Filmkritik zu Black Panther: Wakanda Forever - ein würdiger Abschied

Black Panther 2 ist ein emotionaler Höhepunkt des Marvel Cinematic Universe. Wie angemessen sich Wakanda Forever von Chadwick Boseman verabschiedet, erfahrt ihr in unserer spoilerfreien Filmkritik.

Black Panther: Wakanda Forever startete am 9. November 2022 in den deutschen Kinos und ist ab dem 1. Februar 2023 auf Disney Plus verfügbar. Bildquelle: DisneyMarvel Studios Black Panther: Wakanda Forever startete am 9. November 2022 in den deutschen Kinos und ist ab dem 1. Februar 2023 auf Disney Plus verfügbar. Bildquelle: Disney/Marvel Studios

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Regisseur Ryan Coogler stand mit Black Panther: Wakanda Forever vor einer undankbaren Aufgabe: Einen der wichtigsten Superhelden-Filme der letzten Jahre fortzusetzen, nachdem dessen Hauptdarsteller Chadwick Boseman 2020 mit nur 43 Jahren unerwartet verstarb.

Für Black Panther 2 wurde die Rolle des T’Challa aber nicht einfach neu besetzt, stattdessen setzt sich der Film nicht nur mit dem Tod seiner Hauptfigur, sondern auch von dessen Schauspieler auseinander. Das gelingt durchaus - allerdings wird Wakanda Forever auch von Problemen geplagt.

Die Zukunft des Marvel Cinematic Universe: Falls ihr dafür interessiert, wie es nach Black Panther 2 mit neuen Marvel-Kinofilmen weitergeht, können wir euch natürlich weiterhelfen. In der folgenden Übersicht findet ihr alle aktuell geplanten MCU-Projekte für die große Leinwand - von Guardians of the Galaxy: Vol. 3 über Blade bis zu Avengers 5:

Worum geht es in Black Panther 2?

Die Story: Über die Handlung von Black Panther 2 wollen wir an dieser Stelle nicht allzu viele Worte verlieren. Die Spoiler-Gefahr ist groß, geht deswegen am besten möglichst ohne Story-Vorwissen ins Kino, um euch so besser auf den Film einlassen zu können.

So viel sei zumindest verraten: Wakanda hat einen verheerenden Schlag verpasst bekommen, was den Staat zur Zielscheibe anderer Nationen und bisher unbekannter Feinde macht - allen voran Namor (Tenoch Huerta). Der König des Unterwasserreiches Talokan stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für Wakanda, Königin Ramonda (Angela Bassett) und Prinzessin Shuri (Letitia Wright) dar.

Gleichzeitig haben es andere Länder auf Wakandas wertvolles Vibranium abgesehen, während die junge Wissenschaftlerin Riri Williams (Dominique Throne) in den Konflikt zwischen Namor und Wakanda hineingezogen wird.

Black Panther 2: Erster Trailer zu Wakanda Forever sorgt für Gänsehaut Video starten 2:11 Black Panther 2: Erster Trailer zu Wakanda Forever sorgt für Gänsehaut

Für wen ist Wakanda Forever interessant?

Angemessen erwachsen: Black Panther 2 ist sehr viel ernster als andere Filme des Marvel Cinematic Universe und nimmt sich selbst nur selten bis gar nicht auf die Schippe. Das ist in Anbetracht des traurigen Hintergrundes der Entstehung von Wakanda Forever nicht nur angebracht, sondern genauso erfrischend. 

Regisseur Ryan Coogler schafft es, in knappen zwei Stunden und 45 Minuten einen angemessenen Abgesang auf den 2020 verstorbenen T’Challa auf die große Leinwand zu zaubern. Black Panther 2 gibt seinen Figuren und sich selbst ausreichend viel Zeit, sich nuanciert von Boseman zu verabschieden.

Nicht alles stimmt: Trotz seines Feingefühls hat Wakanda Forever seine Längen - vor allem, wenn das große Ganze des Marvel Cinematic Universe vorangetrieben werden muss. Dieser Umstand trübt das Gesamtbild spürbar, Black Panther wäre sehr viel besser ohne überflüssige Nebenhandlungen wie die um CIA-Agent Everett Ross (Martin Freeman) oder die aufkeimende Superheldin Riri Williams a.k.a. Ironheart ausgekommen. So ist der Film teilweise zu langatmig und zäh.

Denn gerade die eigentliche Haupthandlung profitiert von starken Charakter-Entwicklungen und umso beeindruckenderen schauspielerischen Leistungen. Vor allem Angela Bassett brilliert in der Rolle von Ramonda, die nicht nur eine starke Königin, sondern gleichzeitig eine liebevolle und trauernde Mutter mimt. Leider mangelt es Shuri trotz fantastischer Performance durch Letitia Wright an der Präsenz, die die neue Hauptfigur von Wakanda Forever so bitter nötig hätte.

Namor (Tenoch Huerta) ist ein gelungener Widersacher für Wakanda. Wir hätten gerne noch mehr Zeit mit dem König des Unterwasserreichs Talokan verbracht. Bildquelle: DisneyMarvel Studios Namor (Tenoch Huerta) ist ein gelungener Widersacher für Wakanda. Wir hätten gerne noch mehr Zeit mit dem König des Unterwasserreichs Talokan verbracht. Bildquelle: Disney/Marvel Studios

Viel fürs Auge, noch mehr fürs Ohr: Dafür ist Black Panther 2 bildgewaltig und steht in Bezug auf malerische Szenerien und Schauplätze seinem direkten Vorgänger in Nichts nach. Neben dem Set-Design strotzen die traditionellen Kostüme (egal ob afrikanisch- oder mesoamerikanisch-inspiriert) vor immenser Detailverliebtheit. Außerdem hört sich Black Panther 2 absolut fantastisch an und sticht andere Marvel-Filme dank Komponist Ludwig Göransson schamlos aus.

