CD Projekt Red - Geschäftsführer spricht über die Lootbox-Kontroverse

In einem Interview erklärte der Gründer von CD Projekt seine Sicht auf die letztjährige Lootbox-Kontroverse. Für ihn gibt es keine bessere PR als glückliche Spieler.

von Martin Dietrich,
15.02.2018 17:52 Uhr

Der Gründer von CD Projekt sieht in der Lootbox-Debatte eine Möglichkeit, dass sich die Industrie zum Besseren wandelt. Der Gründer von CD Projekt sieht in der Lootbox-Debatte eine Möglichkeit, dass sich die Industrie zum Besseren wandelt.

Umfangreiche Vollpreisspiele mit großen Erweiterungen, faire Free2Play-Modelle und Transparenz: Im Gespräch mit PC Gamer sprach CD-Projekt-Mitgründer Marcin Iwinski über die Firmenphilosophie und seiner Perspektive auf die heiß diskutierten Lootboxen.

"[…] Dieses Mal war es nicht nur die Hardcore-Community, es gab eine Menge richtig angepisster Spieler da draußen und sie beschlossen, sich zu äußern. Wo wir stehen, ist ziemlich einfach und ihr könnt es mit all unseren früheren Veröffentlichungen wie The Witcher 3 oder Gwent sehen. Wenn du ein Vollpreisspiel kaufst, sollten du ein großes, tadelloses Stück Inhalt bekommen, das dir viele, viele Stunden Spaß bringt."

Iwinski erklärt weiter, dass seine Firma anstrebt, immer mindestens 50 bis 60 Stunden lange Spiele zu veröffentlichen. Für einen Vollpreistitel sei das fair und »es gibt keine bessere PR als glückliche Spieler, die dein Spiel ihren Freunden weiterempfehlen.«

Klassische Addons und Gratis-DLCs

Bei Erweiterungen orientieren sie sich an der Addon-Ära im Sinne von klassischen RPGs wie Baldur's Gate. Kostenpflichtige Zusatzinhalte sollen bedeutungsvolle Inhalte liefern mit neuer Story und neuem Gameplay. DLCs hingehen sind für sie kleine, kostenlose Episoden, die deutlich hinter dem Umfang einer Erweiterung liegen. Diese Praxis zeigte CD Projekt bereits mit The Witcher 3: Wild Hunt, das mehrere Gratis-DLCs bekam und auch zwei größere, kostenpflichtige Erweiterungen.

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Mit Gwent haben sich die Polen auch zum ersten Mal in den Free2Play-Bereich gewagt. Für Iwinski sollen zahlungswillige Spieler nur für Zeit und Bequemlichkeit die Geldbörse öffnen können. Spieler, die kein Geld in das Spiel stecken wollen, sollen trotzdem Zugang zu allen Inhalten haben.

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Faire Angebote

Transparenz ist laut des Geschäftsführers extrem wichtig für Entwickler. Spieler sollen genügend Informationen bekommen und dann entscheiden können, ob sie ein Spiel kaufen wollen:

"In dem Moment, in dem sie [die Spieler] das Gefühl haben, dass du auf unfaire Weise nach ihrer Brieftasche greifst, werden sie sich dazu äußern. Und - offen gesagt - ich denke, es ist gut für die Industrie. Schaut man sich nur eine Tabelle an, sehen die Dinge oft gut aus, aber die Entscheidungsträger stellen sich oft nicht die Frage 'Wie würden sich Spieler fühlen oder ist dieses Angebot fair?'. Die Spieler schlagen zurück und ich hoffe wirklich, dass dies unsere Branche zum Besseren verändern wird. "

Angesprochen auf Cyberpunk 2077 bekräftigte der CD-Projekt-Gründer noch einmal, dass sich die Firma der enormen Erwartungshaltung bewusst ist. »Wir wissen, dass wir abliefern müssen. Und das werden wir auch.«

Ende 2017 bestätigte ein CD-Projekt-Manager Online-Elemente im SciFi-Rollenspiel. Nach den Aussagen von Marcin Iwinski bleiben diese Online-Aspekte aber wohl Lootbox-frei.

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