weit verbreiteten SATA-Modellen für das AHCI-Protokoll.
Den ganzen PC aufrüsten
Wollt ihr nicht nur die GPU aufrüsten, sondern einen komplett neuen PC zusammenstellen, helfen wir euch ebenfalls.
Im Artikel Gaming PC zusammenstellen 2024: Die besten Setups zum selber bauen findet ihr alles Wissenswerte dazu und viele Konfigurationen in verschiedenen Preisbereichen.
Was ist mit Raytracing, DLSS und gebrauchten GPUs?
Raytracing
Die Technik dient dazu, Spiele realistischer und besser aussehen zu lassen.
- Wie genau es eingesetzt wird und wie gut das gelingt, variiert von Fall zu Fall und je nach gewählter Detailstufe stark - sofern die Technik überhaupt unterstützt wird.
- Teilweise verbessert Raytracing nur die Schatten, nur die globale Beleuchtung oder nur die Reflexionen. Mischungen davon gibt es ebenfalls.
- Noch einen Schritt weiter geht das sogenannte Path Tracing, das die klassische Rasterisierung ganz ersetzen soll. Eines gilt aber immer: Raytracing kostet viele FPS.
Raytracing wird eher in großen Produktionen wie Cyberpunk 2077 verwendet, die Technik erfreut sich aber Stück für Stück größerer Beliebtheit. Insgesamt unterstützen laut PCGamingWiki aktuell über 290 Spiele Raytracing.
11:00
160 FPS und wunderschön: So sieht Cyberpunk 2077 mit Ultra-Details und Pathtracing aus
Allgemeine Infos zur Funktionsweise findet ihr im Artikel Was ist Raytracing? - Strahlenverfolgung im Vergleich zu Rasterisierung
.
Was Raytracing optisch ausmachen kann, zeigt das Video oben beispielhaft. Ob euch die Technik trotz des FPS-Verlustes wichtig ist, könnt ihr aber letztlich nur selbst beurteilen.
DLSS und andere Upscaling-Verfahren
DLSS (Nvidia), FSR (AMD) und XeSS (Intel) haben alle primär das gleiche, sehr erstrebenswerte Ziel: Bei gleichbleibender oder sogar besserer Optik für mehr FPS zu sorgen. Das kann vor allem in Kombination mit dem leistungshungrigen Raytracing sehr wichtig sein.
Dafür wird das Spiel intern in einer niedrigeren Auflösung berechnet und anschließend optisch möglichst überzeugend wieder hochskaliert. Mehr zu der Funktionsweise erfahrt ihr im Artikel Mehr fps und bessere Grafik - Ist Nvidia DLSS 2.0 wirklich ein Game-Changer?
und im folgenden Video:
10:04
Mehr FPS und trotzdem volle Details? - Wie gut ist DLSS bei Red Dead Redemption 2 und Co?
- Tendenziell funktioniert Nvidias DLSS (noch) am besten, auch dank zusätzlicher Hardware-Einheiten für die nötigen Berechnungen.
- Allzu groß sind die Unterschiede aber nicht und es kann bei allen Techniken je nach Titel und Qualitätsstufe zu unterschiedlich überzeugenden Ergebnissen beziehungsweise teils auch zu Grafikfehlern kommen.
- Für DLSS braucht ihr dabei stets zwingend eine RTX-Grafikkarte. FSR lässt sich dagegen mit allen Grafikkarten nutzen.
- Auch Intels XeSS kann mit GPUs aller Hersteller funktionieren, für die besten Stufen wird aber teils eine Arc-Grafikkarte mit passenden KI-Beschleunigern vorausgesetzt, wie etwa in Jagged Alliance 3 zu sehen.
Frame Generation und Fluid Motion Frames
Über das reine Upscaling hinaus gehen Nvidias Frame Generation (wird auch als DLSS 3 bezeichnet) und AMDs Fluid Motion Frames (wird auch als FSR 3 bezeichnet). Dabei werden komplett neue Bilder per KI-Berechnung ergänzt, aber es gibt potenzielle Probleme.
Dazu zählen die recht geringe Anzahl von Spielen, die diese Techniken native unterstützen (vor allem im Falle von FSR 3) sowie ein potenziell trägeres Spielgefühl. Außerdem funktioniert dieses KI-Upscaling meist erst ab 60 FPS oder mehr und ohne V-Sync gut.
Gebrauchte Grafikkarten
Wir beschränken uns in dieser Kaufberatung auf neue GPUs, die zuverlässig im regulären Handel zu bekommen sind. Grundsätzlich sind gebrauchte Grafikkarten aber ebenfalls eine gute Option, wenn ihr Geld sparen möchtet.
Auch interessant: Gebrauchte Grafikkarte kaufen - 4 Punkte, die euch beim Kauf vor Betrügern schützen
Eine Gaming-GPU kann auch dann noch viele Jahre lang gute Dienste verrichten, wenn sie bereits bei einem anderen Spieler im Einsatz war. Ihr solltet vor dem Kauf aber ein paar generelle Dinge beachten. Mehr dazu erfahrt ihr im oben verlinkten Artikel.
Jetzt solltet ihr alles wissen, was ihr vor dem Kauf einer neuen Grafikkarte wissen müsst. Sind dennoch Fragen offen geblieben sein, nutzt gerne die Kommentarfunktion.
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