Die beste Handy-Kamera bei Nacht – meine Top 3 nach über 30 Smartphone-Tests

Aufnahmen bei wenig Licht stellen selbst Oberklasse-Handys vor Herausforderungen. Ich zeige euch, welche drei Smartphones mich am meisten überzeugen konnten.

Moderne Handys machen auch bei wenig Licht gute Aufnahmen. Ich zeige euch meine Top 3 und passende Alternativen. (Bildquelle: Adobe Stock von vovan Google Samsung Honor GameStar Tech) Moderne Handys machen auch bei wenig Licht gute Aufnahmen. Ich zeige euch meine Top 3 und passende Alternativen. (Bildquelle: Adobe Stock von vovan / Google / Samsung / Honor / GameStar Tech)

Ich habe seit Ende 2024 insgesamt über 30 Smartphones getestet und eine Sache ist mir dabei besonders aufgefallen: Die Handy-Kameras werden bei schlechtem Licht immer besser. Das ist vor allem in Herbst und Winter praktisch, wenn es gefühlt ab 15 Uhr schon wieder dunkel wird.

Bislang hatten viele Geräte dabei ein Problem: Die Hauptkamera macht ordentliche Bilder – das schaffen inzwischen selbst günstige Handys. Der große Unterschied zeigt sich beim Ultraweitwinkel und beim Zoom – und genau da hat sich zuletzt einiges getan.

Falls ihr wissen wollt, welche Handys tagsüber die Nase vorne haben, schaut in meinen Artikel zu den 3 Handys mit der besten Kamera 2026. Dort sieht die Reihenfolge übrigens anders aus, denn die Nachtfotografie spielt nach eigenen Regeln.


Video starten 7:31 3 Gründe, warum Smartphones niemals Kameras ersetzen können


Hinweis: In diesem Artikel werden ausschließlich aktuelle Smartphone-Modelle berücksichtigt, die ich 2025 und 2026 selbst testen konnte. Da nicht alle Hersteller Testmuster liefern, fehlen einige Geräte. Das betrifft unter anderem die iPhone 17-Reihe, Xiaomi 17 Ultra und Modelle von OnePlus, Oppo oder Vivo.

Google Pixel 10 Pro XL

Das Pixel 10 Pro XL überzeugt auch bei wenig Licht. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Pixel 10 Pro XL überzeugt auch bei wenig Licht. (Bildquelle: GameStar Tech)

Google hat sich in den letzten Jahren eine echte Kamera-Reputation erarbeitet – und das Pixel 10 Pro XL setzt das konsequent fort. Was das Pixel 10 Pro XL für mich zum Low-Light-Sieger macht, ist nicht nur die Hauptkamera. 

Klar, die liefert gute Ergebnisse, das schaffen die Kameras der Konkurrenz auch. Allerdings überzeugen beim Pixel auch durchaus Ultraweitwinkel und Zoom-Kamera bei Dunkelheit mit ordentlichen Aufnahmen.

Das Kamerasystem:

  • Hauptkamera: 50 Megapixel, f/1.7, OIS
  • Periskop-Telezoom: 48 Megapixel, 5x optisch, f/2.8, OIS
  • Ultraweitwinkel: 48 Megapixel, f/1.7
  • Frontkamera: 42 Megapixel, f/2.2

Was das Pixel nach wie vor auszeichnet, ist die Bildwirkung: Aufnahmen bei Nacht wirken natürlich. Laternen leuchten, Schatten bleiben Schatten – kein künstliches Aufhellen, das Bilder taghell macht. Das Pixel macht das nicht. Und das ist eine bewusste Entscheidung von Google – die ich nach wie vor richtig finde.

Neben der Kamera bekommt ihr mit dem Pixel 10 Pro XL ein rundes Gesamtpaket: langer Update-Support, ein helles OLED-Display, Qi2-Laden und ordentliche Stereolautsprecher. Leistungsseitig liegt das Pixel spürbar hinter Snapdragon-8-Elite-Geräten zurück. Im Alltag merkt man das allerdings höchstens bei sehr anspruchsvollen Apps sowie Spielen.

Hier geht es zum Testbericht: Google Pixel 10 Pro XL im Test: Top-Kamera, tolles Display, aber eine Sache stört mich sehr

Pro
  • Tolles und sehr helles Display
  • Top-Kamera, auch bei wenig Licht
  • Sehr langer Update-Support
  • Gute Stereolautsprecher
  • Magnetisches Qi2-Laden
Kontra
  • Leistungsseitig deutlich hinter der Konkurrenz
  • Vergleichsweise teuer

Fazit: Wer atmosphärische, natürliche Nachtaufnahmen will, ist mit dem Pixel 10 Pro XL nach wie vor sehr gut bedient, zumal der Preis inzwischen spürbar gesunken ist.