Wakanda Forever wäre ohne seine Längen einer der besten Filme des Marvel Cinematic Universe geworden, letztendlich hat es nur für einen der besseren gereicht.

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Stärken und Schwächen von Black Panther 2

Was uns an Wakanda Forever gefallen hat

  • Die Darsteller: Letitia Wright, Tenoch Huerta und vor allem Angela Bassett - Black Panther 2 strotzt geradezu vor starken Performances, die andere MCU-Filme im direkten Vergleich in den Schatten stellen. Basset spielt emotional und berührend, Huerta diabolisch und trotzdem menschlich, während Winston Duke als M’Baku trotz kleiner Rolle jede Szene stiehlt.
  • Der Bösewicht: Namor ist ein sehr spezieller Schurke, der in der Comic-Vorlage weder besonders nahbar noch imposant daherkommt. Tenoch Huerta ändert das komplett. Namor von Wakanda Forever bekommt einen stattlichen Anteil Leinwandzeit spendiert, in der Huerta dank seiner schauspielerischen Vielfalt glänzen kann. Wir hätten uns sogar noch mehr davon gewünscht und dafür gerne auf andere und vor allem überflüssige Nebenhandlungen verzichtet.
  • Der Soundtrack: Wakanda Forever bietet viel fürs Auge, aber noch mehr für die Ohren. Komponist und Songwriter Ludwig Göransson hat bereits bei The Mandalorian oder dem ersten Black Panther brilliert, übertrifft sich bei dem neuesten Marvel-Film nochmal selbst. Traditionelle Trommelklänge und/oder Kehlkopfgesänge gehen Hand in Hand mit satten Beats und unheilverkündenden Bässen. Wakanda Forever bleibt selbst nach dem Abspann noch lange im Ohr.
  • Der Abschied von Chadwick Boseman: Black Panther 2 ist voll und ganz dem verstorbenen T’Challa-Darsteller gewidmet - und das ist von Anfang bis Ende spürbar. Regisseur Ryan Coogler beweist das dringend nötige Feingefühl, ohne dabei über die Stränge zu schlagen oder Bosemans Vermächtnis zu kurz kommen zu lassen. Black Panther 2 ist ein würdiger Abschied geworden.

MBaku (Winston Duke) ist das heimliche Highlight von Black Panther: Wakanda Forever und gleichzeitig ein Sinnbild dafür, wie TChalla (Chadwick Boseman) sein Königreich geprägt hat. Bildquelle: DisneyMarvel Studios M'Baku (Winston Duke) ist das heimliche Highlight von Black Panther: Wakanda Forever und gleichzeitig ein Sinnbild dafür, wie T'Challa (Chadwick Boseman) sein Königreich geprägt hat. Bildquelle: Disney/Marvel Studios

Was uns an Wakanda Forever nicht gefallen hat

  • Die neue Hauptfigur: Letitia Wright ist eine fantastische Schauspielern. Das stellte die Shuri-Darstellern bereits in vielen anderen Produktionen unter Beweis. Ihr Talent lässt auch in Black Panther 2 nichts missen - bis auf einen Umstand. So richtig gelingt es Wright nicht, die Fußstapfen Bosemans auszufüllen. Der frühere Comic Relief bleibt trotz nachvollziehbarer Charakterentwicklung verhältnismäßig blass und unnahbar und Shuri fühlt sich nie so recht wie die Heldin ihrer eigenen Geschichte an.
  • Die Nebenhandlung(en): Wakanda Forever erzählt viel. Zu viel. Der Film hätte stark davon profitiert, sich ausschließlich auf den Konflikt Wakanda vs. Namor zu konzentrieren. Gleichzeitig muss allerdings noch das übergreifende MCU (mit Everett Ross) und ebenso der nächste Superheld (Riri Williams a.k.a. Ironheart) eingeführt werden. Damit tut sich Black Panther 2 selbst keinen Gefallen. Hier hätte Regisseur Ryan Coogler den Rotstift ansetzen müssen.
  • Der Endkampf: Wie es für Marvel-Filme mittlerweile üblich ist, strauchelt Black Panther 2 immens in seinem letzten Akt. Das emotionale und körperliche Ringen von Pro- und Antagonist wird von einem absolut absurden taktischen Entscheidung seitens Wakanda übertragen, die uns selbst nach dem Abspann fassungslos zurücklässt. Hier wäre weniger mehr gewesen: Weniger “episches” Schlachtengetümmel, mehr Fokus auf die beiden Widersacher.
  • Dieser eine Witz: Black Panther 2 ist sehr viel ernster als andere Marvel-Filme. Das ist in Anbetracht der Produktionsumstände allemal angebracht. Trotzdem ist mindestens ein absolut deplatzierter Witz durchgerutscht, bei dem wir uns vor Fremdscham in Kinositz winden mussten. Wir hatten erst befürchtet, dass es so weitergeht. Zum Glück fängt sich Wakanda Forever schnell wieder.

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