Samsung Galaxy S26 Ultra

Beim Galaxy S26 hat Samsung trotz weniger Updates nochmal mehr herausgeholt. (Bildquelle: GameStar Tech) Beim Galaxy S26 hat Samsung trotz weniger Updates nochmal mehr herausgeholt. (Bildquelle: GameStar Tech)

Das Galaxy S26 Ultra hat im Vergleich zum Vorgänger zugelegt und bietet nun eine Hauptkamera, die sehr lichtstark ist. Mit f/1.4 liegt sie eine ganze Blendenstufe unter dem S25 Ultra (f/1.7) und das merkt man im direkten Vergleich.

Das Kamerasystem:

  • Hauptkamera: 200 Megapixel, f/1.4, OIS
  • Telezoom: 10 Megapixel, 3x optisch, f/2.4, OIS
  • Periskop-Tele: 50 Megapixel, 5x optisch (10x In-Sensor), f/2.9, OIS
  • Ultraweitwinkel: 50 Megapixel, f/1.9
  • Frontkamera: 12 Megapixel, f/2.2

Was das S26 Ultra im Low-Light-Bereich so stark macht: Nicht nur die Hauptkamera liefert gute Ergebnisse – auch Ultraweitwinkel und Zoom funktionieren bei Dunkelheit gut. Selbst mit dem 10-fachen Zoom gelingen noch brauchbare Aufnahmen. Das ist selbst bei Top-Smartphones kein Standard.

Abseits der Kamera bekommt ihr mit dem Galaxy S26 Ultra ein ganzheitliches Top-Modell: langer Update-Support (7 Jahre), starke Akkulaufzeit, ein tolles OLED mit Privacy-Funktion und den S Pen. Der verzichtet weiterhin auf Bluetooth, zudem ist magetisches Qi-Laden nur mit Hülle möglich. Ansonsten gibt es bei dem Modell jedoch keine echten Makel.

Hier geht es zum Testbericht: Samsung Galaxy S26 Ultra: Wenn ihr eines der besten Android-Handys 2026 sucht, habe ich eine klare Empfehlung

Pro
  • Tolles OLED-Display mit neuer Privacy-Funktion
  • Eines der leistungsfähigsten Android-Handys
  • Sehr lange Akkulaufzeit
  • Tolles Kamerasystem
Kontra
  • S Pen weiterhin ohne Bluetooth
  • Magnetisches Qi-Laden nur mit Hülle

Fazit: Wer maximale Flexibilität bei Dunkelheit will und auch beim Zoom keine Kompromisse eingehen möchte, macht mit dem Galaxy S26 Ultra nichts verkehrt.


Honor Magic 8 Pro

Das Honor Magic 8 Pro gehört zu den besten Kamera-Handys 2026. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Honor Magic 8 Pro gehört zu den besten Kamera-Handys 2026. (Bildquelle: GameStar Tech)

Bereits das Magic 7 Pro war ein starkes Kamera-Handy – das Magic 8 Pro legt nochmal nach und gerade bei Nacht ist der Unterschied zum Vorgänger spürbar. Wer Honor bisher nicht auf dem Schirm hatte, sollte das ändern.

Das Kamerasystem:

  • Hauptkamera: 50 Megapixel, f/1.6, OIS
  • Periskop-Tele: 200 Megapixel, 3,7x optisch (10x In-Sensor), f/2.6, OIS
  • Ultraweitwinkel: 50 Megapixel, f/2.0
  • Frontkamera: 50 Megapixel, f/2.0

Gerade bei Nacht macht das Magic 8 Pro einen großen Schritt nach vorne: Fotos sind heller, detaillierter und weniger verrauscht als beim Vorgänger. Sie bieten zudem schöne sowie kräftige Farben. Honor hat die variable Blende (f/1.4–2.0), die das Magic 7 Pro noch hatte, entfernt.

Die feste Blende f/1.6 ist weniger flexibel, wird aber durch die insgesamt höhere Bildqualität ausgeglichen.

Das Magic 8 Pro ist aber nicht nur eine Kamera mit Handy drumherum. Ihr bekommt viel Leistung, ein helles und scharfes OLED, eine sichere Gesichtsentsperrung mit TOF-Sensor und eine IP69-Zertifizierung.

Was mich stört: Die Akkulaufzeit fällt im Vergleich zur Konkurrenz nur mittelmäßig aus.

Hier geht es zum Testbericht: Honor Magic 8 Pro im Test: Für mich schon jetzt eines der besten Handys des Jahres

Pro
  • Hervorragendes Kamerasystem, auch bei Low Light
  • Helles und scharfes OLED-Display
  • Gute Stereolautsprecher
  • Sichere Gesichtsentsperrung dank TOF-Sensor
  • IP69-Zertifizierung
  • 7 Jahre Update-Support
Kontra
  • Akkulaufzeit nur mittelmäßig

Fazit: Wer viel mit Zoom fotografiert und auch abends Details behalten will, findet im Magic 8 Pro ein starkes Tool in dieser Disziplin.


Empfehlenswerte Alternativen mit Low-Light-Potenzial

Noch vor wenigen Jahren war der Abstand zwischen sehr teuren Flaggschiffen und dem Rest bei Nachtfotografie enorm. Das stimmt so nicht mehr ganz. Viele preiswertere Geräte, die ich in den letzten Monaten testen konnte, liefern bei schlechtem Licht Ergebnisse, die früher einem 1.000-Euro-Handy würdig gewesen wären.

Nachfolgend zeige ich euch passende Alternativen, die allen voran am Tag tolle Bilder machen, aber eben auch am Abend solide Ergebnisse liefern:

Xiaomi 17: 

  • Hauptkamera und Periskop-Tele bei Nacht sind klar Oberklasse-Niveau, und der Leica-Look gefällt mir richtig gut. Die Farbwiedergabe ist über die Brennweiten konsistent, die Aufnahmen wirken ausgewogen und natürlich.
  • Schwachpunkt: Der Ultraweitwinkel fällt bei Dunkelheit spürbar ab und bleibt hinter den anderen Linsen zurück. Wer abends selten auf die Weitwinkel-Taste drückt, bekommt aber ein hervorragendes Kamera-Handy zum Preis von rund 800 Euro.

Realme GT8 Pro: 

  • Die Hauptkamera schlägt sich abends wacker und liefert bei Lichtquellen im Bild gute Ergebnisse. Ultraweitwinkel und Tele schwächeln etwas, liefern aber noch Ergebnisse, die sich sehen lassen können – es kommt allerdings stark auf Motiv und Umgebungslicht an.
  • Ab 700 Euro bekommt ihr außerdem ein Gesamtpaket, das sich wirklich sehen lassen kann: Top-Leistung dank Snapdragon 8 Elite, ein großer 7.000-mAh-Akku und ein tolles OLED-Display.

Xiaomi 15T Pro: 

  • Für die Preisklasse macht das 15T Pro bei Nacht überraschend viel richtig. Die Hauptkamera liefert dank des großen Sensors gute Ergebnisse, der 5-fache Periskop-Zoom holt bei Dunkelheit noch brauchbare Details.
  • Der Ultraweitwinkel fällt spürbar ab. Zwar werden die Bilder nicht zu stark weichgezeichnet – sie fallen dafür aber recht dunkel aus und sind weniger brauchbar. Für unter 600 Euro ist das 15T Pro aber dennoch eines der besten Kamera-Smartphones, das ich bisher testen konnte.

Worauf ihr beim Kauf eines Low-Light-Handys achten solltet

Gute Nachtfotografie hängt natürlich von mehr ab als von der Megapixel-Zahl. Teure Flaggschiffe haben hier in der Regel einen klaren Vorteil – nicht nur wegen der Hardware, sondern vor allem wegen der Software.

Hardware: Was wirklich zählt

  • Sensorgröße und Pixelpitch: Ein größerer Sensor fängt mehr Licht ein. Der Pixelpitch beschreibt dabei die Größe der einzelnen Lichtpunkte (Pixel) auf dem Sensor – je größer jeder einzelne Pixel, desto mehr Licht kann er aufnehmen, was direkt weniger Rauschen bei Dunkelheit bedeutet. Ein 200-MP-Sensor auf winziger Sensorfläche ist deshalb meist schlechter als 50 MP auf einem großen Sensor: Die Pixel sind schlicht zu klein, um bei wenig Licht genug Information einzufangen.
  • Blende: Je kleiner die f-Zahl, desto mehr Licht fällt auf den Sensor. Eine f/1.4-Blende lässt deutlich mehr Licht durch als f/2.8 – gerade bei Dunkelheit ein großer Unterschied.
  • Optische Bildstabilisierung (OIS): Bei wenig Licht braucht die Kamera längere Verschlusszeiten. Ohne OIS verursacht Handzittern dabei Verwacklungen – mit OIS wird das ausgeglichen. Gerade bei wenig Licht ist das wichtig.
  • Alle Optiken im Blick: Viele Hersteller optimieren primär die Hauptkamera für Nachtaufnahmen. Ultraweitwinkel und Teleobjektiv hinken oft hinterher. Wer bei Dunkelheit flexibel bleiben will, achtet darauf, dass alle Kameras brauchbare Low-Light-Ergebnisse liefern.

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Die Software ist mindestens genauso wichtig

Ein großer Unterschied zwischen teuren und günstigen Handys zeigt sich bei Nacht nicht nur bei der Hardware, sondern vor allem auch bei der Bildverarbeitung.

Hersteller von Top-Modellen setzen auf KI-gestützte Nachbearbeitung direkt im Chip: Mehrere Frames werden in Millisekunden zu einem Bild zusammengesetzt, Rauschen wird erkannt und gezielt entfernt, ohne Details zu verwischen.

Günstigere Handys können diese Berechnungen entweder nicht so schnell durchführen oder greifen zu aggressiver Glättung – das Ergebnis ist oft der klassische Aquarell-Effekt, bei dem Details zu matschigen Flächen verschwimmen.

Wer also viel abends fotografiert, ist mit einem Gerät aus der Oberklasse langfristig besser bedient. Zumindest solange, bis die Mittelklasse hier aufholt.

Hinweis: Dieser Artikel ist in einer früheren Version bereits auf GameStar.de erschienen.

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